© Ali Painter

Filmtipp: «Frank & Louis»

Der zu lebenslanger Haft verurteilte Frank übernimmt die Betreuung von Louis, einem an Demenz erkrankten Mitgefangenen, um damit seine Chance auf eine vorzeitige Entlassung zu verbessern. Es entwickelt sich eine Beziehung, die beiden Männern etwas zurückgibt, was sie längst verloren glaubten: Hoffnung und Würde.

In der California Men’s Colony in San Luis Obispo passiert etwas Unerwartetes: Mitten in einer Umgebung, die man vor allem mit Gewalt und Härte verbindet, entsteht Fürsorge, Nähe und Mitgefühl. Eine Gruppe inhaftierter Männer – die sogenannten «Gold Coats» – kümmert sich um ältere Mitgefangene mit Demenz oder Alzheimer. Viele von ihnen verbüssen lange Haftstrafen, einige sind wegen Mordes verurteilt.

Der Film erzählt die Geschichte von Frank (Kingsley Ben-Adir) und Louis (Rob Morgan), zwei Männern, deren Schicksale sich in diesem aussergewöhnlichen Programm kreuzen. Es ist eine zutiefst menschliche Geschichte darüber, wie Würde selbst dort entstehen kann, wo man sie am wenigsten erwartet – und wie Verantwortung, Anerkennung und ein Stück Selbstwert das Leben aller Beteiligten verändern.

Filmszene aus "Frank & Louis"
© Rob Baker Ashton

Die Geschichte der «Gold Coats»

Vor zehn Jahren stiess Petra Volpes Co-Autorin Esther Bernstorff auf die Geschichte der «Gold Coats» und war sofort fasziniert. Die Idee, dass ausgerechnet Männer mit schweren Straftaten die Verantwortung für pflegebedürftige Mitgefangene übernehmen, schien zunächst kaum vorstellbar. Doch je tiefer die beiden Frauen in die Materie eintauchten, desto klarer wurde: Hier steckt eine zutiefst menschliche und universelle Geschichte.

2014 reisten Volpe und ihre Kamerafrau Judith Kaufmann zum ersten Mal in die California Men’s Colony, um die «Gold Coats» persönlich kennenzulernen. Die Rückmeldungen, Erfahrungen und die Offenheit der Gefangenen wurden zur wertvollen Inspirationsquelle für die Figuren in «Frank & Louis». Der Film zeigt Menschen in ihrer Widersprüchlichkeit, stellt komplexe moralische Fragen und lenkt den Blick auf eine Realität, die selten sichtbar wird – ohne einfache Antworten zu geben.

Mit viel Feingefühl erzählt «Frank & Louis» von Schuld und Verantwortung, vom Älterwerden hinter Gittern – und davon, dass Nähe selbst an einem der unwirtlichsten Orte entstehen kann. Ein bewegendes Drama über zwei Männer, die einander Halt geben und dabei neue Seiten an sich entdecken.

Infos

  • Ab 22. Oktober 2026 im Kino
  • Drama, CH, UK, 2026, Dauer 96 Minuten
  • Mit Kingsley Ben-Adir, Rob Morgan, René Pérez Joglar, Rosalind Eleazar, Indira Varma
  • Regie: Petra Volpe
  • Sprache: Englisch, mit deutschen und französischen Untertiteln
Beitrag vom 12.10.2026

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