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Weihnachtsfeeling aus Südost

Die edle, etwas abgeplattete Schwester der Orange ist eine kleine Chinesin, wächst aber am besten auf Mauritius. Wieso heisst sie Mandarine?

Mandarin stammt vom malaiischen Wort «menteri» (Berater, Verwalter, Minister) und wurde mit dem portugiesischen Verb «mandar» (befehlen) zu «mandarin». Dieses wurde dann nach China exportiert und für dortige hohe Beamte verwendet. Auf Chinesisch heisst ein solcher Beamter übrigens «guan».

China ist riesig und hat viele Dialekte. Also suchten die Mandarine eine Beamtensprache, mit der sie sich im ganzen Reich verständigen konnten. Diese Sprache, die eine ähnliche Funktion hatte wie Latein in Europa, wurde von den Europäern Mandarin genannt. Das Mandarin basiert auf dem in Peking gesprochenen Dialekt und ist die Lingua franca Chinas. 

Und nun? Die Mandarine? Ach ja, die Mandarine, diese süsse Verheissung, heisst vermutlich so, weil ihre Farbe in der Kleidung der Mandarine dominant war. Glauben Sie nicht? Dann vielleicht, weil die Mandarinen so teuer und köstlich waren, dass sich nur die Oberschicht und die Mandarine den Genuss leisten konnten. Auch nicht gaubwürdig? Okay, letzter Versuch: Der Name ist vom Namen der Insel Mandara, dem heutigen Mauritius, abgeleitet, wo die Mandarinen ganz besonders gut gedeihen. Geben wir es zu: Man weiss es nicht genau, woher die Mandarine ihren Namen hat. 

Was man weiss: Vor etwa 200 Jahren ist sie aus China zu uns gekommen, 1805 erreichten die ersten Früchtchen England, ab etwa 1820 beginnt der Anbau im Mittelmeerraum. 

Und jetzt kommt ihre ganz grosse Jahreszeit, wenn Kerzenschimmer und wohlige Wärme in den Stuben Einzug halten. Dann verbreiten ihr betörender Duft und ihre frische Süsse genau das richtige vorweihnächtliche Feeling. Der Duft kommt übrigens aus der Schale, die diese wundervollen Öle enthält, die uns glücklich machen.

Wärme und Sonne, jedoch auch kühlere Winterabschnitte sind für das Ausreifen der Früchte förderlich. Es gibt Mandarinensorten, denen Temperaturen bis zu minus zwölf Grad nichts anhaben können. Coole Schönheit. 

So wirken Mandarinen

  •  Allergien
    Zitrusfrüchte sind sehr gesund, aber manche Menschen reagieren mit Allergiesymptomen wie zum Beispiel Hautausschlag, nachdem sie eine solche Frucht verzehrt haben. Mandarinen und Clementinen gehören zwar ebenfalls zu den Zitrusfrüchten, Allergien auf sie sind jedoch sehr selten.
  • Cholesterin
    In Mandarinen steckt kein Cholesterin, dafür aber eine gehörige Portion an Flavonoiden. Diese sogenannten sekun-dären Pflanzenstoffe haben einen günstigen Einfluss auf den Cholesterin-Spiegel. Personen mit erhöhten Blut-fettwerten sollten also unbedingt auch Mandarinen in ihren Speiseplan einbauen.
  • Diabetes
    Mandarinen enthalten etwa 10 Gramm Kohlenhydrate in 100 Gramm des Fruchtfleisches. Insulinpflichtige Diabetikerinnen und Diabetiker müssen dies in ihrem Tagesplan berücksichtigen.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Mandarinen weisen viele gute Inhaltsstoffe auf, darunter auch reichlich Antioxidantien, Mineralstoffe, Vitamine und ätherische Öle. Wer also die Zitrus-frucht regelmässig isst, tut seinen Blutgefässen und seinem Herz-Kreislauf-System ganz allgemein Gutes. Zudem liefern Zitrusfrüchte viel Kalium, das als Gegenspieler des Kochsalzes hilft, den Blutdruck zu regulieren. Der hohe Anteil von Vitamin C stärkt überdies das Immunsystem.
  • Übergewicht
    Mit 50 Kalorien auf 100 Gramm Frucht- fleisch sind Mandarinen ein idealer Bestandteil einer schlanken Ernährung. Darüber hinaus enthalten die Südfrüchte viele weitere gesunde Stoffe wie Kalium, Kalzium, Magnesium, Vitamin A und Vitamin C.
  • Verdauung
    In Zitrusfrüchten steckt der Ballaststoff Pektin, der einerseits den Appetit reguliert und andererseits die Darmaktivität unterstützt.
Beitrag vom 11.12.2020
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