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Die vielseitige Beere

Die Papaya ist nicht die strahlendste Schönheit im Früchteregal, aber ihre inneren Werte und ihre vielfältige Verwendung machen sie zur besten Verbündeten für unsere Gesundheit.

Text: Anita Lehmeier

Neben der royalen Ananas mit ihrer grünen Krone, der elegant geschwungenen Banane oder den leuchtend grell-orangen Persimonen im Hochglanzkleid tritt die Papaya mit ihrer mattgelben Haut und der gedrungenen Figur doch sehr bescheiden auf. Sie lockt auch nicht nach verführerischem Parfum wie reife Zitrusfrüchte: ihre ledrige Haut riecht nach gar nichts.

Understatement, das sie überhaupt nicht nötig hat – im Gegenteil. Die Arawak-Indianer Südamerikas, die der tropischen Pflanze die Bezeichnung «Baum der Gesundheit» gaben, haben ihre inneren Werte offensichtlich schon immer erkannt und hoch geschätzt. Noch euphorischer gab sich Kolumbus: Er nannte die Papaya vollmundig «Frucht der Engel». Dabei konnte der Weltentdecker noch gar nicht wissen, wie viel Wohltuendes in der Papaya steckt. Das hat erst die moderne Wissenschaft herausgefunden.

Wertvolle Vorzüge

So regt das eiweissspaltende Enzym Papain die Verdauung an und beugt Blähungen und Darmparasiten vor. Papayas enthalten zudem vergleichsweise wenig Fruchtzucker, kaum Kohlenhydrate und null Fett, was ihr den Ruf als Schlankmacherin einträgt. Dafür wartet sie mit all den Inhaltsstoffen auf, die unser Körper braucht: Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Eisen, Magnesium, Zink sowie beachtlich viel Ballaststoffe. Ausserdem Antioxydanzien, sogenannte Radikalenfänger, die dem Gehirn und dem Herzen beim reibungslosen Funktionieren helfen. Sie ist darüber hinaus reich an Vitamin A – die vielseitige vielseitige Beere für Augen und Haut, und als Vitamin-C-Lieferantin lässt sie sogar Orangen alt aussehen: 100 Gramm Papaya liefern 80 Milligramm des wertvollen Vitamins, von dem wir täglich 100 Milligramm brauchen. Was Kolumbus poetisch umschrieb, nennt sich heute neudeutsch Superfood.

Der grösste Teil des nützlichen Papains und der anderen Inhaltsstoffe steckt übrigens in den schwarzen Kernen reifer Papayas. Die sollte man also keinesfalls wegwerfen, sondern waschen, dann mit einem Küchentuch abreiben, um die dünnen Häutchen zu entfernen, und sie anschliessend an der Sonne oder im Backofen trocknen. Gemahlen sind sie dank ihrer aromatischen Schärfe ein feiner Pfefferersatz oder mitgekocht ein idealer Weichmacher für Fleisch. Und sie erledigen beim Kauen Mundgeruch zuverlässiger als Kaugummi oder Kräuterpastillen.

Keine Frucht, sondern eine Beere

So optisch unauffällig sich die Papaya im Früchteregal gibt und so unbemerkt sie unserem Organismus im Verborgenen viel Gutes tut – in Sachen Geschmack trumpft sie dann durchaus auf. In ihrer unreifen grünen Form schmeckt das weisse bis hellgrüne Fruchtfleisch – roh wie Gemüse zubereitet – herb säuerlich bis bitter. Fein geraspelt oder gemörsert und scharf gewürzt findet man Green Papaya Salad in ganz Südostasien als «Som Tam» auf dem Speiseplan.

Schön ausgereift, wie die Exotin hierzulande angeboten wird, ist das Fruchtfleisch hellorange und schmeckt saftig süss, mild und wie ein Mix aus Aprikose und Melone. Das macht sie zur idealen Zutat für Cremen, Fruchtsalate, Müesli, Chutneys oder Smoothies. Mit einem Tropfen Zitrone lässt sich das Aroma mysteriöserweise noch verstärken. Am besten löffelt man das Fleisch gleich direkt aus der Schale. Und: Botanisch korrekt ausgedrückt ist die Papaya keine Frucht, sondern eine Beere.

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Edamame-Papaya-Salat

Als Vorspeise oder auf einem Buffet erfreut der süss-scharfe Edamame-Papaya-Salat mit Granatapfelkernen und Wasabinüssen auch anspruchsvolle Gäste  (Vorspeise für 4 Personen, Rezept von Philipp Wagner)

Zutaten: 500 g geschälte Edamame, tiefgekühlt; 1 kleine Papay, ca. 400 g; 1 Frühlingszwiebel; Salz und Pfeffer; 1 Peperoncino; 4 EL Reisessig; 3 EL Sesamöl; 50 g Granatapfelkerne; 30 g Wasabinüsse

So gehts: Edamame in Wasser ca. 2 Minuten kochen. Abgiessen und kalt abschrecken. Papaya schälen, längs halbieren und die Kerne entfernen. Papaya nochmals längs halbieren und quer in dünne Scheiben schneiden. Frühlingszwiebel schräg in Ringe schneiden.
Für das Dressing Peperoncino halbieren, entkernen und fein schneiden. Mit Essig und Sesamöl mischen. Über den Salat giessen und alles mischen. Mit Granatapfelkernen bestreuen. Wasabinüsse grob hacken und über den Salat geben.

Zubereitung: ca. 20 Minuten

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Beitrag vom 17.01.2022

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