Einer der Letzten seiner Art tritt ab

Felix Schaad hat mit seinen Comics und Karikaturen jahrelang die Leserschaft von Zeitungen und Magazinen erheitert. Ob US-Präsident Trump oder Abwart Zwicky, sein Strich war stets gleich liebevoll, sein Ton gleich frech. Nun geht er in Pension.

Text: Monica Müller, Fotos: Christian Senti

Karikaturist Felix Schaad
© Christian Senti

«Je verreckter die Welt, desto mehr Stoff haben die Karikaturisten». So bringt Felix Schaad die Lage der Welt und seine Rolle darin auf den Punkt. Und genau das hat ihn ein Berufsleben lang an seinem Job fasziniert: die Essenz einer News, eines Konflikts zu erfassen. Und mit seiner Feder das auszudrücken, was die Redaktion nicht schreiben darf. Auch wenn die politische Ausgangslage für ihn als Karikaturisten nicht besser sein könnte, ist er nicht unglücklich darüber, dass er nun als Zeichner beim «Tages-­Anzeiger» pensioniert wird.

Vermissen wird er den Austausch mit der Redaktion. Und die schönen Beziehungen, die er über die vergangenen 27 Jahre mit der Leserschaft aufgebaut hat. Schreibt ihm ein Leser: «Ich habe die Zeitung fallenlassen, weil ich so lachen musste», ist dies für ihn das schönste Kompliment. Nicht fehlen wird ihm der ständige Abbau, der die Belegschaft unter Druck setzt. Und im Zuge dessen sein Pensum für sein letztes Jahr auf 50 Prozent gekürzt wurde. Dieses «Fade-out» aus seinem intensiven Berufs­leben habe ihm aber gutgetan. Er hatte mehr Zeit zum Kochen nach Ottolenghi, Handorgelspielen, Singen im Balkanchor, Velofahren.

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