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«Sexuelle Energie ist die vitalisierendste Energie, die es gibt»

Sexualität kennt keine Altersgrenze, findet Claudia Pesenti-Salzmann. Im Interview spricht die Pflegeexpertin und Sexualberaterin über ihre Erfahrungen mit Alters- und Pflegeheimen, die Wirkung von Berührungen und falsche Vorstellungen von Sexualität.

Interview: Jessica Prinz

Nicht nur in jungen Jahren ist Sexualität wichtig, weiss Claudia Pesenti-Salzmann. Auch im Alter werde es mehr und mehr zum Bedürfnis, Sinnlichkeit zu erfahren. Nach einem Masterabschluss in Palliative Care in London entschloss sich die gelernte Pflegefachfrau, in Mailand Klinische Sexologie zu studieren. Mit dem Ziel, die beiden Fachbereiche zu verbinden, an denen ihr Interesse noch heute stetig weiter wächst: Pflege und Sexualität. Seit zehn Jahren berät sie Alters- und Pflegeheime sowie Palliativpatientinnen in sexuellen Themen. Sie weiss, welch simple Tricks zu mehr Sinnlichkeit im Pflegealltag führen können und wo es zu Schwierigkeiten kommen kann.

Palliative Care und Sexualität haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander zu tun. Wie kommen Sie darauf, die beiden Bereiche zu verbinden?
Ich arbeite seit 2002 in der Palliativpflege. Dort geht es darum, Menschen mit einer chronischen, fortschreitenden Krankheit zu begleiten, damit sie die bestmögliche Lebensqualität haben. Eine individuelle Betreuung setzt voraus, über ganz viele Lebensaspekte zu sprechen, so auch über Sexualität. Sexualität und Sterben sind zwei sehr intime Aspekte, die beide zum Leben dazugehören. 

Was motivierte Sie dazu, eine entsprechende Ausbildung zu machen?
Ich störte mich irgendwann daran, dass wir Fachpersonen anstreben, Menschen im ganzheitlichen Ansatz zu beraten, betreuen und begleiten – aber selten über Themen der Sexualität sprechen. Das eigene Körperbild, die Partnerschaft und das sexuelle Wohlbefinden verändern sich durch eine Erkrankung und die Therapien stark. Krankheiten oder Operationen hinterlassen Spuren am und im Körper. Manche Menschen bekommen Narben oder künstliche Darmausgänge, die Haut verändert sich oder Haare fallen aus. Auch das Altern bringt Veränderungen mit sich. Das alles beeinflusst das Körpergefühl, das Selbstbild und somit auch die Sexualität. 

Da drängt sich die Frage auf, wo Sexualität überhaupt anfängt.
Sie beginnt schon mit der Art, wie Sie in diesem Stuhl vor mir sitzen. Wie Sie sich morgens im Spiegel betrachten, sich anziehen, sich zurechtmachen – und ob Sie sich selbst gefallen. Wenn man sich in seinem Körper nicht wohlfühlt, ist es schwieriger, Nähe erfüllend zu erleben und einzufordern. Man merkt ja auch als gesunder Mensch, welche Auswirkungen es hat, wenn man sich mit sich selbst mal nicht wohl fühlt. Sexualität ist ein Lebensthema und gehört natürlicherweise zu uns, auch wenn sie sehr individuell gelebt wird.

Und ist Sexualität tatsächlich ein Thema, das auch zum Sterben gehört?
In diesem Zusammenhang ist es wichtig, Sexualität nicht nur mit dem zu verknüpfen, was wir oft als Erstes damit assoziieren. Viele denken dabei vor allem an Geschlechtsverkehr. Dabei steckt viel mehr hinter dem Begriff: Nähe und Liebe, Vertrauen, Berührung, sich angenommen und aufgehoben fühlen, präsent sein. Das sind Dinge, die sowohl in der Sexualität als auch im Sterbeprozess sehr wichtig sind.

«Sexualität ist Nähe und Liebe, Vertrauen, sich angenommen und aufgehoben fühlen, präsent sein.» 

Claudia Pesenti-Salzmann

Sie erfahren also, dass Sexualität ein Bedürfnis für Menschen ist, die den Tod vor Augen haben?
Ich habe einige Situationen erlebt, in denen Menschen noch Tage oder Stunden vor dem Tod sexuell intim waren, sich gegenseitig nochmals spüren wollten. Ich kann das gut nachvollziehen, schliesslich ist sexuelle Energie die zauberhafteste und vitalisierendste Energie, die es gibt. Und das Schöne dabei ist, dass wir sie selber generieren können. Sie gibt uns ein Gefühl von Lebendigkeit – und Vertrauen in den Körper. Auch das Vertrauen, dass er sogar diesen letzten Schritt des Sterbens vollführen kann.

Seit zehn Jahren beraten Sie Menschen in Alters- und Pflegeheimen und in der Palliativpflege. Wie kann man sich eine derartige Beratung vorstellen?
In meinen Beratungen geht es um verschiedenste Aspekte: Ich frage zuerst oft, wie wohl sich eine Person grundsätzlich in ihrem Körper fühlt. Viele haben sich früher vielleicht geschminkt, trugen Röcke … Im Altersheim ziehen sie dann Jerseyhosen und ein T-Shirt an, weil ihnen manchmal nahegelegt wird, dass solche Kleider bequemer und für die Pflegenden praktischer sind. Sie tragen ihren Plisseerock nicht mehr, was ihr Frausein beeinflusst. Oder man legt beim Nässeschutz mehr Wert darauf, dass er günstig ist, als darauf, dass er unauffällig und der Tragekomfort gut ist. Konkret geht es aber auch darum, welche sexuellen Bedürfnisse jemand hat und wie diese erfüllt werden können. Oft werde ich erst kontaktiert, wenn das Thema Sexualität bereits schwierig geworden und das Personal damit überfordert ist. Fakt ist, dass in Altersheimen die Sexualität immer mehr zum Thema wird. 

Wie kommt das?
Langsam finden die 68er-Hippies Einzug in die Altersheime. Die Menschen, die bei der ersten sexuellen Revolution 20 oder 25 Jahre alt waren, haben heute andere Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten wollen. Viele lebten nach dem Motto «Sex, Drugs und Rock’n’Roll» und wollen das ein Stück weit auch heute noch. Altersheime sollten sich mit dem Thema Sexualität nicht nur deswegen vermehrt auseinandersetzen, sondern auch, weil es grundsätzlich ein wichtiger Aspekt des Lebens ist – unabhängig vom Alter. Unsere Gesellschaft verändert sich. Viele Transmenschen entscheiden sich beispielsweise für eine äusserliche Veränderung, aber nicht für eine komplette Geschlechtsangleichung. Es wird also Situationen geben, in denen Herr Müller eine Vulva hat und Frau Meier einen Penis. Das Personal sollte geschult sein, damit ein adäquater Umgang mit Sexualität garantiert und schwierigen Situationen oder Übergriffen vorgebeugt werden kann.

«Die 68er-Hippies haben andere Vorstellungen davon, wie sie ihr Leben gestalten wollen.»

Claudia Pesenti-Salzmann

Es gibt das Angebot von Sexualbegleitungen für Menschen mit Behinderungen. Wie sieht es mit alten Menschen aus?
Immer mehr Institutionen der Altenpflege erlauben mittlerweile Sexualbegleitungen. Allerdings bleibt bei solchen Anliegen oft die grosse Frage: Wer bezahlt, wenn Klientinnen oder Klienten sich solche Wünsche nicht leisten können? Muss das die öffentliche Hand tragen? Das Altersheim? Manche Heime unterstützen das vorbehaltlos, andere haben einen Fonds für besondere Wünsche. Wieder andere lassen die Verantwortung dafür ganz bei ihren Bewohnenden oder deren Beiständen. Ich finde es schade, wenn es am Geld scheitert. In einem Heim gab es den Fall, dass einem Herrn eine Sexualbegleitung aus finanziellen Gründen fast verwehrt wurde. Einen Ausflug in den Zoo nach Stuttgart hätte man hingegen finanziert. Es wurde argumentiert, der Bewohner sei manchmal frech und habe sich den Ausflug nicht verdient. Das fand ich absurd! Ich machte das Personal und die Verantwortlichen darauf aufmerksam, dass Sexualität ein starkes Bedürfnis dieses Mannes ist. Dass es nicht darum geht, ihn für etwas zu belohnen oder zu bestrafen, sondern dass es ein Grundbedürfnis ist, das sich dieser Mann im Altersheim, das ja sein Zuhause ist, erfüllen möchte.

Was wäre in so einem Szenario Ihrer Meinung nach der Idealfall? Wie sollte darauf reagiert werden?
Ich habe die Vision, dass der Bereich der sexuellen Gesundheit bis 2030 proaktiv in Betreuungskonzepte der Langzeitpflege integriert ist. Damit wären die Erfassung und Erfüllung von sexuellen Bedürfnissen nicht mehr abhängig von der Sensibilität einzelner Fachpersonen, sondern schlichtweg ein Teil der Betreuung. 

Bis heute ist das noch nicht der Fall. Wie reagiert die Heimleitung in solchen Fällen auf Ihre Intervention?
Dass man Sachen hinterfragt, mögen nicht alle gerne – auch wenn die Institutionen immer sensibler und offener werden. Ich handle oft als Mediatorin: zwischen Management und Pflege, zwischen Bewohnenden und Personal. Viele wissen nicht genau, was Sexualbegleitung oder Sexualassistenz ist. Man betrachtet sie leider manchmal als institutionalisierte Prostitution. Das ist falsch, wie auch die Vorstellung, dass es immer zum Geschlechtsverkehr kommt. Im Gegenteil: Viele Bewohnerinnen und Bewohner wurden vielleicht seit Jahren nicht mehr sinnlich berührt, was einer ganz anderen Berührungsqualität entspricht, als sie bei der täglichen Pflege erleben. Da kann es sie emotional schon überfordern, wenn man sie nur umarmt und streichelt. Sexualbegleitung ist sehr behutsam.

Falsche Vorstellungen halten sich also hartnäckig.
Ich erlebe es oft, dass die eigene Art, Sexualität zu leben, es vielen Betreuenden schwierig macht, sich vorzustellen, dass andere Menschen diesbezüglich andere Bedürfnisse haben könnten. Bei Schulungen, die ich mit Pflegepersonal durchführe, geht es deshalb zuerst darum, was Sexualität eigentlich ist. Dann gilt es, zu reflektieren, welches die eigenen Werte sind und warum manchmal vorschnell geurteilt wird. Das ist wichtig, denn die eigene Haltung wirkt sich auf das Handeln in der Betreuung aus. Ausserdem vermittle ich praxisbezogenes Wissen, damit die Pflegenden mehr Kommunikations- und Handlungskompetenzen erwerben.

Wie begegnen Ihnen die Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen?
Manchmal ist es ihnen anfangs etwas unangenehm, mit einer fremden Person zu sprechen. Sobald sie merken, dass ich ganz natürlich mit dem Thema umgehe, schätzen sie es, dass sich jemand für sie Zeit nimmt, dass es einen geschützten Rahmen und eine neutrale Person gibt, mit der sie über ihre Gedanken und Wünsche betreffend Sexualität sprechen können. Einer Pflegeperson, die einen vielleicht bis ans Lebensende umsorgt, von sexuellen Sehnsüchten oder erotischen Fantasien zu erzählen, kann unter Umständen problematisch werden. Es macht Sinn, eine Fachperson beizuziehen. Trotzdem sollten auch die Pflegenden Themen der Sexualität aktiv und frühzeitig ansprechen oder spätestens dann, wenn es Schwierigkeiten gibt. Da können beispielsweise bei Menschen mit Demenz komplexe Situationen entstehen.

Können Sie uns Beispiele nennen, welche intimen Themen Seniorinnen und Senioren beschäftigen?
Es gibt verschiedene Situationen, die individuelle Abklärungen brauchen: Manchmal geht es um eine Sexualbegleitung, oft handelt es sich aber um praktische  Aspekte. Etwa wenn durch eine Arthrose die Bewegungen eingeschränkt sind und eine Person sich selbst deswegen nicht mehr zufriedenstellend stimulieren kann. Sexspielzeug kann da beispielsweise eine gute Unterstützung sein. Einmal wurde ich von einem Heim kontaktiert, weil eine Bewohnerin mit Demenz nach allen Dingen auf dem Nachttisch griff, um sich damit zu stimulieren. Dabei hatte sie sich schon mit einem Kamm an der Vulva verletzt. Sie brauchte also einfach einen Gegenstand in greifbarer Nähe, mit dem sie sich nicht verletzen konnte – in diesem Fall war das ein weicher Dildo aus medizinischem Silikon. Ganz vielen wäre aber nur schon damit geholfen, wenn mehr Sinnlichkeit in den Alltag gebracht würde.

«Vielen wäre nur schon damit geholfen, wenn mehr Sinnlichkeit in den Alltag gebracht würde.»

Claudia Pesenti-Salzmann

Wie meinen Sie das?
Ich spreche davon, dass man generell mehr die Sinne anregen sollte, zum Beispiel indem man mit Licht und Düften für eine angenehme Atmosphäre sorgt. Dadurch kann eine normale Berührung intimer werden. Das bedeutet nicht erotisch und meint keinesfalls Berührungen an den gängigen erogenen Zonen, sondern einfach, dass durch Präsenz und Aufmerksamkeit die Berührung eine andere Qualität bekommt. Das wird auch von Menschen mit Demenz wahrgenommen. Meist steckt hinter sexuellen Bedürfnissen «nur» der Wunsch nach Nähe und Berührung – das sind Grundbedürfnisse. Eine Pflegeperson kann Prioritäten setzen, sich mal eine halbe Stunde ganz einer Bewohnerin oder einem Bewohner widmen, etwa eine sanfte Unterarm-Hand-Massage machen. Man kann auch Angehörige einbinden. Menschen in Spitälern und Heimen werden, salopp gesagt, von morgens bis abends berührt – jedoch im Kontext einer Hilfestellung bei täglichen Aktivitäten oder medizinischer Verrichtungen. Es macht also einen grossen Unterschied, wenn Berührungen ein wenig zelebriert werden. Es sind ja meist Kleinigkeiten, die den grossen Unterschied machen.

Wie reagiert das Pflegepersonal, das ohnehin zu wenig Zeit hat, auf solche Vorschläge? Steht das nicht in einem Widerspruch?
Nein, keinesfalls. Die Pflegenden sind grundsätzlich interessiert und erstaunt, was sie alles tun könnten. Es wäre beispielsweise eine Option, die Körperhygiene manchmal auf das Wesentliche zu reduzieren, da sich viele alte Menschen gar nicht gewohnt sind, jeden Tag von Kopf bis Fuss gewaschen oder geduscht zu werden. Für Menschen, die schwer krank sind, kann das sogar zur Tortur werden. Hier könnten Kräfte und Zeit gespart und stattdessen in eine sinnliche Berührungssession wie eine Massage investiert werden. Diese könnten die Seniorinnen und Senioren sicher sehr geniessen, wie die Pflegenden auch. Das ist wie eine kleine Oase im Pflegealltag, das weiss ich aus eigener Erfahrung. Berührung ist Kommunikation, die in die Tiefe geht – und das ganz ohne Worte.

Claudia Pesenti-Salzmann ist Pflegeexpertin MAS Palliative Care und Sexualberaterin. Sie arbeitet im Tessin und in Luzern. impulsi.ch

Beitrag vom 02.04.2022
  • Liebe Frau Zyka
    Entschuldigung für die sehr späte Antwort auf Ihren Kommentar/Ihre Frage.
    Das machen Sie gut, Ihren Intimbereich gut zu pflegen. Eine Fettsalbe ist gut und ich kenne sehr viele Frauen mit Lichen. Viele Frauen haben mit der Zeit herausgefunden, welche Creme oder Salbe ihnen gut tut. Melden Sie sich doch gerne bei mir über Mail info@impulsi.ch oder 079 655 55 67.
    Vielleicht interessiert Sie auch die Selbsthilfegruppe http://www.fiordivita.ch für Menschen, die an körperlichen und/oder psycho-emotionalen Folgen leiden durch Krankheiten oder Veränderungen an Vulva und/oder Vagina.
    Beste Grüsse
    Claudia Pesenti-Salzmann

  • Heidi Zyka sagt:

    Ihr Text resp. Ihre Antworten haben mir sehr gut gefallen und waren in einfacher Sprache gehalten. Eine Frage: Ich habe «Lichen», wie kann ich mit dem Intimbereich umgehen, ich brauche ja viel Linola Fettsalbe seit 20 Jahren. Herzlichen Dank für Ihre Antwort (ich bin 80 Jahre alt.

  • Bitte Entschuldigung Sie, Frau Ackermann-Hasler, die Anrede ging beim vorigen Kommentar aus versehen unter.
    Buonavita
    C.Pesenti-Salzmann

  • Liebe Ackermann-Hasler
    Vielen Dank für Ihren Kommentar und ihre Wertschätzung. Ich bin sehr dankbar, dass Frau Jessica Prinz, die Journalistin, dieses Thema aufgegriffen hat und ich meine Erfahrungen im Interview erzählen konnte.
    Wie Sie richtig anmerken, gibt es immer verschiedene Seiten zu beleuchten und jede Pflege-oder Betreuungssituation, egal ob im häuslichen Setting oder in einer Institution, sollte individuell betrachtet werden und braucht individuelle Lösungen.
    Ein erster ganz wichtiger Schritt auf diesem Weg ist jedoch, dass sexuelle Bedürfnisse überhaupt erfasst werden und möglichst, bevor eine Situation herausfordernd wird. Dafür setze ich mich mit Referaten, Artiklen oder Schulungen besonders ein.
    Ich wünsche Ihnen buonavita
    C.Pesenti-Salzmann

  • Liebe Frau Vogel-Tarnutzer
    Vielen Dank für Ihre wertschätzenden Worten zu meiner Arbeit und JA, ich wünsche mir für Sie auch von Herzen, dass Sie wieder einem Menschen begegnen, mit dem Sie Liebe, Nähe und all das, was Sie sich wünschen, teilen können.
    Ich verstehe, dass Ihnen Berührung und Sinnlichkeit fehlt. Wäre es eine mögliche Option für Sie, dass Sie sich von einer_einem Berührungskünstler_in in die Welt der Sinnlichkeit entführen lassen?
    Wenn ja, dann schreiben Sie mir gerne privat. info@impulsi.ch
    Buonavita
    C.Pesenti-Salzmann

  • Vielen Dank, Frau Mendler, für Ihren Kommentar.
    Ich bin Frau Jessica Prinz, der Journalistin, sehr dankbar, dass sie das Thema ‹Sexualität im Alter› aufgegriffen hat, um diesem Bedürfnis Raum und Stimme zu geben. Und ich bin auch dankbar, dass ich angesprochen wurde. Dieses Thema ist mir seit Jahren sehr wichtig und nach mehr als 10 Jahren freue ich mich auch, dass o langsam immer mehr Türen aufgehen. Also, dran bleiben und manchmal ist halt ‹Schweigen nicht Gold›, sondern das darüber Kommunizieren ist goldwert.
    Buonavita
    C.Pesenti-Salzmann

  • Liebe Frau Pesenti
    was Sie machen finde ich ganz wunderbar. Ich bin nun 76 Jahre alt und hoffe, dass sich in Sachen Sinnlichkeit noch Einiges ändern wird bis ich im Altersheim ankomme. Ich merke sehr wohl, wie mir heute schon Nähe und Berührtwerden sehr fehlen, da ich mich vor ein paar Monaten von meiner grossen Altersliebe trennte. Meine Kinder trösten mich nun damit: » Mami, du wirst ganz bestimmt nochmals einer grossen Liebe begegnen, vielleicht sogar im Alters- und Pflegeheim»

  • Elisabeth Ackermann-Hasler sagt:

    Ich finde diesen Artikel bemerkenswert! Sensibilisierung wird weit gefasst, sowohl für Betreute, wie für das (Fach)-Personal. Ich kenne die Diskussion von Institutionen für Menschen mit Beeinträchtigung. Das Feld ist weit, für alle Beteiligten. Die Situationen müssen immer wieder diskutiert und beobachtet werden. Im Pflege- und Betreuungsbereich kommen immer neue Aufgaben dazu und die Frage steht im Raum, wo bleibt die Zeit der «Zuwendung»!

  • Mendler Agnes sagt:

    Der Artikel gefällt mir. Bin aber bereits Abonnent der Zeitlupe.

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