
Orangen: Voll im Saft
Mit Orangen wappnet man sich jetzt gegen Pfnüsel und den Winter-Blues. Dank Vitaminen, Farbe und Duft.
Text: Anita Lehmeier
Orangen sind gute Verbündete, wenn es um die Stärkung des Immunsystems geht. Das matchentscheidende Bauteil: Vitamin C. Zwei Orangen decken den täglichen Bedarf. Zwar sind sie nicht die Vitamin-C-Rekordhalter – da werden Orangen von Hagebutten, Sanddorn, Peterli, Rosenkohl und Broccoli um Längen geschlagen, aber dieses Manko machen die Früchte mit Aroma, Duft und Süsse wett. Kein Wunder futtern wir im Schnitt fünf Kilogramm pro Jahr und Person. Auch in Form von Saft sind Orangen die Publikumslieblinge: Jährlich konsumieren wir ganze 6,5 Liter pro Kopf.
Auch Vitamin B ist in Orangen enthalten; es hilft beim Energiestoffwechsel und regt die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin an – weshalb die Früchte zu guter Laune und Gelassenheit beitragen. Schon beim Schälen werden ätherische Öle freigesetzt, die unsere Stimmung anregen und aufheitern helfen. Das enthaltene Kalium soll ausserdem dem Blutdruck helfen und das Herz schützen.
Ihre Heimat hat die Orange in China, ihr alter Name Apfelsine – Apfel aus China – weist darauf hin. Alexander der Grosse brachte sie gegen 300 v. Chr. in den Nahen Osten. Aber erst mit der Entdeckung des Seeweges nach Indien kamen Orangen ab dem Jahr 1500 auch nach Europa. Lange waren sie ein Luxusprodukt. An den fürstlichen Höfen galten Orangerien als très chic: in verglasten, geheizten Gewächshäusern wurden die Früchte in kostbaren Porzellantöpfen kultiviert und auf festlichen Tafeln den Gästen präsentiert. In der Elfenau in Bern steht übrigens eine dieser Orangerien, die prächtigsten befinden sich dagegen in Versailles, Schönbrunn und Potsdam, wo einst Kaiser und Könige residierten.
Heute ist die Orange ein Massenprodukt, jährlich werden in tropischen Regionen rund 76 Millionen Tonnen produziert, 17 Millionen allein in Brasilien, 10 Millionen in Indien, 7,6 Millionen in China. In Europa werden die Früchte in Spanien, Italien und Griechenland angebaut, zusammen rund 6 Millionen Tonnen. Bei uns wachsen keine Orangen, die Pflanzen haben es eben gern sonnig und warm. Es gibt zwar eine Frucht namens Schweizer Orange, allerdings handelt es sich dabei um einen Apfel.
Orangen aus den Tropen sind grün
Weltweit sind 600 Organgensorten bekannt, von den süssen Navelas bis zu den sauren Blutorangen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Reifezeit der Früchte liegt zwischen 6 und 18 Monaten, ein Baum trägt erst ab drei Jahren Früchte. Grosse Bäume können bis zehn Meter in die Höhe wachsen und tragen bis zu 200 Kilogramm Früchte. Die in den Tropen geernteten Früchte sind übrigens grün, auch wenn unsere Vorstellung von Orangen orange ist.
Nur Früchte aus Südeuropa bilden den Orangeton von selbst aus, dank der tieferen Temperaturen zur Erntezeit. Um unsere Vorliebe für den rötlichen Goldton zu treffen, werden grüne Früchte nach der Ernte mit Ethyl begast, damit sie ihre charakteristische Farbe ausbilden.
Orange steht in der Farbenlehre übrigens für Optimismus und Lebensfreude. Also, nichts wie ran!
Schinken-Carpaccio mit Bitterorangen-Vinaigrette
Für 1 Person
Zubereiten: ca. 10 Minuten
Zutaten
- 50 g Gewürzschinken, geschnitten
- ½ Orange, geschält, in dünnen Scheiben
Vinaigrette
- 1 EL Apfelessig
- ½ Bio-Orange, Schale in feinen Streifen,
- beiseitegestellt, ausgepresster Saft
- 4 EL kaltgepresstes Rapsöl
- 1 EL Bitterorangenkonfitüre
Zubereitung
Schinken und Orangenscheiben auf Tellern anrichten.
Vinaigrette
Essig und Orangensaft mit den restlichen Zutaten gut verrühren. Schinken und Orangen mit der Vinaigrette beträufeln, mit Orangenzesten bestreuen. Grissini oder Brot dazu servieren.
Überbackene Orangen mit Läckerli
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 30 Minuten
Kühl stellen: ca. 2 Stunden
Zutaten
- Butter für die Förmchen
- 3–4 Orangen
- 140 g Läckerli, grob gehackt
- 2 EL Grand Marnier
- 50 g Crème fraîche
- 1 Eigelb
- Wenig Ingwerwurzel, fein gerieben oder
- 1 EL Zitronensaft
Meringage
- 1 Eiweiss
- 1 Prise Salz
- 40 g Zucker
- 2 Läckerli, in feinen Streifen
Zubereitung
- Von den Orangen die Schale mitsamt der weissen Haut wegschneiden. Die Orangen halbieren und in dünne Scheiben schneiden, dabei den Saft auffangen. Die Läckerli mit dem aufgefangenen Orangensaft und allen Zutaten bis und mit Ingwer oder Zitronensaft verrühren.
- Läckerli-Masse in die vorbereiteten Förmchen verteilen, Orangen darauf anrichten, zugedeckt 1–2 Stunden kühl stellen. 30 Minuten vor dem Backen aus dem Kühlschrank nehmen.
- Meringage: Eiweiss mit Salz steif schlagen. Zucker einrieseln lassen und weiterschlagen, bis die Masse glänzt und sehr fest ist. Masse auf den Orangen verteilen, mit Läckerli verzieren.
- In der Mitte des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 10–12 Minuten backen. Vor dem Servieren leicht abkühlen lassen.
Lachsforelle mit Orange
Für 2 Personen
Zubereiten: ca. 25 Minuten
Zutaten
- 300 g Lachsforellenfilets, mit oder ohne Haut Salz, Pfeffer
- 2 EL Bitterorangenkonfitüre
- 2 EL Sojasauce
- ½–1 TL Ingwer, gerieben
- ½ Knoblauchzehe, gepresst
- 1 TL Rapsöl
- ½ EL Sesamsamen
- 1 EL Koriander oder Petersilie, gehackt
- ½ Orange, in Schnitzen
Zubereitung
Lachsforellenfilets kalt abspülen, mit Haushaltpapier trocken tupfen. Auf das vorbereitete Blech legen, würzen. Konfitüre, Sojasauce, Ingwer, Knoblauch und Öl verrühren, auf den Fischfilets verteilen. Sesam darüberstreuen. In der Mitte des auf 200 °C vorgeheizten Ofens 8–10 Minuten backen. Koriander oder Petersilie darüberstreuen. Mit Orangenschnitzen servieren.
Tipp
Dazu passt Lauch-Reis: 150 g Parfümreis waschen, bis das Wasser klar ist. 2,5 dl Wasser und ½ TL Salz aufkochen. Reis beifügen, zu- gedeckt 5 Minuten garen. Einen halben, in feine Ringe geschnittenen Lauchstängel bei fügen, 5–7 Minuten fertiggaren.
Orangen-Roulade
Für 12 Stück
Zubereiten: ca. 1 Stunde
Kühl stellen: ca. 3 Stunden
Zutaten
Roulade
- 3 Eigelbe
- 75 g Zucker
- 1 EL Wasser, heiss
- 75 g Mehl
- ¼ TL Backpulver
- 3 Eiweisse
- 1 Prise Salz
- 1 EL Zucker
Füllung
- 3 Bio-Orangen
- 50 g Mascarpone
- 2 dl Vollrahm
- 50 g Zucker
- 1 EL Grand Marnier
- 1 Päckchen Vanillezucker
- 100 g Bitterorangenkonfitüre
- wenig Puderzucker
Zubereitung
- Roulade: Eigelb, Zucker und Wasser 3–5 Minuten schlagen, bis die Masse hell und schaumig ist. Mehl und Backpulver mischen. Eiweiss mit Salz steif schlagen, Zucker beigeben, kurz weiter schlagen, bis die Masse glänzt. ¼ des Eischnees unter die Eimasse rühren, Rest mit der Mehlmischung darunterziehen. 1 Backpapier auf den Blechrücken legen. Teigmasse daraufgeben, zu einem Quadrat (ca. 27 cm Kantenlänge) ausstreichen. In der Mitte des auf 220 °C vorgeheizten Ofens 7–9 Minuten backen. Biskuit auf ein zweites Backpapier stürzen. Oberes Backpapier ablösen, Biskuit sofort mit dem Blech zudecken, vollständig auskühlen lassen.
- Füllung: Die Schale der Orangen in eine Schüssel abreiben. 1,5 dl Saft auspressen, restliche Orangen beiseite stellen. Saft auf 0,5 dl einkochen, auskühlen. Saft und alle Zutaten bis und mit Vanillezucker in die Schüssel geben, mit den Schwingbesen des Handrührgeräts zu einer schaumigen Masse aufschlagen.
- Vom Biskuit bei Bedarf die trockenen Ränder abschneiden. Konfitüre dünn auf dem Biskuit ausstreichen. Die Füllung darauf verteilen, glatt streichen, aufrollen. Zugedeckt 2–3 Stunden kühl stellen.
- Roulade mit Puderzucker bestäuben. Restliche Orangen filetieren, dazu servieren.

Cranberry-Orangen-Whoopies
Für 20-25 Stück
Zubereiten: ca. 70 Minuten
Spritzsack mit glatter und mit gezackter Tülle
Zutaten
Teig
- 100 g Butter, weich
- 125 g Zucker
- 1 Msp. Salz
- 2 Eier, Raumtemperatur
- 1 Bio-Orange, abgeriebene Schale
- 150 g Mehl
- ¾ TL Backpulver
- 40 g getrocknete Cranberries, fein gehackt
- 4 EL getrocknete Cranberries
Füllung
- 200 g Butter, weich
- 80 g Puderzucker
- 2 TL Vanillezucker
- 3 EL Orangensaft
- 3 EL Preiselbeerkonfitüre
Zubereitung
- Teig: Aus allen Zutaten bis und mit Backpulver einen gerührten Teig zubereiten, 40 g Cranberries daruntermischen.
- In den Spritzsack mit glatter Tülle füllen. Mit genügend Abstand Rondellen von 3–4 cm Ø auf die vorbereiteten Bleche spritzen. Mit Cranberries bestreuen.
- Im auf 160 °C Heissluft/Umluft vorgeheizten Ofen 10–12 Minuten backen. Auf Kuchengitter auskühlen lassen.
- Füllung: Butter, Puderzucker und Vanillezucker cremig schlagen. Orangensaft beifügen und 4–5 Minuten weiterschlagen. In den Spritzsack mit gezackter Tülle füllen. Konfitüre auf die Hälfte der Whoopie-Rondellen verteilen. Füllung daraufspritzen, mit restlichen Rondellen bedecken. Bis zum Servieren kühl stellen.
Orangen-Chili- Konfitüre
Ergibt ca. 7dl
(4 Gläser à 1.75 dl Inhalt)
Zubereiten: ca. 45 Minuten
Zutaten
- 1,5 kg Bio-Orangen
- 500 g Zucker
- 2 TL Chiliflocken
Zubereitung
Vorbereiten
Die Gläser und Deckel gründlich reinigen, dann für ca. 10 Minuten in siedendem Wasser kochen. Gläser und Deckel auf einem sauberen Tuch abtropfen lassen, nicht unnötig berühren.
Zubereiten
Von 2 Orangen die Schale abschälen (nur den orangen Teil) und in feinste Streifchen schneiden. Alle Orangen mit dem Messer schälen, sodass die weissen Häutchen entfernt sind. Die Fruchtfilets herausschneiden und in kleine Stücke schneiden, dabei den entstandenen Saft auffangen. Orangenstücke und Saft wägen (ergibt ca. 750 g). Orangenstücke, -saft, -schale, Zucker und Chili in eine weite, grosse Pfanne geben. Unter gelegentlichem Rühren 15 bis 20 Minuten köcheln
Gelierprobe
1 TL Masse auf einen Teller geben, auskühlen lassen. Wird die Masse nicht fest, die Konfitüre 2–3 Minuten weiterkochen. Gelierprobe wiederholen.
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