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Das hilft gegen Zecken

Die Zeckensaison dauert in der Schweiz von März bis Oktober. Die spinnenartigen Tiere sitzen in Gräsern und Büschen und können unsere Katzen und Hunde befallen. Tierärztin Mirjam Kündig weiss, was man dagegen unternehmen kann.

Warum sind Zecken gefährlich?

Zecken stechen und saugen sich mit dem Blut von Katzen und Hunden voll. Nach ungefähr 24 bis 36 Stunden sind sie satt und lassen sich fallen. Beim Blutsaugen können sie Parasiten, Bakterien und Viren übertragen, welche für unsere Vierbeiner gefährlich werden können. Ein Zeckenbiss kann auch zu einer Hautentzündung führen, die mit Medikamenten behandelt werden muss. Wenn unsere Haustiere Zecken heimbringen, birgt dies zudem auch ein Risiko für uns Menschen.

Zeckenschutz bei Katzen

Für Katzen gibt es grundsätzlich folgende Möglichkeiten eines Zeckenschutzes: Zeckenhalsbänder, Spot-on-Präparate (Lösung zum Auftragen) und Tabletten. Die meisten Präparate behandeln nebst einem Zeckenbefall auch Flöhe und zum Teil auch Milben. Katzen haben Halsbänder oft nicht gern und reissen es sich ab. Daher empfehle ich, bei Katzen Spot-on-Präparate oder Tabletten anzuwenden. Spot-on-Präparate beinhalten eine Flüssigkeit, die auf die Haut im Nacken der Katze aufgetragen wird. Es gibt solche, die 3 Monate vor einem Zeckenbefall schützen. Auch Tabletten gegen Zecken sind einfach anzuwenden. Diese können den Büsis monatlich verabreicht werden.

Zeckenschutz bei Hunden

Auch Hunde sollten vorbeugend gegen einen Zeckenbefall behandelt werden, um Krankheiten vorzubeugen. Sowohl Halsbänder als auch Tabletten oder Spot-on-Präparate sind beim Hund einfach anzuwenden. Bei Rassen mit dichtem oder langem Fell kann die Wirkung der Zeckenhalsbänder oder der Spot-on-Präparate etwas eingeschränkt sein.

Tabletten sind meiner Meinung nach der zuverlässigste Zeckenschutz. Der Nachteil der Tabletten oder Spot-on- Präparate ist jedoch, dass der Wirkstoff nach Verabreichung für einen Monat im Körper wirkt. Ein Zeckenhalsband hingegen kann jederzeit wieder abgezogen werden, sollte es vom Vierbeiner nicht gut vertragen werden.

Nebenwirkungen von Zeckenschutzmitteln

Halsbänder und Spot-on-Präparate können lokal zu Juckreiz, Hautrötungen und Haarverlust führen. Zudem können sehr selten leichte und vorübergehende Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Zittern, verminderter Appetit, Speicheln, Erbrechen oder Durchfall auftreten. Zeckenhalsbänder sollten regelmässig überprüft werden, ob sie nicht zu eng um den Hals liegen, und von den Tierbesitzern nicht berührt werden. Vor allem mit Kindern ist Vorsicht geboten. Die Vierbeiner sollten auch nicht im gleichen Bett schlafen, solange sie ein Zeckenhalsband tragen.

Die gleichen Vorsichtsmassnahmen gelten auch für Spot-on-Präparate bis 48 Stunden nach Auftragen der Flüssigkeit. Halsbänder und Spot-on-Präparate sollten nicht ins Wasser gelangen, da der Wirkstoff für Fische und andere im Wasser lebenden Organismen giftig ist. Bei Hunden sollte man das Zeckenhalsband vor dem Baden entfernen. Tabletten können in sehr seltenen Fällen zu Erbrechen und Durchfall sowie zu Teilnahmslosigkeit und Appetitverlust führen. Die Nebenwirkungen gehen meist rasch und ohne Behandlung vorbei.

Empfehlung zum Zeckenschutz

Alle Präparate können geringe Nebenwirkungen aufweisen, die in der Regel mild sind und schnell abklingen. Sie sollten individuell auf das Tier, die Lebenssituation des Tierhalters und das Risiko eines Zeckenbefalls abgestimmt werden.

Tabletten gegen Zecken haben den Vorteil, dass weder das Tier, die Tierhalterin, Kinder oder Lebewesen im Wasser mit dem Wirkstoff in Kontakt kommen. Zudem bieten sie einen zuverlässigen Schutz gegen Zecken.

Beitrag vom 07.03.2022

Mirjam Kündig ist Tierärztin in Küsnacht,
Telefon 044 912 04 04
tierarztpraxiskuesnacht.ch
© Sonja Ruckstuhl

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