Fotos von anno dazumal

Wen Fotografien von früher interessieren, ist in diesen neuen Ausstellungen in Genf, Bern und Aarau richtig.

1839 wurde die Fotografie erfunden, 25 Jahre später gründete Henri Dunant 1864 das Internationale Komitee vom Roten Kreuz. Dieses öffnet in seiner neuen Ausstellung im Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum MICR in Genf nun sein umfangreiches Fotoarchiv. In der Ausstellung «Un monde à guérir» zeigt es 160 Jahre humanitäre Hilfe in mehr als 600 Fotografien aus seinen Sammlungen. Das Museum vermittelt damit einen Einblick in ein bisher wenig erforschtes, riesiges Kulturerbe.

Die Bilder humanitärer Einsätze sind heute in den Medien allgegenwärtig. Die Ausstellung will einerseits ein besseres Verständnis der humanitären Arbeit ermöglichen, die Besucher:innen gleichzeitig aber auch einladen, ihre Vorstellungen von diesen Einsätzen kritisch zu hinterfragen. Aufnahmen berühmter Fotograf:innen wie Susan Meiselas oder Henri Cartier-Bresson sind ebenso vertreten wie solche von IKRK-Mitarbeitenden oder direkt Betroffenen.

Sonderausstellung «Un monde à guérir», 160 Jahre Fotografien aus den Sammlungen des Roten Kreuzes. Noch bis am 24. April 2022, Musée international de la Croix-Rouge et du Croissant-Rouge, www.redcrossmuseum.ch.

Weitere Tipps für Ausstellungen mit Fotos von anno dazumal:

«Das Skivirus» im Alpinen Museum Bern

«Das Skivirus. Eine Spurensicherung» – noch bis am 1. Mai 2022 im Raum Biwak

Das Skivirus breitete sich in den 1930er Jahren rasant aus. Skifahren wird zum Lebensgefühl einer jungen Generation. Zum Skifahren gehören das Naturerlebnis, das Adrenalin der Schussfahrt, die waghalsigen Sprünge, das Spiel der Geschlechter, Mode, Skiromane, Musik – und die Fotografie, die dieses Lebensgefühl festhält und vervielfacht.

Die Fotografen Emanuel Gyger (1886 –1951) und Arnold Klopfenstein (1896 –1961) aus Adelboden sind Kronzeugen dieser Skikultur. Ihre bisher kaum bekannten Skifotos sind erstmals in der Schweiz zu sehen. Die alten Fotos stehen im Dialog mit Videoaufnahmen zur neuen Pionierzeit des Skifahrens im heutigen China. Zwischen den beiden Welten liegen knapp 100 Jahre – und die Frage, welche Welt uns heute nähersteht.

www.alpinesmuseum.ch

«Gelebte Traditionen!» im Stadtmuseum Aarau

«Gelebte Traditionen!» Pressefotografien aus dem Ringier Bildarchiv

Ob Maienzug, «Nuss-Nuss» oder Fasnacht: Das Stadtmuseum widmet den Aargauer Bräuchen seine neuste Bilderschau aus dem Ringier Bildarchiv. An Brunnen singen, mit Geisseln chlöpfen, Laternen basteln, den Bach leerfischen oder Männer einfangen: Mit diesen und anderen Praktiken leben die Aargauer:innen ihre Traditionen. Aber auch der feierliche erste Schultag oder die alljährliche Weihnachtsbescherung gehören zum immateriellen Kulturerbe. Die Bräuche prägen Freizeit, Zusammenleben und unsere Identität über Generationen hinweg.

Die Bilderschau zeigt die gelebten Traditionen in der Pressefotografie und lädt ein zu einer unterhaltsamen Reise durch die Aargauer Feierlichkeiten. Alle Bilder stammen aus dem Ringier Bildarchiv, welches rund sieben Millionen Pressefotografien aus den Jahren 1930 bis 2000 beherbergt und so einen Blick in die Vergangenheit ermöglicht.

Fotoausstellung auf dem Treppenpodest F. www.stadtmuseum.ch

Weitere Beiträge über Ausstellungen und Museen auf www.zeitlupe.ch finden Sie hier.

Beitrag vom 16.02.2022

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