Das «böse» Cholesterin machte uns lange Zeit den täglichen Genuss eines Eis madig. Jetzt gibts Entwarnung.
Text: Anita Lehmeier
Das Ei sei die Säule der französischen Küche, soll der Jahrhundertkoch Paul Bocuse (1926–2018) gesagt haben. Paläontologen gehen aber noch viel weiter und bezeichnen das Ei als eine der Säulen urmenschlicher Ernährung und Entwicklung. Schon vor Zehntausenden von Jahren sollen Eier Bestandteil der menschlichen Nahrung gewesen sein.
Im Gegensatz zu «Fleisch», das gejagt und erlegt werden musste, waren Eier viel einfacher zu beschaffen: Sie rannten nicht davon. Anfänglich wurden Eier wohl roh gegessen, die Erfindung des Rühreis kann man sich aber gut vorstellen – ein Stolpern am Lagerfeuer genügte. Schliesslich begannen unsere Vorfahren mit der Domestizierung wilder Vögel und züchteten Hühner. Eier waren ja ein ideales lagerfähiges Lebensmittel: perfekt verpackt von Natur aus und haltbar ohne Kühlung.
Die Sache mit dem Cholesterin
In jedem Klima und in jeder Kultur werden also seit Menschengedenken Eier verzehrt und geschätzt. Bis wir die Sache mit dem Cholesterin entdeckten. Diese fettähnliche Substanz, die in allen tierischen Zellen vorkommt, galt plötzlich als Todfeind für das Herz und die Gefässe.
Eine erste Entwarnung kam mit der Unterscheidung zwischen «gutem» (HDL) und «schlechtem» (LDL) Cholesterin, doch da hatten schon viele die Eier als Gesundheitsrisiko aus dem Ernährungsplan gestrichen. Tatsächlich liefert ein gekochtes Ei eine Menge Cholesterin, rund 70 Prozent des Tagesbedarfs. Und ja, Cholesterin braucht unser Körper für den Zellaufbau, die Weiterleitung von Reizen entlang des Nervensystems und die Sekretion von Hormonen. Allerdings wird Cholesterin nur geringfügig über die Nahrung aufgenommen, sondern in der Leber quasi hausgemacht. Die letzte der guten Nachrichten, die Entwarnung fürs Ei geben: Einen hohen Cholesterinspiegel allein auf den Konsum von Eiern zurückzuführen, greife zu kurz, ist sich die Fachwelt heute weitgehend einig.
Zwei von drei Eiern kommen aus dem Inland
Im Ei hats neben den üblen Lipiden auch viel Gutes, nämlich die Vitamine A, E und K für
Sehen, Zellschutz und Blutzellenaufbau sowie Spurenelemente für Knochen, Zähne und Immunsystem. Eier enthalten zudem Cholin, einen Nährstoff, der die Gesundheit des Gehirns unterstützt, inklusive Denkvermögen, Gedächtnis und Stimmung. Im Eiweiss hats viele Proteine, wenig Kalorien und 90 Prozent Wasser. Im Eigelb stecken dagegen die meisten Kalorien, aber auch fast alle Nährstoffe. Ob Weiss oder Gelb gesünder ist? Am besten sind beide zusammen, so wie es die Natur vorgesehen hat.
In der Schweiz wurden 2024 fast 1,8 Millionen Eier nachgefragt. Davon wurden gegen zwei Drittel in der Schweiz produziert, der Rest eingeführt – vor allem aus den Niederlanden, Italien, Deutschland und Frankreich. Seit 2012 hat sich die Freilandproduktion verdreifacht, die Bioproduktion mehr als verdoppelt. Damit zeigen wir ein Herz für die Tiere, die unsere geliebten Eier liefern.![]()
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Eier-Brötli
Für 1 Person
Zubereiten: ca. 20 Minuten
Zutaten
- 1 ½ EL Mayonnaise
- 2 EL Hüttenkäse
- 1 TL Essiggurkenwasser
- 1 Msp. Senf
- Salz, Pfeffer, Paprika
- 1–2 hart gekochte Eier, gehackt
- 1 Cornichon, in kleinen Stücken
- 2 Scheiben Ruchbrot
- ½ EL Kresse
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Bärlauch-Crêpes mit Ei und Walliser Rohschinken
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 30 Minuten
Kühl stellen: ca. 30 Minuten
Zutaten
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Senfeier mit Kartoffelstampf
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 40 Minuten
Zutaten
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Masala-Eier-Curry
Für 2 Personen
Zubereiten: ca. 30 Minuten
Zutaten
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