Schwimmbad Aarburg AG © Tanja Schätti, Schweizer Heimatschutz

Lago mio!

Der Führer «Die schönsten Bäder der Schweiz» macht Lust auf Sommer. Viele der vorgestellten Badis sind so idyllisch, dass sie einen Ausflug lohnen.

Text: Claudia Senn

Bei den ersten im 19. Jahrhundert erbauten Schweizer Badeanstalten ging es noch darum, dass all jene sich waschen konnten, die kein Badezimmer im Haus hatten. Inzwischen sind die unzähligen Schweizer Badis längst fürs Freizeitvergnügen da. Nirgendwo sonst kann man so herrlich den Sommer vertrödeln, die opulenten Tattoos des Liegestuhl-Nachbarn studieren oder Gespräche von Leuten belauschen, mit denen man sonst keinerlei Berührung hat. Badis gehören zu den letzten wirklich demokratischen Orten des Landes. Hier treffen sich alle Altersgruppen, alle Einkommensklassen und Bildungsschichten mit demselben Ziel: Wasser und Sonne an die Haut zu lassen, faul im Schatten dösen zu dürfen, ganz Mensch zu sein. 

Gruebibad Adelboden BE
Gruebibad Adelboden BE © Tanja Schätti, Schweizer Heimatschutz

Die älteste Badi Europas

Warum nicht einmal eine besonders lohnenswerte Badi in einen Sommerausflug mit einplanen? Soeben ist ein vom Heimatschutz herausgegebener Führer mit den 50 schönsten Freibädern des Landes erschienen, der dafür reichhaltige Inspiration bietet. Er stellt Trouvaillen wie die 1870 erbaute Schaffhauser Rhybadi vor, die als älteste Badeanstalt Europas gilt und mit ihrer Holzkonstruktion wie ein imposantes Schiff wirkt, das am Rheinufer angelegt hat. Oder das Frauenbad Kreuzweiher in St. Gallen, wo die Gäste in einem Teich planschen, der einst als Wasserspeicher für den Fall eines Brandes in der mittelalterlichen Stadt angelegt worden war. Ob See-, Fluss- oder Chlorwasser – viele der Bäder wirken so idyllisch, dass man sich fragt, warum man eigentlich immer am selben Ort schwimmt. Könnte es woanders nicht noch schöner sein?

Frauenbad Kreuzweiher SG
Frauenbad Kreuzweiher SG © Tanja Schätti, Schweizer Heimatschutz

Die sorgfältig kuratierte Auswahl zeigt nicht nur den Reichtum der Schweizer Freibadkultur auf, sondern geht auch auf die Architekturgeschichte ein und stellt den Bäderbaupionier Beda Hefti vor, der ab den 1930-Jahren ganze 15 Badeanstalten baute, von denen 9 noch immer in ihrer ursprünglichen Form in Betrieb sind. Das Büchlein in Postkartengrösse passt in jede Strandtasche.

Schweizer Heimatschutz: «Die schönsten Bäder», vollständig überarbeitete Neuauflage, 128 Seiten, zweisprachig (D/F), Verkaufspreis: Fr. 20.-, für Heimatschutzmitglieder Fr. 15.-, Bestellung unter heimatschutz.ch/shop

Beitrag vom 19.05.2026

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