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Von Mann zu Mann

Prostatakrebs wird allzu oft totgeschwiegen. Eine Selbsthilfegruppe in St. Gallen will das Tabu brechen – und betroffenen Männern einen Austausch auf Augenhöhe bieten.

Jedes Jahr erkranken in der Schweiz rund 6300 Männer an Prostatakrebs – damit ist Prostatakrebs die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Männern. Noch immer sterben 1300 Betroffene daran. Würde die Krankheit frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, könnte sie gestoppt werden, ohne dass die Männer grosse Einschränkungen hinnehmen müssen. Und selbst wenn die Erkrankung fortgeschritten ist, kennt die moderne Medizin mittlerweile taugliche Therapien, um den Verlauf zu verlangsamen und die Lebensqualität möglichst lange zu erhalten.

In der Öffentlichkeit wird das Thema jedoch (zu) oft tabuisiert. Insbesondere Männer schweigen sich darüber aus und verdrängen jeglichen Gedanken daran. Nach einer entsprechenden Diagnose fühlen sie sich entsprechend allein gelassen. Dabei wäre ein Austausch mit anderen Betroffenen dringlich und hilfreich: deren Erfahrungen könnten helfen, die vielen Entscheidungen anzugehen, die sich nach dem Befund stellen. Auch Männer, die schon länger mit dieser Krankheit leben, vermissen oft den Austausch mit anderen Betroffenen. Denn diese wissen aus eigener Erfahrung, welche Folgen sich daraus fürs Leben ergeben – ein Blickwinkel, den die Ärzteschaft nur bedingt bieten kann.

Aus der Isolation treten

Seit vier Jahren treffen sich in St. Gallen Männer zum Austausch, die selbst von Prostatakrebs betroffen sind. Sie wollen aus der Isolation heraustreten. Unter dem Dach der «Selbsthilfe St. Gallen und Appenzell» treffen sie sich rund sechs Mal pro Jahr und teilen ihr Wissen über die Krankheit. Zu den Treffen werden überdies immer wieder Experten und Expertinnen eingeladen, etwa von der Krebsliga oder aus der Medizin. Vor allem aber werden persönliche Befindlichkeiten diskutiert. Jeder Teilnehmer entscheidet selbst, wie weit er sich öffnen will.

Sie Selbsthilfegruppe setzt sich dafür ein, dass das Thema schweizweit stärker und offener diskutiert wird – so wie Brustkrebs bei Frauen. Deshalb haben die Verantwortlichen nun eine Homepage eingerichtet, auf der sie betroffenen Männern schnell und niederschwellig Unterstützung bieten wollen. Mehr Infos zur Gruppe und ihrem Angebot finden Sie auf www.prostatakrebs-sg.ch

  • Haben Sie auch Erfahrung mit Selbsthilfegruppen? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar dazu. Merci im Voraus.

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