© Genève Tourisme

Vielfältige Stadt Genf

Genf ist immer eine Reise wert. Jetzt aber erst recht: Denn noch bis Ende August bietet der Geneva Resort Pass, der von verschiedenen Hotels offeriert wird, über 30 kostenlose und viele vergünstigte Angebote. Empfehlenswert sind etwa der Besuch eines Uhren- oder Gin-Workshops. Und wer gern inmitten eines herrlichen Parks nächtigen oder essen möchte, besucht das Hôtel du Parc des Eaux-Vives.

Von Marc Bodmer

Auch wenn Reisen ins Ausland einfacher geworden sind, der Aufwand und die Unsicherheiten sind nach wie vor gross. Ganz nach dem altbekannten Motto «Warum in die Ferne schweifen …» sind ein paar Tage oder gar Wochen am Genfersee eine inspirierende Alternative.

Die Vielfalt der Möglichkeiten, welche die Rhônestadt Genf bietet, ist eindrücklich: Sie reicht unter anderem von Aktivitäten auf dem See über Ausflüge in die umliegenden Rebberge bis zur Besichtigung der verschiedenen Museen. Die Zeitlupe hat zwei Workshops herausgepickt, die auf ihre Art einzigartig sind.

Ticken sie richtig?

Die meisten von uns tragen eine Armbanduhr. Manche haben einen grossen sentimentalen Wert, sind Hochzeits-, Jubiläums- oder gar Konfirmationsgeschenke. Andere sind rein funktional und liefern schmucklos, aber zuverlässig die Zeit. Doch was tickt in ihrem Innern? Wie greifen die Zahnrädchen und Federn ineinander, damit eine präzise Anzeige erfolgt? Im Workshop des Ateliers Initium (Dauer drei Stunden, Kosten CHF 350.–) in der Genfer Altstadt erhält man einen unvergleichlichen Einblick in die Uhrmacherkunst und kann natürlich selber Hand anlegen.

Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Zeitmessung und dem Aufbau einer Armbanduhr zeigt Workshop-Leiter Fabiano, wie es geht. Was beim Routinier einfach aussieht, ist für Ungeübte ein bisschen ein «Gniffel», denn selbst bei diesem grosszügigen «Kaliber» sind die Schrauben und Rädchen winzig klein. Doch der Arbeitsplatz ist gut beleuchtet. Die richtigen Instrumente, Pinzette, Schraubenzieher, ein Kunststoffstift und ein erhöhter Arbeitstisch, laden ein, das Wagnis einzugehen.

Wer nicht mehr die ruhigste Hand hat, dem hilft Fabiano mit Atemtechniken, die auch Scharfschützinnen einsetzen, um das ferne Ziel zu treffen. Das Auseinanderschrauben, ist schnell gemacht. Wichtig ist, dass man sorgfältig die einzelnen Komponenten in die Fächer der flachen Schale sortiert, damit es später kein Durcheinander gibt.

Einmal die nackte Platine vor sich, zeigt Fabiano, wie der Rückbau vor sich geht. Hier ein Zahnrädchen, dort ein Hammer (er misst knapp zwei Millimeter), da ein Schräubchen. Es ist ein erhebendes Gefühl, wenn man die filigranen Rädchen wieder an ihren Platz bringt und sie sich mit feinem Klicken einmitten. Dann müssen sie noch fixiert werden. Über den Achsen müssen die «Rubine» angebracht werden. Sie halten der Reibung besser stand als Metall. Die Abdeckung hält man mit dem Plastikstift an Ort, während man die Schraube anzieht, damit nichts mehr verrutscht. Am Ende des Workshops schätzt man die kleinen Wunderwerke am Handgelenk umso mehr.

Wer noch tiefer in die Uhrenmacherkunst eintauchen will, kann aus aus einer Auswahl von Gehäusen, Lunetten, Zeigern usw. – über 500’000 Kombinationen sollen möglich sein – eine eigene mechanische Uhr kreieren und dann eigenhändig zusammenbauen. Ein solcher Workshop nimmt dann aber einen halben bis ganzen Tag in Anspruch und kostet natürlich deutlich mehr: Handaufzugsuhrwerk CHF 1690.–, Automatikuhrwerk CHF 1990.–.

Ein Gin mit der schönen Rosemarie

Wohl eher den Liebhaberinnen und Connaisseurs gebrannter Wasser vorbehalten, ist der Gin-Workshop (Dauer rund zwei Stunden, Kosten CHF 150.–) in der La Destillerie Bar/Lab, die sich mitten im beliebten Universitätsviertel Plainpalais befindet. Gegründet hat sie der frühere Banker Quentin Verne, der schon während seiner Studienzeit in Grossbritannien in den Bann der aufkommenden Mikrodestillerien und der Gin-Produktion kam. Zurück in Genf entwickelte er zusammen mit einem Freund insgeheim in einer Garage sein eigenes Gin-Rezept. Doch dann rief die Arbeitswelt.

Destillationsapparat Rosemarie © zVg

Als seine Karriere als Banker nach ein paar Jahren ins Wasser fiel, besann er sich seiner Leidenschaft – und gab ihr eine neue Plattform: La Destillerie Bar/Lab. Hier stellt Verne auch seinen eigenen Gin Lux her, von dem er bis dato rund 3000 Flaschen verkauft hat.

Im hinteren Teil der Bar und in unmittelbarer Nähe von Rosemarie, dem wohl schönsten Destillationsapparat, den der Schreibende kennt, erklärt Workshop-Leiter Eliot, was Gin auszeichnet und wer ihn erfunden hat. Nicht wir Schweizer und auch nicht die Engländer – so viel sei hier verraten.

Aus einer Auswahl verschiedener getrockneter Gewürzen, Beeren und Rinden, die in Gläschen abgefüllt sind und einer kleinen Schachtel auf dem Tisch stehen, komponieren wir eine Aromastruktur, die Genuss verspricht. Die Basis bilden immer Wachholder, Koriandersamen und Engelwurz. Eliot empfiehlt nicht mehr als 13 Zutaten, die zuvor in Grammbruchteilen abgewogen werden, in die Schale zu werfen.

Einmal komponiert geht es zusammen mit einer Mischung aus 96-prozentigem Alkohol und Wasser in die kleine Brennblase. «Das Wasser schützt die Zutaten, die sonst vom hochprozentigen Alkohol zerstört würden», erklärt Eliot und weist gleich darauf hin, dass der Sprit früher verdampft als das Wasser. Letzteres bleibt zurück in der Brennblase, während der Alkoholdampf durch die Kühlspirale in einen Behälter tropft.

Den Vorlauf des Destillats wird ebenso weggekippt wie das Ende. Das Herzstück wird in einen Messbecher abgefüllt und auf 40 Volumenprozent verdünnt. Und: Der frischgeborene Gin, dem man einen Namen geben kann, mundet und kann in der selbst etikettierten Flasche mitgenommen werden.

© zVg

Wie ein Fürst im Herrenhaus

Das Hôtel du Parc des Eaux-Vives ist ein Bijou umgeben von einer herrlichen Parkanlage.

Die Stadt Genf verfügt über 80 Hotels (Pensionen, Bed and Breakfast und dergleichen nicht mit eingerechnet), aber nur eines sitzt inmitten eines herrlichen Parks. Der Parc des Eaux-Vives liegt ein paar Minuten ausserhalb des Stadtkerns am See. Die Anlage blickt auf eine fast 500-jährige Geschichte zurück. Das Herrenhaus, das über dem sanft abschwingenden Wiesenhang thront, wurde 1750 erbaut. 1928 wurde gewissermassen im Rücken des Sitzes der noble Tennis-Club de Genève des Eaux-Vives gegründet. Den Fans des weissen Sports ist er als Veranstaltungsort des Geneva Open Turniers bekannt, wo sich Roger Federer und Co. die Ehre geben.

Red Woods in der Schweiz

Doch zurück zum Park, seinen unglaublichen Bäumen und dem zum Hotel umgebauten Herrenhaus. Verschiedene Botaniker haben sich hier verewigt und vor vielen Jahrzehnten, wenn nicht gar Jahrhunderten, kalifornische Red Wood und andere Tannen gepflanzt. Rhododendren und Azaleen begeistern die Besucherinnen und Besucher im Frühling. Im Sommer kann man sich hier entspannen, sich sogar eine Stunde auf den taufrischen Wiesen mit Yoga-Lehrerin Kathryn von der Schule «So Happy» gönnen.

Gerade mal sieben Zimmer – zwei davon Suiten – hat das Boutique-Vier-Sterne-Hotel zu bieten. Für den üblichen Schnickschnack wie Wellness und dergleichen hat es hier keinen Platz, dafür für zwei Restaurants und eine Bar. Das Restaurant «La Terrasse» überblickt den Park und den Genfersee. Wer also nicht das Glück hat, hier zu nächtigen, kann zumindest bei einem Mittagessen die unvergleichliche Aussicht geniessen.

Im Restaurant «Gusto», das zum Fünf-Sterne-Schwestern-Hotel «Le Métropole» in der City gehört, locken die Neuinterpretationen italienischer Klassiker, im «Le 82» wird aufwändiger gekocht. In beiden Restaurants macht die mondäne Atmosphäre einen Besuch aber mehr als wert.

Mehr zum Hôtel du Parc des Eaux-Vives hier.

Geneva Resort Pass

Noch bis zum 31. August offerieren verschiedene Hotels in Genf gratis den Geneva Resort Pass. Mit diesem Ausweis können Sie die öffentlichen Verkehrsmittel der Stadt sowie über 30 verschiedene Angebote kostenlos benutzen. Für weitere Aktivitäten wie den Gin- oder den Uhren-Workshop bietet der Geneva Resort Pass 20 Prozent Vergünstigung.

Eine Liste der beteiligten Hotels und der verschiedenen Angebote finden Sie hier: https://www.geneve.com/de/staedtetrip-planen/spezialangebote/resort-pass

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte sie auch interessieren

Ausflüge

Faszinierende Vogelwelt

Auf der Exkursion von Pro Senectute Glarus und BirdLife Glarnerland geht es um Tannenhäher, Wintergoldhähnchen, Feldlerchen oder Elstern und Co.

Ausflüge

10 Ausflugstipps zum goldenen Herbst

Bald schon lockt der Herbst in seinen schönsten Farben – und kulinarischen Höhenflügen. Zehn Ideen, wohin die Reise gehen könnte.

Ausflüge

In luftiger Höhe durch den Wald

Seit dem 11. Juli warten Graubünden und die Destination Laax mit einer neuen Attraktion auf: Der längste Baumwipfelpfad der Welt hat seine Pforten geöffnet.

Ausflüge

Ein Schloss, zehn Kapellen und viel Natur

Wandernd unterwegs im Luzerner Seetal: Der 2020 eröffnete Kapellenweg führt an den Hängen des Lindenbergs vorbei an zehn Kirchen und Kapellen. Über dem Baldeggersee thront Schloss Heidegg.