Mamma Mia: Was für ein Musical-Herbst

Der kommende Herbst bietet eine ganze Palette an grossen Musical-Hits: Dauerbrenner wie «Phantom of the Opera» laden zum Wiedersehen ein, andererseits bietet sich eine letzte Gelegenheit, Erich Vock in der «Kleinen Niederdorfoper» zu erleben.

Text: Marco Hirt

Die Open-Air-Saison läuft auf Hochtouren: Eine Vielzahl an Produktionen wie «Mary Poppins» am Thunersee, «Bärner Gringe» im Ballenberg oder «Heidi» am Walensee sorgen diesen Sommer für unvergesslichen Freilichtgenuss. Besonders Musical-Liebhaber sollten aber jetzt schon einen Blick in die Herbst- und Wintersaison werfen: Auch da ist das Angebot verlockend.

Zeitlose Abba-Songs

© Brinkhoff/ Moegenburg

Ein Ohrwurm jagt den nächsten: 22 der legendärsten Songs der schwedischen Gruppe Abba vereint das Musical «Mamma Mia!», dessen Erfolg seit der Uraufführung vor 25 Jahren ungebrochen ist. Zeitlose Hits wie «Dancing Queen», «Super Trouper», «I Have A Dream» und natürlich der Titelsong «Mamma Mia» untermalen die Geschichte einer Mutter, einer Tochter und dreier möglicher Väter. So will die 20-jährige Sophie vor ihrer Hochzeit endlich die Identität ihres Papas aufdecken. Im Tagebuch ihrer Mutter Donna finden sich Hinweise auf drei Liebhaber, die auf Einladung der Tochter nach 21 Jahren wieder an denselben Ort zurückkehren – auf eine griechische Insel. Dorthin entführt denn auch «Mamma Mia!», das vom 16. Oktober bis zum 3. November 2024 im Theater 11 Zürich in der englischsprachigen Originalversion zu erleben ist.


Kult-Spass mal zwei

Szene aus der Rocky Horror Show
© Jochen Quast

Exzentrik pur – was die «Rocky Horror Show» bietet, ist kein Geheimnis. Und kommt auch 50 Jahre nach der Uraufführung bestens an, kehrt deshalb regelmässig auf die Bühnen zurück. Kommende Saison gleich zweimal: Ab 19. Oktober lässt das Theater St. Gallen die schrille Story neu aufleben, vom 7. bis 12. Januar ist eine Tour-Produktion im Theater 11 Zürich zu sehen. Ein biederes Paar findet im Nirgendwo nach einer Autopanne Unterschlupf in einem mysteriösen Schloss, das von unheimlichen Bewohnenden bevölkert ist. Allen voran: der schräge Herr des Hauses! Die Party kann – auch fürs Publikum – beginnen, u.a. mit den Hits «The Time Warp» und «Sweet Transvestite». Ein herrlich schamloser Spass!


Abschied von der Bühne

© Pat Wettstein/ Photoprodution/ Studio GmbH

Die Schauspieler und Produzenten Erich Vock und Hubert Spiess sind aus der Schweizer Theaterszene sind seit über 30 Jahren nicht wegzudenken. Sei es mit den Produktionen für die Zürcher Märchenbühne, mit Komödien wie «La Cage Aux Folles» und musikalischen Lustspielen wie «Stägeli uf, Stägeli ab» oder «Der schwarze Hecht». Doch bald fällt für die beiden beruflich der letzte Vorhang: Mit «Die kleine Niederdorfoper», ihrem grössten Bühnenerfolg, verabschieden sich die beiden von ihrem Publikum wie auch ihrer langjährigen Wirkungsstätte, dem Bernhard Theater Zürich. Nochmals schlüpft Erich Vock in seine Paraderolle des Bäuerlein Heiri, das sein Kalb verkauft hat und diesen momentanen Reichtum in der Grossstadt feiern will. Und dort in eine Welt der Dirnen, kleinen Gauner und biederen Bürger eintaucht. Mit grossartigem Ensemble (u.a. Maja Brunner, Viola Tami, Philippe Roussel) und Live-Orchester ist DER Klassiker des Schweizer Mundarttheaters in bester Inszenierung vom 24. Oktober bis 9. Februar in Zürich zu geniessen.


Erst im Kino ein Hit, jetzt auch als Musical

Moritz Fischli als Billy Elliot
© René Tanner

In der Maag-Halle Zürich feierte zuletzt «Sister Äct» einen fulminanten Erfolg – 130’000 Personen in zwei Spielzeiten. Nun tritt «Billy Elliot» an, um ebenfalls zu einem Publikumshit zu werden. Vor 24 Jahren machte die Geschichte um einen Jungen, der sich allen Widerständen zum Trotz seinen Traum vom Tanzen erfüllt, als Kinofilm Furore und war mehrfach für den «Oscar» nominiert. Daraus wurde ein Musical mit der Musik von Elton John, das 2005 in London uraufgeführt wurde und auch den Sprung an den Broadway schaffte. Nun kommt erstmals eine deutschsprachige Fassung zur Aufführung – vom 1. November bis 23. März. Die Titelrolle wird vom zwölfjährigen Luzerner Moritz Fischli gespielt. Namhaft konnte der Part von Billys Vater besetzt werden: dem Schweizer Schauspieler Pasquale Aleardi, u.a. bekannt durch die TV-Krimireihe «Kommissar Dupin».


So beliebt wie kein anderes

Szene aus dem Muscial Phantom der Oper
© Giulia Marangoni

Die Musik ist unvergesslich – und das Stück dazu das wohl berühmteste und beliebteste Musical weltweit: «Phantom of the Opera». Vor knapp 30 Jahren war das Meisterwerk von Andrew Lloyd Webber schon mal im Musicaltheater Basel zu Gast. Vom 6. November bis 22. Dezember lässt sich die Geschichte vom Phantom, der in der Pariser Oper sein Unwesen treibt und sich dort unsterblich in Sopranistin Christine verliebt, wieder an jenem Ort erleben – oder neu entdecken. Das aufwendige Bühnenspektakel, das nach wie vor am Londoner West End läuft und insgesamt 35 Jahre am Broadway zu sehen war, ist in der Originalversion in Englisch zu sehen – inklusive der wunderbaren Melodien wie «Music of the Night», «All I Ask Of You» und «Think of Me».

Gut zu wissen

Das sind die weiteren Musical-Hits:

  • «Les Misérables»: Als «Arena Musical Spectacular» ist der Klassiker angekündigt, der im Hallenstadion Zürich vom 19. bis 22. Dezember im englischen Original zu erleben ist. «Bring Him Home», «I Dreamed A Dream» und «One Day More» zählen zu den ikonischen Songs, die das epische Drama um Schuld und Sühne, Aufopferung und Erlösung auszeichnen. musical.ch
  • «Grease»: Nostalgie pur versprüht der Musical-Abstecher in die 50er-Jahre. Die Neuinszenierung, als Original direkt aus London, sorgt im Theater 11 Zürich vom 14. bis 26. Januar 2025 für unbeschwertes Vergnügen – mit Evergreens wie «You’re the One that I Want», »Summer Nights» und «Sandy». actnews.ch
  • «The Book of Mormon»: Wer’s gerne satirisch-unverschämt mag, ist bei «The Book of Mormon» genau richtig. Vom 4. bis 23. Februar 2025 begeben sich im Theater 11 Zürich zwei Mormonen auf eine Mission nach Uganda – und sorgen für eine Musical-Komödie der besonderen Art. Denn Vorsicht: Hier geht’s ziemlich respektlos zur Sache – und gute Englischkenntnisse sind ein Vorteil! musical.ch
Beitrag vom 28.06.2024

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