
Dresden – eine Stadt als Bühne
Die sächsische Landeshauptstadt gehört zu den führenden Kulturstädten Europas. Erleben Sie fünf Tage Musik und Architektur. Hin und her gehts im bequemen Luxusbus.
Text: Franz Ermel
Man sollte frühzeitig erscheinen. Denn ein Besuch in der Semperoper ist nicht einfach ein Opernabend, vielmehr taucht man dabei ein in ein Gesamtkunstwerk. Und das erfordert etwas Zeit.
Denn Dresden ist eine Stadt der grossen Bühnen – nicht nur musikalisch, auch architektonisch. Der Besuch beginnt schon auf dem weiträumigen Theaterplatz, an dessen Stirnseite das von Gottfried Semper erbaute Gebäude steht. Unweigerlich zieht es alle Blicke auf sich. Besonders am Abend, wenn die ersten elegant gekleideten Menschen über den Platz schreiten, wirkt der Platz wie ein überdimensionierter Zuschauerraum, mit der Sächsischen Staatsoper – so der offizielle Name des Hauses – als Bühne.
Es lohnt sich, auf diesem Platz zu verweilen und die Szenerie sowie das Ensemble der ihn umgebenden Bauten auf sich wirken zu lassen. Hier trafen Staat, Kirche und Kunst des alten Dresden aufeinander: Gegenüber der Oper befinden sich die Hofkirche und das Residenzschloss. Auf der einen Seite begrenzt die Gemäldegalerie – ebenfalls von Semper erbaut – den Platz, auf der anderen Seite ist er zur Elbe hin weitgehend offen.
Dreimal Semperoper
Die Semperoper hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Denn sie wurde zweimal gebaut. Oder je nach Zählung sogar dreimal. Von 1838 bis 1841 errichtete Gottfried Semper, damals Professor der Baukunst an der Königlichen Akademie der bildenden Künste zu Dresden, ein neues Hoftheater im Stil der italienischen Frührenaissance. Dieses wurde 1869 bei einem Brand komplett zerstört.

Dass der Auftrag zur Planung eines neuen Opernhauses wiederum an Semper ging, erstaunt zunächst, denn der Architekt war in der Zwischenzeit in Sachsen als Revolutionär in Ungnade gefallen und lehrte (und baute) seit 1855 in Zürich. Hier hatte er unter anderem das ETH-Hauptgebäude und in Winterthur ein neues Stadthaus gebaut. Die Dresdner Bevölkerung wollte aber unbedingt wieder einen Semper-Bau: Über tausend «Kunstfreunde Dresdens» erreichten mit einer Petition, dass die sächsische Regierung den Bann gegen den Geflüchteten aufhob und so den Weg für eine zweite Semperoper freimachte. Erbaut wurde sie im Stil der Neurenaissance, eröffnet 1878.
Der dritte Bau schliesslich war ein Wiederaufbau. Beim Luftangriff der Alliierten auf Dresden am 13. Februar 1945 wurde auch die Semperoper schwer getroffen und brannte fast vollständig aus. Die historische Hülle konnte gerettet werden, 1948 wurde der Theaterbetrieb behelfsmässig wieder aufgenommen und bis 1985 wurde das ganze Innere des Hauses rekonstruiert und teils erweitert.
Dieses geschichtsträchtige Haus also betreten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Zeitlupe-Leserreise, wenn sie sich am 9. Oktober zu Georges Bizets Oper «Carmen» einfinden. Bevor Sie den Zuschauerraum betreten, lohnt sich auch hier ein Rundgang. Lassen Sie sich durch die prächtigen Wandelhallen und Vestibüle treiben und geniessen Sie noch einmal die Aussicht auf den Theaterplatz, bevor Sie in die roten Samtsessel sinken. Getragen von den Klängen der Sächsischen Staatsoper entführen Sie Carmen und ihre beiden Verehrer Don José und Escamillo nun nach Sevilla und in eine Welt aus Liebe, Leidenschaft und Eifersucht.
Barock und Sozialismus
Die Oper ist vom Hotel, wo die Zeitlupe-Reisegruppe residiert, zu Fuss in nur fünf Minuten zu erreichen. Sogar noch näher liegen die Frauenkirche mit ihrer mächtigen steinernen Kuppel und der Zwinger – zwei weitere Höhepunkte einer jeden Reise in die sächsische Landeshauptstadt.
Beide sind sie herausragende Bauten des Dresdner Barocks. Unter dem «sächsischen Sonnenkönig» August dem Starken erlebte Dresden in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine Blütezeit – Architektur und Kunst sollten seinen Machtanspruch sichtbar machen. Davon zeugt der Zwinger wie kein anderes Bauwerk: ein prachtvoller Gebäudekomplex mit weitläufigem Innenhof und kunstvollen Galerien und Pavillons. Das Dresdner Residenz-Orchester veranstaltet hier fast täglich Kammerkonzerte – auf der Zeitlupe-Reise stehen «Die vier Jahreszeiten» auf dem Programm – das Werk von Antonio Vivaldi ist übrigens genau gleich alt wie der Zwinger selbst.

Wer in Dresden neben dem 18. und dem 19. auch noch das 20. Jahrhundert architektonisch erleben möchte, dem sei ein Spaziergang durch die Prager Strasse zum Hauptbahnhof empfohlen. Hier wütete der Feuersturm von 1945 besonders verheerend. Ab den 1960er-Jahren entstand ein breiter, autofreier Boulevard mit Pavillonbauten und Hochhausscheiben – als modernes städtebauliches Projekt der DDR. Auch das ist Dresden.
Reiseprogramm
Musik und Architektur in Dresden
Erleben Sie die Musik- und Architekturstadt Dresden von ihrer schönsten Seite. In der weltberühmten Semperoper geniessen Sie Georges Bizets Oper «Carmen». Zudem entdecken Sie Dresden und seine Umgebung – darunter das Grüne Gewölbe, die Frauenkirche oder das märchenhafte Schloss Moritzburg, bekannt aus «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel». Optional steht ein Konzert des «Dresdner Residenz Orchesters» im Zwinger auf dem Programm: Vivaldis «Vier Jahreszeiten».
1. Tag: Anreise Schweiz–Dresden
Anreise im luxuriösen Car Rouge mit grosszügiger 2+1-Bestuhlung nach Dresden. Zimmerbezug im Viersterne-«Hyperion Hotel Dresden am Schloss» mitten in der Altstadt. Abendessen inkl. Getränke im Hotel.
2. Tag: Stadtbesichtigung und Semperoper
Vormittags erkunden Sie Dresdens Altstadt und ihre berühmten Sehenswürdigkeiten, gefolgt von einem Orgelvorspiel in der Frauenkirche. Der Nachmittag steht Ihnen zur freien Verfügung. Vor der Aufführung am Abend erwartet Sie im Hotel ein feiner Aperitif mit Köstlichkeiten aus Küche und Keller. Danach Besuch der Semperoper, wo «Carmen» von Georges Bizet gegeben wird. Wir haben für Sie Plätze der besten Kategorie gebucht.
3. Tag: Grünes Gewölbe, Schifffahrt und Konzert
Besuch des Historischen Grünen Gewölbes im Residenzschloss, wo die spektakuläre Schatzkammer des «sächsischen Sonnenkönigs» Augusts des Starken präsentiert wird. In den originalgetreu rekonstruierten Räumen entfaltet sich der Prunk des Barock – reich an Gold, Edelsteinen und kunstvollem Handwerk. Im Anschluss geniessen Sie eine stimmungsvolle Schifffahrt auf der Elbe, begleitet von Kaffee und Kuchen. Am Abend besteht die Möglichkeit, ein Konzert im Dresdner Zwinger zu besuchen, auf dem Programm stehen «Die vier Jahreszeiten» von Antonio Vivaldi.


4. Tag: Ausflug zu den Schlössern Moritzburg und Wackerbarth
Am Vormittag führt der Weg zum malerischen Schloss Moritzburg, einem Juwel barocker Architektur und berühmter Schauplatz des Märchenklassikers «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel». Zum Mittagessen sind Sie auf Schloss Wackerbarth, geniessen eine Weinprobe und ein Mittagessen inkl. Getränke. Danach Rückfahrt nach Dresden, wo Sie den Rest des Tages zur freien Verfügung haben.
5. Tag: Rückreise Dresden–Schweiz
Rückreise von Dresden in die Schweiz im Car Rouge.
Unterkunft
Sie wohnen im eleganten Viersterne-«Hyperion Hotel Dresden am Schloss» in der Altstadt. Zu vielen Sehenswürdigkeiten (Semperoper, Residenzschloss, Frauenkirche, Zwinger) sind es nur rund fünf Minuten zu Fuss.
www.h-hotels.com
Reisedatum
8.–12. Oktober 2026
Pauschalpreis (pro Person)
Fr. 2150.–
Zuschläge
- Doppelzimmer zur Alleinbenutzung: Fr. 330.–
- Konzert im Zwinger, 1. Kategorie: Fr. 65.–
Inbegriffen
- Reise im Car Rouge, 2 + 1-Bestuhlung
- Musikreiseleitung ab/bis Schweiz
- 4 × Übernachten im Viersterne-Hotel
- 4 × Frühstücksbuffet
- 1 × Abendessen im Hotel inkl. Getränke
- Alle Führungen, Eintritte, Rundfahrten
- Alle Mahlzeiten und Getränke gemäss Programm
- Eintrittskarte der 1. Kategorie für «Carmen» in der Semperoper
Nicht inbegriffen
Annullationskostenversicherung
Buchung und Auskunft
Car Rouge
Schwimmbadstrasse 1
5210 Windisch
Tel. 056 461 63 00
Infos: www.car-rouge.ch