Brunnenhoflied

Regelmässig erreichen uns Geschichten, Texte und Zuschriften unserer Leserinnen und Leser. Diese wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Heute: Helena-Imhof-Gäumann erinnert sich an das Brunnenhoflied.

Mit der Zeitreise des Landessenders Beromünster erinnere ich mich an meine schöne Jugendzeit auf dem elterlichen Bauernhof in Beromünster, wo ich 1932 geboren bin.

Während meiner Schulzeit hörte ich immer wieder das Brunnenhoflied, welches ich nie wieder vergessen konnte, weil es mich traurig machte. Da ich das Lied seither nie mehr hörte, möchte ich dieses nun hier aufschreiben; denn es passt doch zur heutigen Beromünster-Zeit in der Zeitlupe.

Mit freundlichen Grüssen
Frau Helena Imhof-Gäumann


Am Waldrand am fallenden Brunnenhof,
da lacht es und bechert und singt.
Dieweil durch das offene Fensterkreuz,
der Finkenschlag sommerlich klingt.

Rings um der Matten ein Grillenkonzert,
am Waldrand äst friedlich das Reh.
Der Brunnen allein macht ein Werktagsgesicht,
er singt auch von unserem Weh.

So war es einmal, und so ist es nicht mehr,
und so wird es auch nie wieder sein.
Die Stadt legt die steinernen Finger auf’s Land
und den alten verblieb ich allein.

Es regt sich was hinter dem Holderbusch
die Mutter vom Garten her lacht,
dort reitet der wackere Lederstrumpf,
mit all seinen Helden zur Schlacht.

Die Brunnenhof-Kinder mit Schild und Speer,
Galopp zwischen Kornfeld und Klee.
Der Brunnen allein macht ein Werktagsgesicht
er singt auch von unserem Weh.

So war es einmal, und so ist es nicht mehr,
und so wird es auch nie wieder sein.
Die Stadt legt die steinernen Finger auf’s Land
und den alten verblieb ich allein.

Draussen im Glück auf dem Brunnenhof grünt,
in frischer und ländlicher Luft,
hat Radio Zürich sein Musenheim,
umweht von romantischem Duft

Da treten die alte und neue Zeit
einander vertraulich die Zeit.
Der Brunnen allein macht ein Werktagsgesicht,
er singt auch von unserem Weh.

So war es einmal, und so ist es nicht mehr,
und so wird es auch nie wieder sein.
Die Stadt legt die steinernen Finger auf’s Land
und den alten verblieb ich allein.

Liebe Leserinnen, liebe Leser

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