© Biosphoto/ Friedrich Strauss

So halten Sie die Königinnen des Herbstes fit

Chrysanthemen werden seit über 5000 Jahren in den Gärten kultiviert – und seit über 2000 Jahren systematisch gezüchtet. Die Vielfalt ist denn auch atemberaubend gross. Weltweit sind über 40 Arten und über 5000 Sorten bekannt. Topf-Varianten werden in voller Blüte verkauft, sie stellen kaum Ansprüche an das Gartenlatein: Wie sie die Pflanzen richtig pflegen und welche Eigenheiten sie mitbringen. 

Unterhalt: Die Pflege der Chrysanthemen ist relativ anspruchslos. Die Pflanzen sollten nach dem Kauf zwingend aus der Enge der Kunststoffbehälter befreit und in geräumigere Töpfe umgepflanzt werden. Sie lieben (halb)sonnige und windgeschützte Lagen sowie nährstoffreiche und durchlässige Böden. Insbesondere in Töpfen sollte man sie vor intensiver Sonneneinstrahlung schützen, da die Erde sonst schnell austrocknet. Denn während der Blüte brauchen die Pflanzen viel Flüssigkeit. Selbst an Regentagen sollte man diese giessen, denn sie wachsen oft derart dicht, dass meist kaum Wasser die Wurzeln erreicht. Jedoch aufgepasst vor Winternässe! Chrysanthemen vertragen schlecht immerfeuchte Füsse. Sie benötigen erstaunlich wenig Wasser, sobald die Nächte kühler werden. Also ab Frühwinter mit Bedacht zur Giesskanne greifen – und ausschliesslich an frostfreien Tagen.

Sorten: Topf-Sorten mögen zwar adrett sein. Meist erleiden diese nach der Blust sogleich den Kältetod. Garten-Chrysanthemen hingegen sind weit robuster und langlebiger. Darüber hinaus weisen sie eine längere Blütezeit aus (bis Dezember). Wer genügend Platz hat, kann diese Sorten im Folgejahr ins Freiland setzen. Alle anderen dürfen die «Garden Mums» im Topf belassen. Achtung: Grossblumige Varianten knicken leicht um – und sind entsprechend auf Schutz angewiesen. Wer keinen passenden Standort anzubieten hat, sollte darauf verzichten.  

Pflanzung: Garten-Chrysanthemen werden idealerweise im Frühjahr (spätestens im zeitigen Frühsommer) ins Freiland gesetzt. Dadurch bleibt den Pflanzen genügend Zeit, sich zu verwurzeln – und sich damit gegen die Winterlaunen zu wappnen. 

Einpflanzen von Chrysanthemen im Garten.
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Wuchshöhe: Topf-Chrysanthemen wachsen meistens zwischen 60 bis 70 Zentimeter hoch. Einige Arten, vor allem Garten-Sorten werden bis zu 120 Zentimeter hoch. Übrigens: Schiessen Chrysanthemen plötzlich in die Höhe, liegt es womöglich daran, dass der Gärtner die Pflanzen mit wachstumshemmenden Stoffen behandelt hat, deren Wirkung nach einiger Zeit nachlassen.

Blütezeit: Meist ab August bis November oder Dezember.

Düngung: Chrysanthemen haben zwar einen hohen Bedarf an Nährstoffen – ist das Erdgut in einem Topf aber frisch, ist die Versorgung während der Blütezeit gewährleistet. Im Folgejahr sollte man ausgepflanzte Chrysanthemen jedoch mit Gartenkompost und Hornspänen speisen.

Begleiterinnen: Rutenhirse, Segge und Federgras verleihen Chrysanthemen in Töpfen eine verspielte Leichtigkeit, ob auf Terrassen oder am Hauseingang.

Insekten: Herbst-Chrysanthemen – vor allem solche mit ungefüllten Blüten – dienen Bienen als späte Nahrungsquelle.

Rückschnitt: Erst ab März, wenn die jungen Triebe spriessen. Die abgedorrten Halme bieten den Pflanzen Schutz vor kalten Temperaturen. Dürre Stiele werden im Frühjahr möglichst bodennah abgeschnitten, ohne die jungen Triebe zu verletzen – alle anderen werden auf einen Viertel eingekürzt. Apropos: Werden die Triebe im Frühjahr und Sommer gelegentlich etwas stutzt, wächst die Pflanze dichter und standfester.

Schnittblumen: Entfernen Sie alle Blätter der Chrsanthemen, die beim Einstellen ins Wasser reichen sowie überflüssige Seitentriebe, zu üppiges Laub und beschädigte Blätter und Blüten. Danach die Stiele mit einem scharfen Messer schräg anschneiden. Ein sorgsamer Umgang mit den empfindlichen Blüten ist ratsam: Denn löst sich ein einziges Blatt, fällt womöglich die ganze Blüte auseinander. Wer dieses Malheur verhindern will: Dort, wo sich das Blütenblatt gelöst hat, etwas Kerzenwachs hineintropfen lassen.

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Chrysanthemen halten uns gesund

Die Opulenz der Blüten tut unseren Augen doppelt gut:  In der Ayurveda-Medizin werden Chrysanthemen gegen Augenentzündungen und Hautunreinheiten verwendet. Getrockneter oder geräucherter Hangbai-Chrysanthemenblüten-Tee soll überdies antimikrobielle, gefässerweiternde und entzündungshemmende Wirkung haben. In Asien werden die Blätter sogar Salaten untergemischt oder die Blüten für Sandwiches und im Kuchen verwendet. Aber Achtung: Hiesige Sorten sind schlecht bekömmlich. Dafür sollte man einzig Speise-oder Salat-Chrysanthemen (Chrysanthemum coronarium) verwenden, auch diese gedeihen in hiesigen Gärten relativ problemlos.


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