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Im Minimum ein Blättli drum

Das Einwickeln ist dem Menschen in die Wiege gelegt worden –auch das kulinarische. Kabis ist das Wickelkraut par excellence. Probieren Sies aus. 

Von Asien bis in die Zentralschweiz gibt es keine traditionelle Küche, in der Nahrungsmittel nicht irgendwie umhüllt werden. Ukrainerinnen tun es, Saarländer tun es, Mallorquinerinnen tun es, Piemonteser tun es, Rumäninnen tun es. Golubtsi oder Lahana Dolmasi oder Caponnet oder Kappesrelljer oder Sarmale kann dabei herauskommen. Oder naheliegender Kohlroulade, Krautwickel oder Chabisbünteli.

Und was sich da so in den akkurat verschnürten, sauber gefalteten oder mit Zahnstocher zusammengepieksten Kohlblättern befindet, ist manchmal recht abenteuerlich: Vom ganzen Schweinsrippchen bis zum Schweinsohr, vom Fisch bis zum Hirsch kann man so ziemlich alles, was einst kreuchte und fleuchte, hineinlegen. Und das aus gutem Grund: Das Garen in Blättern gehört nicht nur zu den ältesten, sondern auch zu den schonendsten Methoden, ein erbeutetes Tier in eine für den menschlichen Gaumen wohlschmeckende Form zu bringen. Was die einen in ihre Bananenblätter einwickeln, das umhüllen die andern mit ihren Kohlblättern. 

So ist das halt mit dem Klima. Im hiesigen wächst der Chabis nun einmal weit besser als die Bananenpalme. Ausserdem ist Weisskabis nicht nur ein preisgünstiges, sondern auch ein umweltfreundliches Gemüse: Wir sind praktisch Selbstversorger, was den Kohl angeht. Und das erst noch im Freilandanbau.

Ursprünglich war er ein robuster Geselle aus den Küstengegenden Mittel- und Nordeuropas. Und er ist eines der ältesten von Menschen kultivierten Gemüse. Die alten Griechen sollen ihn in rauen Mengen verspeist haben – wussten sie bereits, dass er ein höchstklassiger Vitaminspender ist und der Orange Konkurrenz macht? Bei den alten Römern war Kohl ebenso trendig. Er wurde in extravaganten Formen und Farben gezüchtet. Momentan ist er wieder richtig angesagt. Seit die gute alte Küche salonfähig geworden ist, darf der Weisskabis seine guten Seiten zeigen. Schon erstaunlich, was dieser pralle, helle Kopf schon so alles durchlebt hat. Und dabei sich selber immer treu geblieben ist.         

So wirkt Weisskabis

  • Allergien
    Eine Nahrungsmittelallergie auf Weisskabis (auch Weisskohl oder Weisskraut genannt) ist selten. Wer jedoch bereits einen Vertreter derselben Pflanzenfamilie (Kreuzblütler) – zum Beispiel Senf, Blumenkohl, Broccoli, Brunnenkresse, Kohlrabi, Meerrettich, Radieschen, Rettich, Rosenkohl, Rotkohl, Raps – reagiert, sollte beim Genuss von Weisskabis vorsichtig sein.
  • Cholesterin
    Weisskohl enthält kein Cholesterin. Darüber hinaus hilft er, den Cholesterinspiegel zu senken. Zudem beugt das in ihm enthaltene Vitamin E sogenannten Plaques vor, welche bei Menschen mit zu hohen Blutfettwerten die Gefässe zu verstopfen drohen.
  • Diabetes
    Weisskabis enthält nur geringe Mengen an Kohlenhydraten, was ihn ideal für Diabetiker macht.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
    Personen, die an Bluthochdruck oder Arteriosklerose leiden, sollten häufig Weisskohl essen, weil sich dessen hoher Kaliumgehalt günstig auf die beiden Erkrankungen auswirkt. Weiter enthält er grosse Mengen von Carotinoiden – das sind Antioxidantien, die den schädlichen Freien Radikalen den Garaus machen und auf diese Weise das Herzinfarkt-Risiko senken.
  • Übergewicht
    Weisskohl ist kalorienarm, dick wird durch ihn also niemand. Zudem ist er ein gutes «Gegenmittel» bei Vitamin-C-Mangel, weil 100 Gramm Weisskohl so viel Vitamin C enthalten wie ein ganzes Glas Orangensaft.
  • Verdauung
    Dieses Gemüse regt zwar den Stoffwechsel an, doch wie alle Kohlsorten gilt auch Weisskabis als schwer verdaulich, weil er häufig Blähungen auslöst. Zur Entschärfung des Problems kann man bei der Zubereitung Kümmel hinzugeben. Es gibt dabei allerdings keine Garantie, dass der Trick auch wirklich funktioniert.
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