Albert Hersche, Jahrgang 1938, lebt zusammen mit drei Kühen und zwei Katzen auf einem Bauernhof in der Nähe von Appenzell. © zVg

«Nicht impfen ist das grössere Risiko»

Albert Hersche gehörte zu den ersten, die im Kanton Appenzell Innerrhoden gegen das Coronavirus geimpft wurden. Eine Vorerkrankung bewog den 82-Jährigen zu diesem Schritt. Nun freut sich der Landwirt darauf, möglichst bald wieder am sozialen Leben teilnehmen zu können.

Text: Pro Senectute Schweiz

Albert Hersche hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Der 82-Jährige erlitt im Juni einen Herzinfarkt. Er verbrachte zehn Tage im Spital und eine Woche in der Rehabilitation. Nach wie vor fühlt sich der Appenzeller Landwirt gesundheitlich angeschlagen. «Es ist nicht mehr das Gleiche», sagt er nach dem frühmorgendlichen Melken. «Ich werde schnell müde und auch die Kälte setzt mir mehr zu als früher.»

Wegen seiner gesundheitlichen Probleme war für Albert Hersche schnell klar, dass er sich gegen Covid-19 impfen lassen will. «Ich weiss aus eigener Erfahrung, dass eine Impfung überlebenswichtig sein kann», erzählt er. Bei einer Grippewelle vor einigen Jahren wurde sein Vater aufgrund einer Vorerkrankung geimpft, Albert Hersche und seine Mutter hingegen nicht. Kurz darauf wurden beide schwer krank, doch dem Vater konnten die Grippeviren nichts anhaben.

Schwere Verläufe machten ihn hellhörig

«Die Impfung hat meinem Vater das Leben gerettet», sagt Hersche. Als der Kleinbauer in seinem Umfeld immer häufiger von schweren Verläufen von Covid-19 hörte, begann er sich für die Impfung zu interessieren. Er informierte sich in der Zeitung über die Impfstoffe, die ersten Tests im Ausland und die Impfstrategie der Schweiz. Bedenken wegen der vieldiskutierten Risiken hatte er keine. «Wer sich nicht impfen lässt, geht das grössere Risiko ein», ist Hersche überzeugt.

Auf Anraten seines Hausarzts meldete sich Albert Hersche telefonisch beim Spital Appenzell für die Impfung an. Weil er eine Vorerkrankung hat, kam er rasch zu einem Termin und erhielt Anfang Januar die erste der beiden Spritzen. «Es hat sich wie eine Grippeimpfung angefühlt», erzählt Hersche wenige Tage danach. Nebenwirkungen habe er keine gespürt.

Sehnsucht nach dem «Anker»

Trotz seiner gesundheitlichen Probleme will Albert Hersche seinen Bauernhof weiterführen. Hier, unweit von Appenzell, auf einem Hügel mit Blick auf die Sitter, ist er aufgewachsen. Sein Bruder und sein Nachbar unterstützen ihn punktuell bei der Arbeit auf dem Hof. Die beiden sind momentan fast seine einzigen Kontakte. Der alleinstehende Landwirt vermisst das soziale Leben. Dank der Impfung sieht er der Öffnung der Gastrobetriebe mit Vorfreude entgegen: «Wieder mal im ‹Anker› einkehren oder ins Migros-Restaurant, darauf freue ich mich.»

Dieser Artikel ist im Pro-Senectute-Magazin «Psinfo» erschienen. Die neuste Ausgabe widmet sich vollumfänglich dem Thema Corona-Impfung und kann hier gelesen und als PDF heruntergeladen werden.

Hier wird geholfen

In Appenzell Innerrhoden führt ein Grossteil der Hausärzte Covid-19-Impfungen durch. Zudem steht für die Anmeldung eine Hotline zur Verfügung (Telefon 071 788 99 66), wobei Impftermin und Ort via E-Mail, SMS oder WhatsApp vereinbart werden. Da nicht alle älteren Personen Zugang zu diesen Kommunikationsmitteln haben, bietet Pro Senectute auch in diesem Kanton Unterstützung. Betroffene Personen werden von der Hotline auf das Angebot hingewiesen und können bei Bedarf ihre Kontaktdaten hinterlassen. Pro Senectute ruft darauf zurück und hilft bei den weiteren Schritten.

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