© iStock

Hilfe, Pickel im Mund!

Schmerzhafte Aphthen im Mund vergällen einem die Freude am Essen. Sie treten vermehrt dann auf, wenn das Immunsystem angeschlagen ist. Mit Pflanzenkraft in der Ernährung und Behandlung wird man sie wieder los.

Warum leiden manche Menschen vermehrt unter Aphthen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch Aphthen bekommen, da die Auslöser für die entzündlichen Schleimhautveränderungen sehr vielfältig sind. Zu den Risikogruppen gehören allerdings Personen mit erhöhter chronischer Stressbelastung, was oft auch mit einem geschwächten Immunsystem einhergeht. Kinder und ältere Menschen sind offenbar weniger von Aphthen betroffen. Auch Männer trifft es seltener als Frauen.

Werden Aphthen durch Viren verursacht?

Ob bestimmte Viren oder Bakterien Aphthen verursachen, ist noch nicht geklärt. Lebensmittelzusatzstoffe wie Farbstoffe und Konservierungsmittel sowie gewisse Lebensmittel wie Nüsse, Schokolade, Käse, saure Tomaten und Zitrusfrüchte können die Aphthenbildung provozieren. Sie bewirken, dass mehr Histamin ausgeschüttet wird oder liefern selbst hohe Mengen davon. Treten in diesem Zustand kleine Verletzungen der Mundschleimhaut auf, etwa durch scharfkantige Lebensmittel wie Chips oder Knäckebrot, so können sie nicht richtig abheilen, und es entstehen Aphthen.

Wie kann man vorbeugen?

Vorbeugend sollte die Darmgesundheit und damit die Ernährung im Mittelpunkt stehen: eine pflanzenbasierte Kost mit reifen, regionalen Gemüsen und Früchten sowie Schleimstoffen wie Leinsamen, Chiasamen und Hafer. Gewürze und Kräuter wie Kurkuma, Zimt, Kardamom, Ingwer, Kreuzkümmel, Oregano und Basilikum sollten jede Mahlzeit begleiten. Sie wirken wärmend und antiviral, antibakteriell, entzündungshemmend. Dazu regelmässig hochwertiges Leinöl, Hanföl, Rapsöl, Walnussöl benutzen. Die Fettsäuren dieser Öle wirken einerseits entzündungshemmend, und andererseits stärken sie die Flexibilität der Zellwände, sodass wunde Stellen gar nicht auftreten.

Was lässt sich gegen Aphthen tun?

Die Versorgung mit dem ganzen Vitamin-B-Komplex ist wichtig. Insbesondere ein Mangel an Vitamin B12 und Folsäure kann zu wiederkehrenden Aphthen führen. Bei Zinkmangel und tiefen Ferritinwerten sollte man zur Unterstützung des Immunsystems diese Mineralstoffe zuführen. Auch Vitamin C kann über einen gewissen Zeitraum höher dosiert eingenommen werden. Milchsäurebakterien können den Schweregrad mildern und das Wiederauftreten von Aphthen verhindern. «Histamin-Bomben» wie etwa reifer Käse, Konserven, Fertigprodukte, Essig, Sojasauce, geräucherte und gepökelte Lebensmittel, Zitrusfrüchte, Meeresfrüchte, Kakao, Tomaten, Kuhmilch, Kaffee, Schwarztee und Alkohol meidet man besser.

Es gibt viele Hausmittel – welches ist das beste?

Es gibt tatsächlich einige Hausmittel, die den Verlauf von Aphthen mildern können. Ein Klassiker ist hier die Kamille. Mit einer Tinktur mehrmals täglich den Mund spülen oder kalt gezogen in Wasser trinken. Statt zu Kaffee und Schwarztee sollte man zu Grüntee greifen. Er unterstützt das Abheilen der entzündeten Schleimhäute. Mit einem in Teebaumöl getränkten Wattestäbchen die entzündeten Stellen abtupfen, den Mund spülen und ausspucken. Das Gleiche geht offenbar auch mit Aloe-Vera-Pflanzen-Saft. Und noch ein Tipp: Zitronensaft mit etwas Honig und Kurkuma mischen und auf die Aphthe auftragen, das wirkt entzündungshemmend und fördert die Wundheilung.

Beitrag vom 16.01.2020
Das könnte sie auch interessieren

Gesundheit

Umgang mit Hitze

Hitze kann bei Seniorinnen und Senioren zu gravierenden gesundheitlichen Problemen führen. Pro Senectute hat Informationen und Tipps zusammengestellt, wie man sich am besten schützt.

Gesundheit

Gesunder Allrounder

Hafer schmeckt nicht nur hervorragend, das Getreide ist darüber hinaus enorm gesund ‒ insbesondere im Zusammenspiel mit Milchprodukten.

Gesundheit

Wohltuende Würze für die Füsse

Rosmarin, Kamille, Senfmehl: Die Zusätze von Fussbädern können kleine Wunder bewirken. Eine Übersicht der populärsten Beigaben und wie man diese richtig einsetzt.

Gesundheit

Gestärkt durch den Winter

Das Universitätsspital Zürich gibt Tipps, wie das Immunsystem optimal arbeiten kann: Indem man Faktoren beseitigt, die ihm nicht gut tun.