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Ein Gartenbeet auf Rollen

Tischbeete sind die Alternative zu Hochbeeten, sei es auf Balkonen, Terrassen oder auch im Garten. Besonders praktisch sind dabei Modelle auf Rollen.

Hochbeete erlebten in den letzten Jahren wegen der wachsenden Begrünung städtischer Flächen einen Boom. Sie haben allerdings einen Nachteil: Solche Pflanztröge sind eine Investition für mindestens fünf Jahre, sonst lohnt sich der ganze Aufwand nicht. Deshalb empfiehlt es sich oftmals, auf die kostengünstigeren und weniger pflegeintensiven Tischbeete auszuweichen, weil diese vor allem wegen des geringeren Gewichtes eine Alternative zu Hochbeeten darstellen. Ein weiteres Plus: Wer im Rollstuhl sitzt, kann um Tischbeete herumfahren und mit geradem Oberkörper arbeiten. Hier ein paar Starttipps für Tischbeet-Neulinge.

Modell und Kosten

Im Fachhandel gibt es drei Modelltypen: Beete in Form von Futtertrögen, sogenannte Vegtrugs (zusammengesetzt aus vegetable = Gemüse und trug = Trog), sowie solche mit und ohne Räder. Letztere haben den Vorteil, dass man sie mühelos umplatzieren und ihre Räder arretieren kann. Bezüglich der Höhe gilt folgende Faustregel: Man muss aufrecht arbeiten können. Darum sollte man beim Kauf darauf achten, dass die Tischbeet-Beine diagonal gut verstrebt sind.

Ein Tischbeet mit Rollen ist ab ca. CHF 750.– zu haben, stationäre Modelle ab ca. CHF 300.–. Wer im Rollstuhl sitzt, wählt ein Beet, das statt der vier Beine einen stabilen Sockel in der Mitte hat, der die «Pflanzenwanne» trägt. Solche Modelle müssen in der Regel speziell gefertigt werden und sind entsprechend teurer.

Befüllen und Standort

Verwenden Sie, wie bei Balkonkisten oder Blumentöpfen, normale kompostreiche Gartenerde ohne Torf. Kleiden Sie die Seitenwände mit einer Noppenfolie aus. Diese liegt nicht am Holz an, und es kann sich kein Schwitzwasser bilden. Den Boden mit einer stabilen Folie, welche rundum 5 cm hochgezogen wird, schützen. Um Staunässe zu verhindern, das Beet zuerst mit einer ebenso hohen Schicht aus Blähton füllen und mit Trennvlies bedecken. Das verhindert, dass die Blumenerde in die Drainage gespült wird. Beim Giessen brauchts Fingerspitzengefühl, damit kein überschüssiges Wasser unten hinausfliesst.

Bepflanzen und Bewässern

Wichtig ist, dass keine allzu hoch oder in die Länge wachsenden Pflanzen kultiviert werden oder solche mit zu tief greifenden Wurzeln. Tabu sind beispielsweise Stangenbohnen und Kürbisse. Bei Tomaten gilt es, auf hängende Sorten auszuweichen. Erdbeeren, Kräuter sowie die meisten ein- bis zweijährigen Gartenpflanzen gedeihen indes prächtig im Tischbeet. Von Fachleuten empfohlen werden Kulturen, die im normalen Gartenbeet den Schnecken zum Opfer fallen, also beispielsweise Zinnien, Tagetes, Petunien und Dahlien.

Weil die Erde in Tischbeeten schnell austrocknet, lohnt sich die Installation eines Tröpfchen-Bewässerungssystems. Dabei wird über Schläuche oder einen Ventiltropfen Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen geleitet. Kostenpunkt ab 200 Franken (für 10 Meter). Mit diesen Vorbereitungen können Sie in Ihr erstes Tischbeet-Gartenjahr starten.

Hochbeet – so gehts

Für diejenigen, die sich doch lieber ans Projekt «Hochbeet» wagen wollen, gibts bei Bioterra unter dem Stichwort Hochbeet ein Merkblatt zum Herunterladen: http://www.bioterra.ch

Christine Kunovits

ist Leiterin Redaktion und Verlag von «Bioterra». Vermutlich auch, weil selbst gezogene Cherrytomaten legten vor bald 30 Jahren den Samen für ihre Liebe zum Gärtnern erweckt haben.