Gratis durch Zürich

Von wegen, die Schweiz ist so teuer. In unserer Serie «Gratis durch …» präsentieren wir Ihnen Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten, die Laune machen und das Portemonnaie schonen. Heute in Zürich.

Zusammengestellt von Jessica Prinz

Leihvelo

Was im internationalen Vergleich überschaubar bleibt, ist für Schweizerinnen und Schweizer doch recht gross: Die Stadt Zürich dehnt sich über fast 88 km² aus und bietet Raum, sich zu verirren. Davor ist man auch mit einem Velo nicht gefeit, jedoch kommt man damit schneller von A nach B. Bei «Züri rollt» kann man direkt beim Europaplatz am Hauptbahnhof gratis ein Stadtrad ausleihen – gegen ein Pfand von CHF 20.-.

Vom Bahnhof in ca. 5 Minuten zu Fuss zu erreichen. Zur Wegbeschreibung.
Züri rollt – Velostation, Kasernenstrasse 100, 8004 Zürich, 044 291 94 33 
zuerich.com/zueri-rollt

Darf’s ein bisschen mehr sein? Wer lieber elektrisch unterwegs ist, kann für CHF 30.-/Tag ein E-Bike mieten und damit die Stadt noch gemütlicher erkunden. Diese können im Voraus über den Webshop gebucht werden.

KiöR

In Zürich können zahlreiche kleinere, aber auch ganz grosse Kunstwerke öffentlich bestaunt werden. Das Projekt mit dem Akronym «KiöR» («Kunst im öffentlichen Raum») hat zum Ziel, Kunst zugänglicher zu machen, die Diskussion darüber zu begleiten und öffentliche Räume als Gestaltungsraum begreifbar zu machen. Eine Übersicht über die Werke von Max Bill bis zu Jean Tinguely und diversen weiteren Künstlerinnen und Künstler findet sich auf dieser Karte.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Zürich Tourismus bietet jeweils samstags eine geführte E-Bike Tour an, die im Stadtteil Zürich West zu verschiedenen öffentlichen Kunstwerken, Kunst am Bau sowie «versteckten oder witzigen Werken, die nur Insider kennen» führen. Die Führungen kosten CHF 25.- pro Person und können online gebucht werden: zuerich.com/e-bike-tour-oeffentliche-kunst

Berg- und Seilbahnen

Ob der Uetliberg tatsächlich als Berg bezeichnet werden kann, darüber scheiden sich die Geister. Allerdings bietet er eine fantastische Aussicht auf die umliegenden Berge – etwa den Säntis oder die Glarner Alpen. Mit dem GA ist die Fahrt in der Uetlibergbahn, die auf dem unterirdischen Gleis 22 des Zürcher Hauptbahnhofs startet, gratis. Auch andere Seil- und Standseilbahnen, die zum öffentlichen Verkehrsnetz gehören, können mit dem GA kostenlos benutzt werden: die Seilbahn Rigiblick, die vom Quartier Oberstrass zum Züriberg hochführt, die Polybahn vom Central zur ETH, die Dolderbahn, die zum gleichnamigen 5-Sterne-Grandhotel fährt, oder die Felseneggbahn, die von Adliswil in die Höhe «fliegt».

UBS Polybahn, Limmatquai 144, 8001 Zürich, Tel. 044 411 41 11. Zur Wegbeschreibung
Wegbeschreibung zur Seilbahn Rigiblick.
Felseneggbahn, Zelgstrasse 80, 8134 Adliswil, Tel. 044 206 46 80. Zur Wegbeschreibung.

Darf’s ein bisschen mehr sein? Im Restaurant Felsenegg, das nur wenige Gehminuten von der Bergstation der Felseneggbahn entfernt ist, fühlt man sich schon fast wie in den Bergen. Hier gibt es mit Blick auf den Zürichsee und die Stadt Älplermagronen, Bündner Capuns oder Käsefondue. felsenegg.com/

Archäologische Fenster

Die heissen Sommertage lassen noch auf sich warten, von einer Abkühlung in unterirdischen Gängen darf man trotzdem schon träumen. Dafür gibt es einen ganz besonderen Schlüssel in Zürich. Dieser ist im Erdgeschoss des Stadthauses am Schalter S hinterlegt und führt zu den archäologischen Fenstern. An 25 Orten in der Stadt lässt sich Geschichte erleben – dort, wo sie sich abgespielt hat. So kann man etwa die römischen Bäder von Turicum, den Grabstein eines römischen Buben oder die Krypta der Wasserkirche besichtigen. Bei der Abholung des Schlüssels muss einzig ein gültiger Ausweis hinterlegt werden.

Zu Fuss vom Bahnhof in ca. 13 Minuten zu erreichen. Zur Wegbeschreibung.
Stadthaus Stadt Zürich, Stadthausquai 17, 8001 Zürich
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 8–18 Uhr, Samstag 9–12:30 Uhr
Schalter S im Erdgeschoss, vom Eingang aus rechterhand

MyClimate Audio Adventure

Auf dem Stadtrundgang von MyClimate erfährt man via Audioguide allerhand über Artenvielfalt und Umweltschutz in der Stadt Zürich. Der Spaziergang durch die Quartiere, Plätze und Gärten dauert rund 2,5 Stunden, der begleitende Audioguide informiert während einer Stunde, etwa über die Limmatwärme und neue Wohnformen. Start ist am Zürcher Hauptbahnhof, hier gehts zum Audioguide.

Friedhof Sihlfeld

Der Friedhof Sihlfeld ist ohnehin einen Besuch wert, weil er mit seinen 288’000m² die grösste Parkanlage Zürichs ist. Zusätzlich interessant macht ihn ein Audioguide, der entwickelt wurde, um das eigene Verhältnis zu Leben, Tod und Erinnerung zu reflektieren. In diesem Sinn empfehlen die Macher:innen des Audioguides auch, den Weg allein zu begehen (Dauer ca 1 Stunde). Ist man zu zweit unterwegs, so heisst es, solle man mit ein wenig Abstand den Rundgang starten. Zudem beschäftigt sich das Friedhof Forum, das «Büro für die letzte Reise», in wechselnden Ausstellungen immer mit Fragen rund um das Sterben. Aktuell mit «You want it darker» – zum Thema des nahenden Todes in Pop- und Rocksongs.

Vom Bahnhof mit dem Tram Nr. 3 (Richtung Zürich, Albisrieden) bis Zürich, Albisriederplatz. Von dort in etwa 6 Minuten zu Fuss zum Friedhof Forum. Zur Wegbeschreibung
Friedhof Forum, Aemtlerstrasse 149, 8003 Zürich, Tel. 044 412 55 72
stadt-zuerich.ch/friedhofforum

Kneippen beim ETH Campus Hönggerberg sowie beim Klus Park

Das Wechselspiel aus warm und kalt gibt es in Zürich an mehreren Adressen. 2008 wurde im ETH Campus Hönggerberg eine Kneippanlage eröffnet, die oberhalb der Grossstadt mit frischem Quellwasser gespiesen wird. Zudem gibt es eine Anlage in der öffentlich zugänglichen Parkanlage des Alterszentrum Klus Park, die aus einem Tretbecken und einem Armbad besteht.

Kneippanlage ETH Campus Hönggerberg, Franz-Reuleaux-Weg, 8049 Zürich, Tel. 044 482 04 87. Zur Wegbeschreibung.
Kneippanlage beim Klus Park, Asylstrasse 130, 8032 Zürich, Tel. 044 414 03 33. Zur Wegbeschreibung.

Stadtoasen

Inmitten des städtischen Trubels bieten sie willkommene Rückzugsorte: Die Zürcher Stadtoasen sind weniger bekannt als die gängigen Sehenswürdigkeiten, bieten allerdings Platz zum Durchatmen. Hierzu zählen laut Zürich Tourismus etwa die Parkanlage der Villa Patumbah mit ihrem prächtigen Garten, der Rechberggarten, wo sich sowohl Studierende als auch Familien ausruhen, oder die Giacometti-Fresken, die die Zürcher Polizeiwache zur wohl schönsten weltweit macht. Hier findet sich eine Stadtoasen-Sammlung: zuerich.com/de/besuchen/stadtoasen-in-zuerich

Darf’s ein bisschen mehr sein? Im Erdgeschoss der Villa Patumbah befindet sich das Heimatschutzzentrum des Schweizer Heimatschutzes. Die Organisation hat zum Ziel, «bei Gross und Klein das Interesse und die Freude an Baukultur zu wecken». Das passiert unter anderem mit Ausstellungen, Führungen und Workshops in der Villa Patumbah. Der reguläre Eintritt kostet CHF 10.-.

Brunnenguide

Zürich gehört mit über 1200 Wasserquellen zu den brunnenreichsten Städten der Welt. Sie alle haben ihre eigene Geschichte, sind mal schlichter, mal aufwendiger verziert und verleihen der Stadt ihren besonderen Charme. Im Sommer erfreuen sie sich besonderer Beliebtheit, denn ein Grossteil der Brunnen führt Trinkwasser. Wer mit einer Wasserflasche ausgestattet ist, ist also klar im Vorteil und kommt gut versorgt durch den Tag in der Stadt. 

Im Brunnenguide bekommt man einen Einblick in die Vielfalt der Wasserquellen Zürichs. Die Wasserversorgung der Stadt bietet in den Sommermonaten zudem jeden ersten Mittwoch im Monat öffentliche Brunnentouren durch die Altstadt an. Treffpunkt: 18 Uhr beim Manessebrunnen am Hirschengraben 1.

Live-Konzerte in der Barfussbar

Jeden Mittwochabend gibt es da, wo sich tagsüber bis zu 150 Frauen mit und ohne Bikinioberteil sonnen, Gratis-Konzerte. Die Künstlerinnen und Künstler stammen vorwiegend aus der Region, der Eintritt ist gratis. Laut Veranstalterin kann man sich mit einer Kollekte ein paar Karmapunkte dazu verdienen.

Vom Bahnhof zu Fuss in ca. 16 Minuten zu erreichen. Zur Wegbeschreibung.
Frauenbad Stadthausquai, Stadthausquai 12, 8001 Zürich
barfussbar.ch/de/live-am-mittwuch/

Gratis durch…

Dieser Beitrag und die Serie «Gratis durch…» wurde redaktionell erstellt und beinhaltet keine Kooperationen. Die vorgeschlagenen Tipps und Sehenswürdigkeiten sind teilweise nur mit dem GA oder der Tageskarte der SBB kostenlos. Bei Änderungen übernimmt die Redaktion keine Haftung. Allfällige Fehler können gerne an jessica.prinz@zeitlupe.ch gemeldet werden.

Eine Übersicht über die vorgeschlagenen Tipps gibt es auf dieser Liste auf Google Maps.

Beitrag vom 28.05.2024
  • stoll rosmarie sagt:

    ist das nicht ein wenig übertrieben mit dem Wort «Gratis». Gratis mit dem GA auf den Üetliberg, aber wie komme ich zu einem gratis GA????

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