© Hannah Olinger/unsplash

Post aus dem Altersheim

Regelmässig erreichen uns Geschichten, Texte und Zuschriften unserer Leserinnen und Leser. Diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: Ein Gedicht aus dem Altersheim.

Es ist nun bald ein Jahr her, seit wir nach den Verordnungen des BAG leben, um die Verbreitung von Covid-19 und der neuerdings mutierten Virus-Varianten zu verhindern. Besonders in Altersheimen wütet das Virus, sodass dort teilweise zusätzliche, noch einschneidendere Massnahmen getroffen werden mussten. Der psychische Leidensdruck bei den Bewohnenden wurde stärker, sie wurden «in die Zange genommen»: die physische Bedrohung durch das Virus auf der einen Seite, das psychische Leiden auf der anderen. Heim-Reportagen in den Medien zeigen ein düsteres Bild. Ich habe Kontakt zu einigen Personen, die in Altersheimen leben und mir von ihrer Not erzählen – aber trotz allem nicht verzagen wollen. Ein Mann berichtete sogar unter Tränen. Aber es gibt auch kleine Lichtblicke: Eine Bekannte, um die 95 Jahre alt, hat früher hobbymässig Gedichte und kleine Geschichten geschrieben. Gefangen im Zimmer (so fühlt sie sich) hat sie zum alten Hobby zurückgefunden und begonnen, die Langeweile mit Schreiben zu vertreiben.

Ich habe eine hohe Achtung vor dieser Dame, ihrem Mut, ihrer Gelassenheit und Zufriedenheit sowie ihrer Demut. Ein Vorbild für uns, die in der schwierigen Zeit doch noch gewisse Freiheiten haben. Für mich jedenfalls ist die Frau ein Vorbild und ich erhebe mein gesenktes Haupt – «Kopf hoch» heisst es in ihrem Gedicht.

Freundliche Grüsse,
Fredy Brechbühl 


CORONA – Nachtgedanken                                              

Wer hätte das gedacht!
Das Corona-Virus hat über Nacht
unser Leben anders gemacht.
Und zwar nicht gerade sacht.

Unser Verhalten wird von oben diktiert,
was uns oft ziemlich irritiert.
Aber wir müssen ja irgendwie leben
und so fügen wir uns eben.

Was wir selbst tun können gegen das Virus,
ist ein absolutes Muss!
Die Pestzeit war eine Pandemie,
vergessen wir das nie.

Wir müssen bloss Einschränkungen akzeptieren,
um den Kampf nicht zu verlieren.
Also, keine Ängste, Kopf hoch,
wir schaffen es doch!

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