Leben mit dem Tod

Michèle Bowley ist schwer krebskrank. In ihrem Videobeitrag «Hallo und Tschüss» fasst sie ihre Erfahrungen mit der Diagnose und dem Umgang mit dem nahen Tod eindrucksvoll zusammen – um andere Menschen damit zu inspirieren.

Anfang 2021 erhielt die Basler Psychologin Michèle Bowley die Schreckens-Diagnose: Hirnmetastasen, inoperabel. Überlebens-Prognose drei bis sechs Monate. Für sie brach damit keine Welt zusammen, für sie beginnt stattdessen eine neue Ära. Keine Zweifel, keine Angst, keine Trauer. Wie sie rückblickend bilanziert, wurde sie damals von einer unglaublichen Energie ergriffen: Sie wollte noch einmal Menschen inspirieren, ihre Erfahrungen mit der Krankheit teilen. Und dann loslassen. Sterben.  

Zwar hat ihr das Leben weit mehr Zeit gelassen, als ursprünglich gedacht. Der Krebs stagnierte, schrumpfte sogar. Ihre Mission will sie aber weiterverfolgen und möglichst offen und gelassen über das befristete Leben, das Sterben und den Tod sprechen.  

Hallo und Tschüss

Zusammen mit Filmemacher Florian Bitterlin hat die heute 56-Jährige ihre Erfahrungen dazu in einem Film festgehalten. Darin erörtert sie die wichtigsten Fragen, die sich mit Blick auf unheilbare Krankheiten stellen: Was ist am Tag der Diagnose zu tun? Mit wem und wie soll man die Hiobsbotschaft teilen? Was gilt es zu organisieren, was zu klären? Michèle Bowley erläutert die wichtigsten Schritte der scheinbaren Tragödie durchaus ernsthaft, verleiht ihnen aber durch ihren Humor eine beeindruckende Leichtigkeit. «Ich will schwerkranke Menschen dazu animieren, sich bewusst ihrem Schicksal zu stellen und die Restzeit möglichst erfüllt zu nutzen», sagt sie. Der Titel des Werkes heisst sinnigerweise: «Hallo und tschüss.» Hier können Sie den 10-minütigen Film sehen: 

Beitrag vom 16.08.2022

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