Er ist immer saisonal und regional zu haben. Er ist gesund, günstig und geschichtsträchtig, dazu vielseitig und lecker. Lauch hat das Zeug zum König der Gemüse.
Text: Anita Lehmeier
Lauch zählt zusammen mit seinem kleinen Bruder, dem Schnittlauch, beide aus der Familie der Liliengewächse, zu den ältesten Gewürzen. In China kam Lauch schon im dritten Jahrtausend vor Christus in Küche und Medizin zum Einsatz. In Ägypten soll er beim Bau der Pyramiden den Arbeitern als Grundnahrungsmittel gedient haben, berichtet der griechische Geschichtsschreiber Herodot. Auch bei den Römern wurde der Lauch hochgeschätzt. Kaiser Nero soll seine Stimmer vor Auftritten mit Lauch gereinigt haben, was ihm prompt den Spitznamen Porrophagus – Lauchfresser – eintrug. Schliesslich kam das Gemüse über die Alpen nach Mitteleuropa.
Einst galt die Volksweisheit: «Iss Lauch im März und Bärlauch im Mai, dann haben die Ärzte das ganze Jahr über frei». Heute bekommen wir das ganze Jahr über Lauch und wissen genau, was alles in den Stängeln steckt.
Sein hoher Wasseranteil macht den Lauch sehr kalorienarm. Auch Fett enthält er kaum, dafür viel Vitamin C, das unser Immunsystem stärkt, Vitamin E, das vor Zellschäden schützt, Vitamin K, das die Blutgerinnung unterstützt, und Folsäure, die für die Zellteilung und -neubildung unerlässlich ist. Daneben enthält Lauch signifikante Mengen an Eisen, einem wichtigen Spurenelement für den Sauerstofftransport im Blut, die Mineralstoffe Kalzium und Kalium, die den Blutdruck regulieren und für starke Knochen und Zähne sowie den Aufbau von Muskeln und Nerven elementar sind; weiter
den Ballaststoff Inulin, der die Verdauung fördert und positiv auf die Darmflora wirkt. Schliesslich hat Lauch eine harntreibende Wirkung, was die Leber- und Nierenfunktion verbessert. Die Vitamine befinden sich grossteils im oberen grünen Teil, die Mineralstoffe dagegen im weissen Teil, der unterirdisch wächst. Die Farbe des Lauches gibt zudem Aufschluss über die Aromen: je grüner, desto würziger.
Winterlauch und Sommerlauch
Bei all den inneren Werten ist der Lauch bescheiden in seinen Ansprüchen. Frost hält er gut aus, weshalb er hierzulande das ganze Jahr über angepflanzt und geerntet werden kann. Der Winterlauch wird meist als Gemüse verwendet, der Sommerlauch mit seinem intensiven Geschmack eher als Gewürz in Saucen, Gratins, Quiches oder Suppen. In der Bündner Gerstensuppe etwa hat Lauch seinen festen Platz.
Jährlich essen Schweizerinnen und Schweizer rund 14’500 Tonnen Lauch. Der Grossteil davon stammt aus inländischer Produktion und wird auf 420 Hektaren angebaut; nur ca. 2000 Tonnen werden zusätzlich eingeführt. Von den rund 100 Kilogramm Gemüse, die wir jedes Jahr essen, fallen 10 Kilogramm auf Alliumartige, also Zwiebeln, Knoblauch und Lauch.
Lauch wird übrigens auf der ganzen Welt gern gegessen, die globale Ernte von Lauch und Schnittlauch zusammen betrug 2022 gut zwei Millionen Tonnen. Eine ganze Menge – aus gutem Grund! ![]()
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Quinoa-Lauchsuppe
Für 1 Person
Zubereiten: ca. 35 Minuten
Zutaten
- ½ kleine Zwiebel, fein gehackt
- ½ Knoblauchzehe, gepresst
- ½ EL Butter
- 50 g Lauch, gerüstet, fein geschnitten
- 25 g Quinoa, weiss, rot oder gemischt, kalt abgespült
- 3 dl Gemüsebouillon
- ca. 70 g Pouletfilets, in 1–2 cm grossen Stücken
- Salz, Pfeffer, Curry
- 1 Bio-Zitrone, wenig abgeriebene Schale und wenig Saft
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Lauch mit Safransauce und Labneh
Für 2 Personen
Zubereiten: ca. 25 Minuten
Garen im Ofen: ca. 30 Minuten
Zutaten
Lauch
- 4 Lauchstängel, längs halbiert
- 1 EL Sonnenblumenöl
- 2 Knoblauchzehen, gepresst
- 4 EL Sojasauce
- 3 EL Sonnenblumenöl
- 1 dl Wasser
- 1 1/2 TL Fenchelsamen
- Salz, Pfeffer
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Waadtländer Saucisson auf Kartoffeln und Lauch
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 45 Minuten
- Zutaten
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