8 Ausflugstipps in den Schweizer Winter
Die Schweiz ist verschneit: Höchste Zeit für kurze Winterwanderungen, Schneeschuhtouren, Gondel- und Zugfahrten.
Text: Fabian Rottmeier
Bilderbuch? Toggenburg!
Die Alp Sellamatt im Toggenburg liefert die perfekte Kulisse für eine Schneeschuhwanderung, die sich auch für Neulinge eignet.
Es ist diese Mischung aus Ehrfurcht und Geborgenheit, die von dieser Wanderung in Erinnerung bleibt. Einerseits die mächtigen Churfirsten, die allen die Show stehlen, und andererseits die sanften, mit Fichten bewachsenen Hügel. Eine schlicht traumhafte Winterkulisse.
Die Toggenburger Alp Sellamatt bringt alles mit für einen gelungenen Einstieg ins Schneeschuhwandern: die Anbindung per Bergbahn, eine nette Gaststätte beim Start- und Endpunkt, keine allzu lange Gehdauer und nicht zu viele Höhenmeter. Was jedoch nicht heisst, dass die fünf Kilometer keine Schweissarbeit sind! Der Rundweg fällt auch in seiner Kürze erstaunlich abwechslungsreich aus. Sich auf dem Hochplateau auf rund 1500 Metern behutsam den markanten Churfirsten Scheibenstoll, Zustoll, Brisi und Frümsel anzunähern, ist ein Erlebnis. Das Panorama liefert immer wieder neue Fotosujets. Auch märchenhafte. Die Lochhütte wirkt mit ihrem schneebedeckten Dach wie ein übergrosses Lebkuchenhaus.
Wer sich lieber mit einer gewöhnlichen Winterwanderung begnügen will, kann dies inmitten dieser Karstlandschaft ebenfalls tun. Der Toggenburger Sagenweg hat eine ähnliche Routenführung und verläuft (entlang der Langlaufloipe) an zwölf Posten vorbei, die jeweils per Kurzgeschichte eine Figur aus der Sagenwelt vorstellen.
- «Sellamatt–Zinggen Trail #721»: markierter Schneeschuhwanderweg, Alt St. Johann, Alp Sellamatt, 5 km, 260 Höhenmeter, 2 h 20 Min., Routeninfos: zeitlupe.ch/sellamatt
- «Toggenburger Sagenweg #151»: markierter Winterwanderweg, Alt St. Johann, Alp Sellamatt, 9 km, 260 Höhenmeter, 2 h 50 Min. (Abkürzung möglich), Routeninfos: zeitlupe.ch/sagenweg
- Anreise für beide Wege: Postauto bis «Alt St. Johann, Dorf», von dort wenige Gehminuten bis zur Bergbahn.
Hochmoor im Winterschlaf
Rothenthurm hat zwei Trümpfe: sein Hochmoor und die Höhenlage. Denn die etwas mehr als 900 Meter über Meer reichen oft, um dem Mittellandnebel zu entfliehen und in der Schwyzer Gemeinde etwas Sonne zu tanken. Ebenso liegt in Rothenthurm oft Schnee, wenn man es weiter unten am Zürichsee gar nicht vermuten würde. Die Moorlandschaft, von einer weissen Schicht bedeckt, ist dann ebenso schön wie beruhigend.
Einfacher, flacher Rundweg ab Rothenthurm Bahnhof, ausgeschilderter Winterwanderweg auf rund 900 Metern über Meer, 2 Stunden Gehzeit, 6,8 km. Weitere Infos finden Sie hier.
Weites Appenzellerland
Das Appenzellerland hat einerseits steile, kantige Berge – und andererseits eine liebliche Landschaft, die von sanften Hügeln geprägt ist. Zwischen den beiden Orten Jakobsbad und Gonten kommt eine dritte Komponente ins Spiel: die Weite. Sie ist bestens geeignet, um beim Spazieren durchzuschnaufen oder eine kleine Langlaufrunde ab Gonten zu drehen. Wer in Gontenbad noch nicht genug hat, kann bis nach Appenzell weiterwandern – oder innert weniger Minuten per Bahn hinfahren und sich etwas Feines in einem der vielen Cafés gönnen.
Einfacher, meist flacher Weg von Jakobsbad nach Gontenbad, ausgeschilderter Winterwanderweg auf rund 900 Metern über Meer, 90 Minuten Gehzeit, 4,6 km. Weitere Infos finden Sie hier.
Gondelfahrt ins Winterland
Der schnellste Weg vom Solothurner oder Aargauer Mittelland ins Winterland führt per Gondel auf den Weissenstein. Hier, auf 1280 Metern über (Nebel-)Meer, stehen nicht nur ein Hotel und zwei Restaurants, sondern auch einige weitere Optionen zur Verfügung: Winter- und Schneeschuhwanderwege, zwei Schlittelrouten und eine Langlaufloipe. Und das alles unweit der Stadt Solothurn.
Alle Infos zu den möglichen Aktivitäten erhalten Sie hier.
Eine kurze Rundwegwanderung finden Sie hier.
Brückenhalt in Filisur
Das Landwasserviadukt ist eines der Wahrzeichen der Rhätischen Bahn – und Teil des Unesco-Welterbes. Schade nur, dass man die 65 Meter hohe Brücke nur kurz in seiner vollen Pracht sieht, wenn man sie im Zug überquert. Deshalb lohnt sich ein Halt in Filisur. Von dessen Bahnhof aus gelangt man auf einem einstündigen Rundweg zu einer Aussichtsplattform oberhalb des imposanten Baukunstwerks, das bereits seit 120 Jahren zu bestaunen ist.
Ausgeschilderter Winterwanderweg ab Bahnhof Filisur auf 1080 Metern über Meer mit 110 Höhenmetern, die es zu bewältigen gilt. 55 Minuten Gehzeit, 3 km. Weitere Infos finden Sie hier.
Eiskönigin? Sihlsee!
Wers lieber flach mag, kann einen Ausflug nach Einsiedeln mit einem Rundspaziergang um den Sihlsee verbinden. Besonders im Januar, wenn dieser oft zufriert, kann der Anblick und die Stimmung in der Dämmerung den einen oder die andere aus den Wollsocken hauen. Und sonst gibts ja immer noch das Kloster Einsiedeln und die Schwarze Madonna.
Winterwanderweg Sihlsee 555, 8 km, Gehdauer etwa 2 Stunden und 40 Minuten, Route: Einsiedeln, Parkhaus Brüel – Einsiedeln, Parkhaus Brüel. Hier gehts zum detaillierten Wegbeschrieb.
Schwarzes Eis am Silsersee
Der ehemalige Skifahrer Dumeng Giovanoli schwärmte uns im Zeitlupe-Interview 2020 (hier zu lesen) so lange vom magischen Abendlicht am Silsersee vor, dass wir uns im Anschluss gleich selber davon überzeugen liessen. Vor Ort verstanden wir den Bündner sofort. Wenn man dann noch das Glück hat, dass der See mit «schwarzem Eis» überzogen ist, dann vergisst man auch glatt die herausfordernden Temperaturen (vor allem auch für den Handyakku) – und ist begeistert von der Stimmung. Einmalig.
La Brévine feiert die Kälte
Wer es noch etwas kälter mag als am Oeschinen- oder am Silsersee, sollte anfangs Februar nach La Brévine pilgern. Die als «Sibirien der Schweiz» etikettierte Region im Kanton Neuenburg und an der Grenze zu Frankreich feiert alljährlich ihr «Fête du Froid», das Kältefest. Schliesslich gilt es unter anderem den landesweiten Kälterekord von minus 41,8°C immer wieder neu zu feiern.
Fête du Froid, 7.-8. Februar 2026, Vallée de La Brévine. Mehr Infos gibts hier und hier.