Kultur im Mai

 Sechs spannende Tipps, ausgewählt von der Zeitlupe-Redaktion. 

© ubisoft

Wie anno dazumal – nur besser

 
Mit «Anno 1800» kehrt ein Game-Klassiker des Strategiegenres zurück und überzeugt die Fans.

Im Genre der Strategiespiele gibt es ein paar Klassiker wie Sid Meiers «Civilization» oder eben «Anno». Die Anno-Serie blickt auf eine stolze 20-jährige Geschichte zurück. Im siebten Teil gilt es, tatkräftig an der industriellen Revolution mitzuwirken. Am Grundprinzip des Aufbaus – von der kleinen Siedlung bis zum weltumspannenden Handelsnetz – wurde festgehalten. Doch einige Neuerungen wie Blaupausen, die die Platzreservierung eines Gebäudes und damit eine weit einfachere Konzeption der Städte ermöglichen, sowie eine einfachere Handelsroutenplanung tragen zum verbesserten Spielfluss bei. Dem deutschen Studio Blue Byte ist mit «Anno 1800» ein Wurf gelungen, der sich zu Recht gut verkauft. 

 «Anno 1800», Blue Byte/Ubisoft, PC  

Wehrlos. Abgeschoben. Verdingt.

 
Behördliche Willkür und keine soziale Sicherheit: Der neue Roman des Basler Autors Werner Ryser taucht ein ins Emmental des 19. Jahrhunderts.

Langnau im Emmental, im Jahr 1859. Die Geschwister Esther, Jakob und Simon haben alles verloren. Zuerst ihre Mutter, dann den Vater und schliesslich ihr Zuhause, den stattlichen Auenhof. Wehrlos sind sie der Willkür des Waisenvogts ausgeliefert. Esther bleibt als Magd auf dem Hof, Jakob kommt zu Pflegeeltern, und Simon wird verdingt. 

Werner Ryser: «Geh, wilder Knochenmann!» Roman. Cosmos Verlag, Muri bei Bern 2019, 255 Seiten, ca. CHF 34.–.  

© Anna Halm Schudel

DURCH DIE BLUME

Der Fotoband «Blossom» von Anna Halm Schudel zeigt Blumen, Blüten und Pflanzen auch jenseits ihrer dekorativen Kraft.

Blumen gehören zu den beliebtesten fotografischen Sujets überhaupt. Doch meist langweilen die Bilder – zu süss, zu brav kommen sie daher. Dieses Phänomens ist sich auch die Zürcher Fotografin Anna Halm Schudel bewusst. Seit 25 Jahren seziert sie mit ihrer Kamera die Blütenpracht. Sie legt die Seelen der Blumen und Blüten offen, zelebriert die leuchtende Farbenpracht und Formenvielfalt und damit die Verführungskunst der Blumen. Ebenso leidenschaftlich verfolgt die Fotografin aber auch den Prozess des Ausbleichens, Verdorrens und Welkens und nimmt trockene, faulende oder unter Wasser driftende Sträusse auf. Blossom vereint dekorative Pracht mit einem Gedanken an Sterblichkeit. Faszinierend.

«Blossom», Anna Halm Schudel / Nadine Olonetzky / Franziska Kunze, 132 Seiten, Verlag Scheidegger, Richtpreis CHF 62.–. 

© zVg

Surfer der Wohlfühlwelle

 
Seit über 50 Jahren begeistern die Beach Boys mit ihrem Surfsound. Bald spült es sie nach Zürich.

Vor 57 Jahren wurde die Band The Beach Boys von den drei Brüdern Brian, Dennis und Carl Wilson zusammen mit Mike Love und Alan Jardine gegründet. Ihre vierstimmigen Choreinsätze wurden zum beschwingt poppigen Surfer-Sound verschmolzen. Hits wie «Surfin’ USA», «Fun, Fun, Fun» oder «California Girls» verströmen Ferienstimmung und beschwören Bilder von tosenden Wellen, Surfern und sonnengebräunten Körpern herauf. Nach ihrem begeisternden Auftritt vom Juni 2017 kehren die Beach Boys noch einmal nach Zürich zurück, diesmal ins Theater 11.«The Beach Boys», 9. Juli 2019, Theater 11, Zürich, Vorverkauf über www.ticketcorner.ch oder Telefon 0900 800 800 (CHF 1.19/min.) 

© Keystone/Photopress-Archiv-STR

Die Schweiz ist überall

 
In der Ausstellung «Die Schweiz anderswo» zeigt das Forum Schweizer Geschichte Schwyz die Schicksale von Auswanderern.

«Home is where my heart is – Meine Heimat ist dort, wo mein Herz ist», pflegt man in den USA zu sagen. Für manche Schweizer gilt dasselbe. Bis in frühe 20. Jahrhundert wanderten Schweizerinnen und Schweizer aus wirtschaftlicher Not aus. Heute lebt rund 11 Prozent der Schweizer Bevölkerung im Ausland. Die Ausstellung «Die Schweiz anderswo» geht den Geschichten nach, die zu diesem grossen Schritt führten.

«Die Schweiz anderswo», bis 29. September 2019, Forum Schweizer Geschichte Schwyz, Zeughausstrasse 5, 6430 Schwyz, 041 819 60 11, www.nationalmuseum.ch 


Beitrag vom 09.05.2019