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Krafttraining hilft auch dem Gehirn

Wussten Sie, dass regelmässiges Krafttraining die kognitive Leistungsfähigkeit im Alter erhöht und das Risiko für Demenz reduziert?

Mit zunehmendem Alter verliert unser Gehirn an Volumen, insbesondere in Arealen wie dem Hippocampus, der für das Gedächtnis und das Lernen wichtig ist. Wie also können wir gegen diese Volumenreduktion ankommen? Einerseits, indem wir täglich Neues lernen und so unseren Hippocampus aktiv halten. Doch der Hippocampus wird auch durch andere Aktivitäten stimuliert: Krafttraining erhöht die Ausschüttung von BDNF (Brain-Derived Neurotrophic Factor), das die Bildung neuer Nervenzellen und Synapsen unterstützt.

Neben der Geburt neuer Nervenzellen (Neurogenese) verbessert Krafttraining auch die Durchblutung des Gehirns. Muskeln setzen während der Aktivität überdies Myokine (Botenstoffe) frei, die entzündungshemmend wirken. Somit wirkt Muskeltraining neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer entgegen.

Teil des Schutzschildes

Studien zeigen, dass uns Muskelkraft zu mehr hormoneller Balance, grauer Substanz im Gehirn und kognitiver Gesundheit verhilft. Diese Effekte können sogar schon nach sechs Wochen mit wöchentlich zwei Mal Krafttraining nachgewiesen werden. Das ist speziell wichtig für Frauen, die im Leben mit einigen hormonellen Veränderungen klarkommen müssen.

Muskelaktivität stimuliert die Produktion von Wachstumshormonen und Testosteron, die u.a. wichtig für die mentale Energie sind. Sie unterstützt den Erhalt von Muskelmasse auch nach der Menopause mit dem veränderten Hormonspiegel. Sie senkt das Stresshormon Cortisol, was sich positiv auf Stimmung und Zyklusregulation auswirkt. Muskeln sind zudem die Hauptspeicher und -verbraucher von Glukose. Eine gute Muskelmasse hilft, den Blutzuckerspiegel zu stabilisieren, wodurch das Risiko für Insulinresistenz und damit für kognitive Beeinträchtigungen gesenkt wird.

Täglich trainieren

Es gibt viele Möglichkeiten, die Muskeln zu trainieren. Indem man zum Beispiel die Enkelkinder «herumschwingt» oder schwere Einkaufstaschen trägt. Oder indem man Hanteln im Wohnzimmer deponiert, um beim Fernsehen ein paar Kraftübungen zu machen. Für Übungen können Sie auch einfach Ihr eigenes Körpergewicht nutzen. Und wenn Sie dabei ins Schnaufen und Schwitzen kommen, denken Sie daran: Mit der Muskelkraft bauen Sie gleichzeitig graue Substanz im Gehirn auf und stärken Ihren Hippocampus, der Sie mit einer besseren Lernfähigkeit belohnt.

Dafür lohnen sich ein paar Schweisstropfen allemal, oder?


Beitrag vom 13.03.2025
Dr. Barbara Studer

Neurowissenschaftlerin, Autorin und CEO von hirncoach.ch, das ganzheitliche Gehirntraining

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