© iStock

Soll ich Wasser sparen?

Bei Trockenheit sollte man haushälterisch mit Wasser umgehen. Viel wichtiger wäre aber, beim Warmwasser zu sparen.

Text: Matthias Plüss

Im Normalfall ist es nicht nötig, auf Teufel komm raus Wasser zu sparen. Mit ihren Grundwasserströmen, Gletschern, Flüssen und Seen ist die Schweiz ein wasserreiches Land. Der Umwelt-Fussabdruck von kaltem Hahnenwasser ist überdies sehr klein. Natürlich soll man Wasser nicht unnötig verschwenden. Aber einzelne Deziliter einsparen, bringt nicht viel.

Die Situation verändert sich aber. Schon heute regnet es im Sommer weniger als früher, und mit dem Fortschreiten des Klimawandels wird es immer häufiger schwere Dürren geben. In Zeiten akuter Trockenheit sollten Sie den Swimmingpool nicht füllen, den Rasen nicht sprengen, nur mit Regenwasser giessen und das Auto nicht waschen. Ausserdem empfiehlt es sich, generell auf Lebensmittel aus Gebieten mit dramatischem Wassermangel zu verzichten. Das sind etwa Tomaten, Erdbeeren und Mangos aus Spanien, Mandeln und Pistazien aus Kalifornien oder Avocados aus Chile.

Warmwasser gezielt verwenden

Viel relevanter aber ist, wie Sie mit Warmwasser umgehen. Dies gilt insbesondere dann, wenn dieses mit Gas oder Öl produziert wird. Zwei Zahlen dazu: In Warmwasser steckt 150 Mal so viel Energie wie in Kaltwasser. Und: In einem durchschnittlichen Haushalt gehen 20 Prozent der Energie für das Warmwasser drauf. Hier lässt sich also gehörig sparen. Drei Tipps dazu:

  • Duschen Sie, statt zu baden. Ein Vollbad verbraucht etwa dreimal so viel Wasser wie eine Dusche. Falls Sie trotzdem baden: Lassen Sie das Badewasser im Winter ein paar Stunden stehen, bevor Sie es ablassen – so kann es seine Energie an die Luft abgeben.
  • Benutzen Sie auch die Dusche nicht allzu oft: Es muss nicht täglich sein. Drei Minuten duschen
    verbraucht so viel Energie wie zehn Stunden fernsehen. Montieren Sie eine Sparbrause, das halbiert den Wasserverbrauch.
  • Stellen Sie alle Wasserhähne im Haushalt auf kalt. Drehen Sie den Hebel (im Normalfall) also ganz nach rechts. Steht der Hebel in der Mitte, so wird bei jedem Gebrauch ein wenig Warmwasser aus dem Boiler gezogen. Das dann meist nutzlos in der Leitung erkaltet.
Beitrag vom 15.05.2025
Mathias Plüss

Umweltjournalist und Buchautor («Weniger ist weniger»).
© Anita Affentranger

  • Lisbeth Locher sagt:

    Guten Tag liebe «Zeitlupe»-Redaktion, im angefügten Text bin ich der Meinung, dass der Wasserhahnen für kalt nach rechts gedreht werden soll. D.h. als Sanitär vielleicht nach links?
    En schöne Tag
    Lisbeth Locher
    ————————————————————————–
    Stellen Sie alle Wasserhähne im Haushalt auf kalt. Drehen Sie den Hebel (im Normalfall) also ganz nach links. Steht der Hebel in der Mitte, so wird bei jedem Gebrauch ein wenig Warmwasser aus dem Boiler gezogen. Das dann meist nutzlos in der Leitung erkaltet.

    • Anja Fliege sagt:

      Sie haben Recht, im Umwelt-Ratgeber hat sich ein Fehler eingeschlichen:
      Das Kaltwasser befindet sich bei den meisten Wasserhähnen rechts. Um Warmwasser zu sparen, drehen Sie den Hebel also ganz nach rechts, nicht nach links.
      Wir werden das im Text korrigieren.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert