Bertastrasse, Zürich. Zeitraum ca. 1910, Foto: Ruef-Hirt Friedrich

Foto-Ausstellung: Zürich um 1910

Das «Haus zum Rech» zeigt Bilder aus der Umbruchzeit um die Jahrhundertwende, als Zürich zur Grossstadt wurde.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts hatte Zürich bloss 17‘000 Einwohner, deutlich weniger als Basel oder Genf. Nach der Eingemeindung der Vororte im Jahr 1893 lebten plötzlich 121’000 Menschen in Zürich und aus dem Städtchen an der Limmat wurde eine Grossstadt.

In der Folge passte Zürich sein Erscheinungsbild der veränderten politischen und wirtschaftlichen Bedeutung an: Ganze Quartiere wurden abgerissen und neu gebaut, ebenso entstanden viele Schulhäuser, Brücken, Amtshäuser und Kulturbauten.

Fotografisches Gedächtnis

Der Fotograf Friedrich Ruef-Hirt (1863–1927) dokumentierte in dieser Umbruchzeit zwischen 1907 und 1910 mehrere tausend Gebäude. Die Fotografien verkaufte er damals mit Erfolg als Postkarten. Mit seiner Kamera erforschte er aber nicht die klassischen Sehenswürdigkeiten im Zentrum, sondern Ecken, Wohnhäuser und Quartierplätze, die damals niemand sonst interessierten: Von Aussersihl über Hottingen bis Wipkingen hielt er ganze Strassenzüge fast Haus für Haus fest.

Das Baugeschichtliche Archiv, wo die über tausend Bilder von Friedrich Ruef-Hirt aufbewahrt werden, lädt nun ein, die Stadt von 1910 durch die Augen dieses Fotografen zu entdecken. Gezeigt wird eine Projektion von rund 250 Bildern, welche auch online zur Verfügung stehen (unter der Kategorie Projekte Ausstellung Ruef-Hirt). Rund fünfzig Prozent der Gebäude des damaligen Stadtgebiets stehen bis heute in Zürich.

Die Ausstellung ist bis am 7. März im Haus zum Rech zu sehen: «Über Eck. Zürich um 1910», «Haus zum Rech», Neumarkt 4 in Zürich, Montag bis Freitag 8 bis 18 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr, Eintritt frei – auch Reprints von Postkarten des Fotografen gibt es gratis zum Mitnehmen.

Beitrag vom 02.02.2020

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