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Tourismus stresst die Wildtiere

Die Vorfreude auf unbeschwerte Reisen nach dem Ende der Corona-Pandemie ist gross. Der absehbare Wiederanstieg des globalen Tourismus hat jedoch insbesondere für Wildtiere auch seine Schattenseiten. 

Michelle Richner, Tier im Recht
Michelle Richner*

Wildtiere werden in vielerlei Hinsicht ausgebeutet, so auch für Freizeitattraktionen, die sich weltweit grosser Beliebtheit erfreuen: Selfies mit Raubkatzenbabys, Reitausflüge auf Elefanten und Kamelen, Tanzaufführungen von Bären oder Hotelshows mit Papageien. Auf den Souvenirfotos nicht sichtbar ist hingegen das grosse Tierleid, das mit solchen Aktivitäten oftmals verbunden ist.

Weit verbreitet sind Erinnerungsfotos, Selfies oder Fotoshootings mit Wildtieren aller Art, insbesondere mit Tierbabys. Dabei werden beispielsweise Faultiere oder Koalas von Touristen im Arm gehalten oder Raubkatzen für den perfekten Schnappschuss positioniert. Das ständige Anfassen und Weiterreichen sowie die unnatürliche Nähe zum Menschen bedeuten für die Tiere jedoch enormen Stress, denn Wildtiere sind nicht an die menschliche Umwelt angepasst. Aus der Sicht des Tierschutzes ist daher von sämtlichen sogenannten «Hands on»-Begegnungen generell dringend abzuraten. Auch bei Safaris, Walbeobachtungstouren und ähnlichen Wildtiererlebnissen ohne direkten Kontakt mit Tieren ist stets auf die Seriosität der Anbietenden zu achten. Wichtige Kriterien sind etwa kleine Gruppengrössen, das Einhalten angemessener Abstände und des nötigen Respekts, eine fachliche Begleitung sowie der Verzicht auf das Aussteigen aus dem Fahrzeug oder Boot.

Sensibilisierung für das Leid der Wildtiere

Vielen Touristinnen und Touristen ist nicht bewusst, dass harmlos wirkende Erlebnisangebote mit exotischen Wildtieren oftmals auf tierquälerischen Ausbeutungspraktiken beruhen und die Nähe zum Menschen für die betroffenen Tiere mit erheblichem Stress verbunden ist. Mit der neuen Sensibilisierungskampagne «Für Wildtiere ist es eine Qual, von Touristen betatscht zu werden» will die Stiftung für das Tier im Recht (TIR) auf das immense Leid von Wildtieren, das häufig hinter solchen Touristenattraktionen steht, aufmerksam machen und dazu aufrufen, entsprechende Aktivitäten zu meiden. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot – Ferienreisende haben es also in der Hand, durch ihr Verhalten Einfluss auf die Tierschutzsituation vor Ort zu nehmen. 

*Michelle Richner, Dr. iur., rechtswissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung für das Tier im Recht (TIR), © zVg

Stiftung für das Tier im Recht (TIR) – Rat von den Experten:

Haben Sie Fragen rund um das Tier im Recht? Kontaktieren Sie uns unter info@tierimrecht.org oder unter der Telefonnummer 043 443 06 43. Weitere Informationen finden Sie unter www.tierimrecht.org.

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