Das spezielle Haus

Regelmässig erreichen uns Geschichten, Texte und Zuschriften unserer Leserinnen und Leser. Diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: Heinz Acklin über das Haus seiner Grosseltern.

© privat

Beiliegend sende ich Ihnen ein Foto von meinen Grosseltern in Densbüren, vor dem Haus beim Scheunentor, welches auch als Hauseingang diente. Dieses Foto wurde in den sechziger Jahren aufgenommen.

Freundliche Grüsse, Heinz Acklin


Das Haus mit der Nummer 29 B steht in Densbüren (im Volksmund «Deischbere») an der Hauptstrasse. Hier wohnten meine Grosseltern. Das Haus steht heute noch da, aber es ist unbewohnbar.

Als Kind hatte ich immer etwas Angst in diesem Haus, als ich in den 1950er-Jahren öfters einen Besuch dort machte. Denn es war ein spezielles Haus. Es gab keine Haustüre – das Scheunentor oder das «Tenn», wie man das in Densbüren sagte – war der Eingang. Vor dem Haus gab es eine Treppe, die in den Keller hinunterführte, der aber nur sehr klein war.

Es gab keine Türglocke und an das Tenntor klopfen, nützte auch nichts. Fenster hatte es beim Tenntor keines. Kein Lichtschalter war da. Das Licht konnte man nur weiter hinten bei der Küchentüre ein- und ausschalten; so musste man im Dunkeln bis zur Küchentüre gehen.

Die Heubühne und den Stall musste mein Grossvater mit dem Nachbar teilen. Es gab nur drei Wohnräume, nämlich Küche, Stube und Schlafzimmer. In jedem Raum gab es ein Fenster. In der Küche musste man meistens Licht machen, denn der Schopf war direkt an die Küche angebaut.

Vor dem Haus wurde das Brennholz mit der Handsäge in ca. 25 cm kurze Stücke verkleinert. Dann wurden die Stücke nochmals mit der Axt zu ofenfertigen «Schittli» verkleinert. Weil sich der Schopf hinter der Küche befand, musste man die «Schittli» durch das Tenn, dann durch die Küche und schliesslich in den Schopf tragen, wo es gelagert wurde. Das WC (Plumps-Klo) befand sich auch noch in diesem Schopf, ohne Heizung und Licht.

Kam man von der Küche in die Stube, stand auf der rechten Seite ein grosser grüner Kachelofen. Die Stube war vier Meter breit und sieben Meter lang.

Um das Schlafzimmer zu erreichen, musste man von der Küche aus eine ziemlich steile Holztreppe aufsteigen, wobei man zuerst auf das «Bödeli» kam, wo die Grossmutter die Küchenvorräte gelagert hatte. Von dort aus gelangte man in das Schlafzimmer, welches sich über der Stube befand. Dieses Schlafzimmer war nicht so gross und musste doch meinen Grosseltern und zwei Kindern genügen. Weil es im Schlafzimmer keine Heizung gab, hatte man im hölzernen Zimmerboden, genau über dem Kachelofen, eine Öffnung gesägt und mit einem Schieber versehen. So kam im Winter die Wärme ins Schlafzimmer.

Ich selber habe das während meinen Ferienaufenthalten in diesem Haus auch erlebt. Es war eine schöne Zeit bei den Grosseltern.

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