«A Brigther Summer Day» © filmpodium

Mehr als nur geballte Fäuste

Das Zürcher Filmpodium lädt Interessierte bis zum 19. September ein, das taiwanische Kino zu entdecken.

Die Geschichte des taiwanischen Kinos ist bewegt und geprägt von Besatzungsmächten. Zensur und Verbote machten das Filmschaffen über lange Zeit schwierig. Doch in den Achtzigerjahren bäumte sich nicht nur das Volk auf den Strassen auf, das Geschehen auf den Leinwänden zog mit. Weniger fliegende Fäuste, dafür autobiografisch geprägte Filme arbeiteten die Geschichte des Inselstaates auf und wagten auch kritischere Themen aufzunehmen.

«A Brigther Summer Day» (links) thematisiert die Suche nach Identität. Der dreistündige Film «No Hills of Return» (rechts) erforscht die Gier, Lust, Liebe und Hoffnung in einer Goldgräberstadt im Norden Taiwans, während der japanischen Kolonialherrschaft. © filmpodium

In Werken wie «A Brigther Summer Day» von Edward Yang oder «No Hills of Return» wird das nationale Selbstverständnis und -verhältnis filmisch neu ausgehandelt, frei von jeglicher Propaganda. «A Brighter Summer Day» spielt in den frühen Sechzigerjahren. Auf den ersten Blick geht es um die Probleme eines jungen Mannes, der sich in Bandenrivalitäten verstrickt, und dessen erste Liebeserfahrungen. Regisseur Yang verpackt in dieser Handlung geschickt auch die Geschichte einer Nation, die auf der Suche nach einer eigenen Identität ist.

«The Sandwich Man» ist wie ein Schaufenster für eine neue Art des taiwanesischen Films. © filmpodium

Ebenfalls in den Sechzigerjahren spielen die drei Kurzgeschichten im Film «The Sandwich Man». Die erste Episode folgt einem Mann, der als titelgebender Sandwich-Mann Werbung für ein Kino machen möchte. Im zweiten Segment geht es um zwei Männer, die japanische Schnellkochtöpfe verkaufen. Der Abschlussfilm «The Taste of Apple» ist der lustigste Teil.

Die Reihe «Taiwan Cinema» zeigt die unterschiedlichen Facetten des Filmschaffens in dem kleinen asiatischen Inselstaat und lädt zu einer spannenden Entdeckungsreise ein.

Taiwan Cinema, Filmpodium Zürich, bis 19. September, filmpodium.ch

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