© shutterstock

Süss wie die Nacht

Der Volksmund nennt sie schlicht schwarze Schoggi, die Fachleute versuchens mit zartbitter oder edelbitter. So oder so: Diese nachtdunkle Verführerin ist in jedem Fall ein angesagter Genuss.

Die Schweiz ist das Land mit dem höchsten Schoggikonsum pro Kopf weltweit. Insbesonders schwarze Schokolade hat bei uns in den letzten Jahren eine Karriere hingelegt, die jedem Banker gut anstehen würde. Ausgerechnet im Lande der Milchschokolade (Wer hats erfunden? Eben!) wurde die herbe Edle in den letzten Jahren zum Synonym für Savoir-vivre schlechthin und Spitzenköche verwenden sie heute gerne auch als Gewürz. Schokoladedegustationen sind so beliebt wie Weinverkostungen, und dass Bitterschokolade geradezu perfekt zu gewissen Weinen passen kann, wird heute sogar in Sensorikseminaren gelehrt.

Aficionados schwelgen in Bitterschokoladen mit einem Kakaoanteil von sechzig bis hin zu neunzig Prozent. Je höher der Kakaoanteil der Bitterschokolade, desto herber und weniger süss ist sie. Criollo, Trinitario, Forastero heissen die Bohnen, man kann darüber philosophieren wie über Traubensorten. 600 verschiedene Aromen hat die Forschung mittlerweile in der Schokolade entdeckt. 

Wegbereiter des schwarzbitteren Genusses ist die Firma Felchlin in Ibach bei Schwyz. Sie nennt sich selber «die kleinste Schweizer Schokoladenproduzentin, die von der Kakaobohne bis zur fertigen Schokolade alles selber macht», und setzt auf Qualität, nicht Quantität. Auch das ist wie bei einem guten Wein. Nur eins ist bei der Bitterschokolade anders: Man muss sie nicht lange reifen lassen. Sofort geniessen!

So wirkt schwarze Schokolade

  • Allergien
    Die Inhaltsstoffe von Kakao lösen nur sehr selten Allergien aus. Anders sieht es mit den Zutaten von Schokolade aus. Häufigste Allergene sind Nüsse, Sojalecithin und Milchbestandteile bei Milchschokolade.
  • Cholesterin
    Studien haben ergeben, dass dunkle Schokolade nicht nur das schädliche LDL-Cholesterin im Blut senkt, sondern auch das gute, schützende HDL-Cholesterin erhöht, das für den Transport über-schüssigen Cholesterins aus den Arterienwänden zur Leber sorgt. Dunkle Schokolade enthält kein Cholesterin, aber viel Fett, etwa 30 g pro 100 g Schokolade.
  • Diabetes
    Grundsätzlich ist der Verzehr von Schokolade für Zuckerkranke problematisch. Wer nicht ganz auf die süsse Versuchung ver-zichten will, sollte sich für Sorten mit hohem Kakaoanteil entscheiden oder Diabetikerschokolade geniessen.
  • Herz-Kreislauf-Krankheiten
    Studien zeigen, dass regelmässiger Kon-sum von schwarzer Schokolade das Risiko eines Herzinfarktes senkt und dass die antioxidativen Flavonoide in schwarzer Schokolade mit hohem Kakaoanteil den Risikofaktoren für Arteriosklerose, Schlaganfall und Herzinfarkt entgegenwirken, indem sie beispielsweise den Blutdruck niedrig halten. Auch bei der Entstehung von Krebs hat dunkle Schokolade einen positiven respektive schützenden Effekt.
  • Übergewicht
    Obwohl dunkle Schokolade gesundheitsfördernde Eigenschaften aufweist, enthält sie so viele Kalorien wie Vollmilchschokolade und zum Teil sogar mehr Fett, dafür weniger Zucker. Wenn schon Schokolade, dann also lieber die dunkle Variante und nur in kleinen Mengen. Eine Tafel Schokolade enthält etwa 500 Kalorien, ungefähr ein Viertel des Tagesenergiebedarfs.
  • Verdauung
    Wer übermässig viel dunkle Schoggi isst, kann sich eine Verstopfung einhandeln. Bei normaler, ausgewogener Ernährung beeinträchtigen ein oder zwei Stückchen die Verdauung jedoch nicht.
Beitrag vom 10.01.2021
Das könnte sie auch interessieren

Essen

Hörnli-Gratin mit Kürbis

Der Magen knurrt und Sie sind etwas unter Zeitdruck? Dann versuchen Sie es doch mit dem herbstlichen Pastagericht aus dem Ofen. Der Gratin nach dem Rezept von Kochbuchautorin Nadja Zimmermann ist schnell zubereitet und schmeckt herrlich.

Essen

Fusilli mit Kohlrabi und Marroni an Mascarpone-Mohn-Sauce

Haben Sie schon einmal Kohlrabi und Marroni in einem Gericht vereint? Wenn nicht, dann sollten Sie das Rezept von Food-Bloggerin Nadja Zimmermann ausprobieren. Es lohnt sich.

Essen

Tagliatelle mit Auberginen und Pfifferlingen

Pilze sind sehr schmackhaft, wenn man sie brät. Erfolgsautorin Meret Bisseregger verrät, wie man daraus ein tolles Pastagericht zubereitet und worauf man beim Braten achten muss.

Essen

Kefensalat mit Sojasauce und Rahm

Kefen haben einen hohen Faseranteil. Wer sich ballaststoffreich ernähren möchte, sollte deshalb nicht auf sie verzichten. Etwa mit dem feinen Salat von Erfolgsautorin Meret Bissegger.