«Wir und der Krieg»
Die neue Ausstellung im Landesmuseum Zürich zeigt, wie Konflikte seit Jahrhunderten das Selbstverständnis, die Politik und den Alltag der Schweiz beeinflussen – mehr, als wir denken.
Kriege erscheinen uns oft als ferne Ereignisse. Doch Rütlischwur, Bauernkrieg (1635), Sonderbundskrieg (1847) und die Bedrohung während des Zweiten Weltkriegs prägen unsere Geschichte und Gegenwart ebenso wie die Bilder, die uns derzeit aus der Ukraine, dem Nahen Osten und weiteren Weltregionen erreichen. Sie alle machen deutlich, wie bewaffnete Konflikte unsere politischen Debatten, gesellschaftlichen Werte und persönlichen Wahrnehmungen beeinflussen.

Kriege sind nicht nur militärische Ereignisse, sondern wirken sich auch auf Alltag, Kultur und Politik aus. Sie lösen identitätsstiftende Prozesse aus, verschieben wirtschaftliche Abhängigkeiten und verstärken soziale Spannungen. Mythen wie jene von Wilhelm Tell oder Arnold von Winkelried stehen für Freiheit und Einigkeit der Schweiz. Der Einsatz von Schweizer Söldnern in fremden Händeln und später die Rüstungsindustrie führen zu wirtschaftlichen Verflechtungen. Konflikte beeinflussen auch die Migration und verändern die Geschlechterrollen. Sie lösen Protestbewegungen aus wie auch humanitäres Engagement und Friedenspolitik.


Nachdenken über die Neutralität
Die neue Ausstellung «Wir und der Krieg» im Landesmuseum Zürich zeigt anhand von zahlreichen historischen Objekten, Videoinstallationen, Geschichten und Aussagen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, wie eng Krieg, Gesellschaft und Politik miteinander verflochten sind. Auch die Neutralität ist ein Thema: Ein interaktiver «Neutralitätskompass» begleitet auf dem Rundgang und lädt ein, sich über die eigene Einstellung zur Bedeutung der Neutralität Gedanken zu machen.
Den Abschluss der Ausstellung bildet die Videoinstallation «Repeat after Me», in der ukrainische Geflüchtete die Geräusche von Schüssen, Artillerie und Sirenen nachahmen. Die Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, diese Klänge nachzusprechen – als eindringliche Erinnerung daran, dass Krieg nicht nur Geschichte ist, sondern auch heute Erfahrungen prägt und Menschen bewegt.
«Wir und der Krieg»: 17. April 2026 bis 17. Januar 2027, Landesmuseum Zürich.
Führungen für Seniorinnen und Senioren am Donnerstag, 30. April, 4. Juni und 16. Juli von 14 bis 15:15 Uhr. Öffentliche Führungen jeweils am Samstag und Donnerstag.
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