Reinschauen! So toll und kreativ reagiert man auf die Krise

Konzerte, Museumsführungen, Tagebuch, Naturdokfilme: Hier erfahren Sie, welche neuen Angebote es in Corona-Zeiten gibt.

Ausgewählt von der Zeitlupe-Redaktion


Video-Führungen im Landesmuseum

Bald öffnet das Landesmuseum in Zürich wieder seine Tore. Bis dahin kann man die aktuellen Ausstellungen auf einem virtuellen Rundgang erkunden. Besonders empfehlenswert sind die so genannten Video-Führungen, in denen Fachreferentinnen und Fachreferenten ihr Wissen zu verschiedenen Exponaten weitergeben. Themen sind etwa:

  • «Swissness. Tradition und Innovation»: Von Schweizer Käse, Schokolade, Uhren, Heidi, Wilhelm Tell und Co. Welche Produkte und Symbole prägen das Bild der Schweiz? Ein Video über Schweizer Mythen.
«Swissness. Tradition und Innovation»
  • «Grönland 1912»: Der Schweizer Forscher Alfred de Quervain durchquerte 1912 Grönland. Das Video beleuchtet diese Pioniertat im ewigen Eis und verknüpft sie mit der Gegenwart. (Die Ausstellung dauert bis zum 18. Oktober).
  • «Geschichte der Videospiele»: Die Ausstellung «Games» (bis 6. September) folgt der historischen und technischen Entwicklung der Videospiele von den Spielhallen bis zu Virtual Reality.
  • «Der Allianzteppich»: Der so genannte Allianzteppich aus dem frühen 18. Jahrhundert aus der Ausstellung «Geschichte Schweiz» zeigt die Erneuerung der Sold-Allianz zwischen der Eidgenossenschaft und dem französischen König Louis XIV. Kuratorin Denise Tonella erklärt spannende Details. 
«Der Allianzteppich»

Hier gehts zu den Video-Führungen: landesmuseum.ch


Das Konzert kommt zu Ihnen!

Leere Bühnen und Säle, das gilt derzeit auch für das Zürcher Tonhalle Orchester. Doch dafür spielen die Musikerinnen und Musiker anderswo auf: In Alters- und Pflegeheimen im ganzen Kanton Zürich. Über 30 Konzerte sind geplant, grösstenteils im Freien, vom Soloauftritt bis zum Quintett, ganz gemäss den Vorgaben. «Wir freuen uns, im Rahmen von kleinen Spezialkonzerten zu musizieren und hoffen, in dieser herausfordernden Situation auf unsere Art ein bisschen Freude verschenken zu dürfen», schreibt das Orchester.

Konzert im Alterszentrum Klus-Park in Zürich

Details auf tonhalle-orchester.ch/solikonzert


80 Antworten zum Corona-Risiko ab 65

Dr. Dagmar Birkner-Binder, Dr. Cécile Fompeyrine, Tatjana Kistler von Pro Senectute Schweiz, Dr. Katharina Tobler (v. li.) © SRF

Begleitend zur «Puls»-Sendung vom 27. April haben vier Expertinnen per Chat allerlei Fragen aus dem derzeitigen Alltag von Menschen über 65 beantwortet. In drei Stunden sind so über 80 Antworten zusammengekommen. Und zwar zu ganz lebensnahen Fragen wie: Darf ich nun wieder einkaufen gehen, wenn ich keine Vorerkrankungen habe und mich an die BAG-Empfehlungen halte? («Nein, sollte man nicht») Oder kann ich meine Kleinkinder eine Woche zu meinen Grosseltern in die Ferien bringen, wenn wir dabei die öffentlichen Verkehrsmittel meiden und uns als Eltern bei der Übergabe an einen grossen Abstand halten? («Ja, dürfen Sie»).

Hier gehts zu allen Antworten des SRF-Puls-Chats.


Das «VierzigTageBuch»

Der Zürcher Rotpunktverlag macht gemäss Programm «Bücher, die wachhalten». Seine Autorinnen und Autoren werfen engagierte Blicke auf das aktuelle Geschehen. In der Corona-Krise auch per Blog: Im  «VierzigTageBuch» erzählen vierzig Schreiberinnen und Schreiber, wie sie diese aussergewöhnliche Zeit erleben. Zum Beispiel Cristina Cattaneo, Romana Garzoni, Köbi Gantenbein, Ruedi Widmer, Rolf Hermann, Patti Basler, Elisabeth Joris oder Irena Brezna. Das Projekt dient auch dem Crowdfunding.

Jetzt mitlesen: vierzigtagebuch.wixsite.com/rotpunktverlag/blog/


Zehn Tipps bei Angst und Sorgen

Die Krankenversicherung Sanitas hat eine Liste mit «Zehn Tipps gegen Ängste und Sorgen» in Zeiten des Corona-Virus erstellt. «Lassen Sie Ihre Gefühle zu», heisst es da etwa. Oder: «Geben Sie Ihrem Alltag klare Strukturen.»

Hier gehts zum Sanitas-Artikel.


Schreibende lesen per Videostream – zum Zvieri

Der Weltbild-Verlag bringt seine Autorinnen und Autoren via Videoübertragung in die Stuben – jeweils an verschiedenen Wochentagen, aber immer um 16 Uhr. Die Videos sind auch nachträglich auf der Facebook-Seite des Verlags oder auf dessen Youtube-Kanal abrufbar.

Die Weltbild-Lesungen in der Übersicht:

  • 23. April: Gabriel Palacios, «Wer tut dir gut». Hier gehts zum Video.
  • 27. April: Sebastian Fitzek, «Das Geschenk» und «Fische, die auf Bäume klettern». Hier gehts zum Video.
  • 30. April, 16 Uhr, Hendrik Berg, «Eisiger Nebel – Nordsee Krimi»
  • 4. Mai, 16 Uhr, Oliver Pötzsch, «Die Henkerstochter und der Fluch der Pest»
  • 7. Mai, 16 Uhr, Benjamin Cors, «Sturmwand»
  • 11. Mai, 16 Uhr, Jürgen Feder, «Der Pflanzenretter»
  • 14. Mai, 16 Uhr, Anne Barns, «Kirschkuchen am Meer»

Netflix stellt Dokumentarfilme gratis auf Youtube

Der grösste Streaming-Anbieter Netflix hat 34 lehrreiche Dokumentarfilme auf Youtube zur Verfügung gestellt – darunter die atemberaubend gefilmte Naturdokumentationsreihe «Our Planet», die von Sir David Attenborough erzählt wird. Ebenso kann man den erst kürzlich erschienen Mehrteiler «Babies» anschauen. Netflix ist damit dem vielfach geäusserten Wunsch von Lehrerinnen und Lehrern nachgekommen, diese Filme auch in Zeiten des Heimunterrichts für den Schulstoff nutzen zu können.

Hier gehts zur Übersicht aller 34 Filme.


Auch das Hirn braucht «Bewegung»

Damit unser Körper in der Selbstquarantäne nicht einrostet, braucht es tägliche und regelmässige Bewegung. Doch auch das Gehirn soll nicht zu kurz kommen. Synapso, die Fachstelle für Lernen und Gedächtnis der Universität Bern, hat deshalb speziell für ältere Menschen ein kostenloses Online-Programm entwickelt. Auf Hirncoach.ch kann man sich von Trainerin Barbara Studer zeigen lassen, wie man mit einfachen Übungen etwas Mentaltraining betreibt. Bis der Kopf raucht!

Zum Training: hirncoach.ch


Auf dem eigenen Sofa ins Opernhaus

Der Vorhang des Zürcher Opernhauses öffnet sich nun digital: Immer montags und donnerstags produziert das Haus einen eigenen Audio-Podcast namens «Zwischenspiel». Dort gibt es Gespräche, Musik und Hintergrundinformationen von und über die Menschen, die am Opernhaus immer noch arbeiten oder zu Hause bleiben müssen.

Hier gehts zum «Zwischenspiel»: opernhaus.ch/spielplan/zwischenspiel-ein-podcast-aus-dem-opernhaus-zuerich/


Bewegen und geniessen

Auch das Unispital Zürich lädt zur Bewegung ein, genauer gesagt zum «Gruuven». Das musikalisch unterstützte Programm «Do-Health-Gruuve» ist für ältere Menschen konzipiert. Bequem auf dem Stuhl sitzend, vielleicht auf dem sonnigen Balkon, und begleitet von Violinklängen stärkt man mit den Videos die Rumpfmuskulatur, unterstützt das Durchatmen und trainiert Koordination und Kraft in Armen und Beinen. Das Programm wurde am Forschungszentrum Alter & Mobilität des Universitätsspitals und am Stadtspital Waid in Zürich entwickelt. Der Slogan: «Machen Sie einfach mit, Sie sind nicht allein!»

Hier gehts zu allen «Do-Health-Gruuve»-Videos.

Auch TeleZüri hat eine Sendung mit Fitnessübungen für Seniorinnen konzipiert: «Bliib fit – mach mit». Am Sender zu sehen am Montag, Mittwoch und Freitag um 10 Uhr. Bei SRF gibts seit einigen Tagen «Fit mit Adriano», ebenfalls extra für Senioren konzipiert.

Hier gehts zu allen «Bliib fit – mach mit»-Videos.
Hier gehts zu allen «Fit mit Adriano»-Videos.


Patrick Frey ruft an

Es ist schon ein paar Jahre her, da hat der Zürcher Schauspieler und Autor Patrick Frey fürs Schweizer Fernsehen wildfremde Menschen auf der Strasse angesprochen. In der Sendung «C’est la vie», die von 2001 bis 2003 bei SRF zu sehen war, erzählten ihm über 100 Frauen und Männer ihr ganzes Leben. In Corona-Zeiten hat ihn der Tages-Anzeiger für eine Art Neuauflage verpflichtet. In «Frey zu Hause» ruft der 71-Jährige «bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten» an – und spricht mit ihnen über ihr Leben in Zeiten von Covid-19. Die Gespräche gibts auf der Website der Zeitung als Podcast zu hören.

Alle Folgen von «Frey zu Hause» gibts hier.
«Frey zu Hause» mit Frauenärztin Dr. Brida von Castelberg
«Frey zu Hause» mit Filmproduzent und Neo-Opa Iwan Schumacher
«Frey zu Hause» mit Filmregisseur Samir
«Frey zu Hause» mit SP-Nationalrat Fabian Molina
«Frey zu Hause» mit Schauspielerin und Sängerin Delia Mayer
Alle «C’est la vie»-Sendungen gibts hier zu sehen.


«Aktiv zu Hause» mit Pro Senectute

Pro Senectute Luzern lanciert gemeinsam mit den Pro-Senectute-Organisationen der Zentralschweiz eine 30-minütige Fernsehsendung für Seniorinnen und Senioren in der Zentralschweiz. Kursleitende haben ein abwechslungsreiches Programm für die körperliche und geistige Fitness daheim zusammengestellt. Die Sendung «Aktiv zu Hause» wird bis am 14. April von Montag bis Freitag, 10 bis 10.30 Uhr, auf Tele1 ausgestrahlt. Sie kann auch auf der Website von Pro Senectute Kanton Luzern, Tele1 und Youtube abgerufen werden. Schalten Sie ein und bleiben Sie fit!

Aktiv zu Hause auf Tele1 bis am 14. April Montag bis Freitag 10 bis 10.30 Uhr.


Sich Sorge tragen in der Corona-Zeit

Die Angst vor Ansteckung, die Isolation zu Hause und der Verzicht auf Veranstaltungsbesuche und Hobbys können die Psyche belasten. Wie kann man sich selbst und anderen in dieser herausfordernden Zeit Sorge tragen? Wo findet man Hilfe, wenn es einem schlecht geht? Die Kampagne «Wie geht’s dir?» vermittelt Impulse und Adressen. Sie unterstützt uns dabei, aktiv zu bleiben oder rät, wie man es anspricht, wenn es einem selbst oder jemandem im Umfeld nicht gut geht. Auf wie-gehts-dir.ch werden auch gute Initiativen anderer Organisationen vorgestellt. Die Seite ist eine Kampagne von Pro Mente Sana und den Deutschschweizer Kantonen.

www.wie-gehts-dir.ch – Pro Mente Sana berät im Notfall auch unter Telefon 0848 800 858 oder unter promentesana.ch/de/beratung per Mail. Rund um die Uhr ein offenes Ohr hat die Dargebotene Hand unter Telefon 143.


Ein bisschen ins Tessin reisen

Der Bund rät dringend davon ab, an Ostern oder in den nächsten Wochen ins Tessin zu reisen. Auch nicht, wenn man ja «bloss» mit dem Auto runterfahren will. Memoriav, der Verein zur Erhaltung des audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz, hat nun als Trostpflaster eine audiovisuelle Reise ins Tessin zusammengestellt. Mit vier Videobeiträgen aus der guten alten «Schweizer Filmwochenschau» reist man 1963 ins «Land der 100 Täler», hüpft 1950 auf die Inseln von Brissago, nimmt 1968 an einer Osterprozession teil und bestaunt 1950 das «Wasser der Maggia».

Die Wasser der Maggia (0441-4), Schweizer Filmwochenschau vom 25.08.1950
Ein Standbild aus dem Beitrag «Die Wasser der Maggia» aus der Schweizer Filmwochenschau vom 25. August 1950.

Hier gehts zur Tessiner Memoriav-Reise.
Auf der Memoriav-Plattform «Memobase» gibt es weitere rund 125’000 audiovisuelle Schweizer Dokumente zu entdecken.


Hausgemachte Kunstwerke

Langeweile macht kreativ: Das Getty Museum in Los Angeles hat Kunstfans dazu aufgefordert, während ihrer Corona-Quarantäne bekannte Gemälde von Salvador Dalì, Bruguel und anderen Künstlerinnen und Künstlern nachzustellen – und ihre hausgemachten «Kunstwerke» zu fotografieren. Der Appell wurde breit aufgenommen Entstanden ist eine Serie, die gleichermassen witzig und hintersinnig ist. Aber weshalb gross Worte darüber verlieren – schauen Sie hier stattdessen lieber selber: sadanduseless.com/recreated-art


Betty-Bossi-Kochen wie im Jahr 1973?

Betty Bossi stellt alle 12000 Rezepte seit 1973 online frei zur Verfügung.
© Betty Bossi

Wer vor lauter Kochen keinen Schimmer mehr hat, was er als nächstes auf den Tisch zaubern soll, kann sich ganz einfach auf eine kulinarische Zeitreise einlassen. Betty Bossi hat nämlich vor kurzem wegen der Corona-Krise all seine 120 Kochbücher kostenlos auf seine Website gestellt – mit rund 12000 Rezepten! Ein Suchfeld erleichtert die gezielte Rezeptsuche. Das älteste Buch stammt aus dem Jahr 1973. Wer das Angebot von «Betty kocht mit dir» nutzen möchte, muss sich vorab lediglich kurz online per E-Mail-Adresse registrieren lassen.

Hier gehts zur kostenlosen Registrierung: bettybossi.ch/de/Magazin/Display/1067729


Durchs Museum für Gestaltung schlendern

Gewiss, es sind bloss virtuelle Touren, die das Museum für Gestaltung in Zürich anbietet, aber: Sie sind toll gemacht. 12 virtuelle Rundgänge gibt es derzeit auf deren «eGuide» zu sehen. Man erfährt auf der Übersichtsseite nicht nur, wie viele Objekte man sich anschauen kann, sondern auch, wie lange die Tour in etwa dauert. «100 Jahre Schweizer Design» nimmt 45 Minuten in Anspruch, «Anregung aus der Natur» ebenfalls. Zu jedem Objekt gibt es einen Text, den man sich dank Audiodatei auch ganz einfach vorlesen lassen kann. Manche Gegenstände kann man per 360-Grad-Ansicht auch drehen. Wer dann auch nach 12 Runden noch nicht genug hat, kann sich im «eMuseum» durch die umfangreiche digitale Sammlung klicken, die beispielsweise mit Tausenden von Plakaten aufwartet.

Bildschirmansicht der «100 Jahre Schweizer Design»-Tour-Startseite.
Bildschirmansicht der «100 Jahre Schweizer Design»-Tour-Startseite.

Museum für Gestaltung: Touren per eGuide: eguide.ch/de/touren/ Stöbern im eMuseum: emuseum.ch/start


Auch Plusport lädt zum Heimtraining

Wer sich mit kurzen, aber intensiven Übungen fit halten will, hat nun auf Youtube einen weiteren Schweizer Anbieter: Plusport. Die Fachstelle für den Behindertensport in der Schweiz hat die Serie «Plusport@Home» lanciert, in der Projekt- und Sportleiter mit einigen Bewegungstipps den Anfang gemacht haben. Besonders imponiert hat uns der «Rumpfturm». Wer noch eine WC-Rolle übrig hat, kann loslegen.

Tolle Übung: der «Rumpfturm»

Hier gehts zur Plusport@Home-Website: plusport.ch/de/sport/plusporthome/


Neue Begegnungsplattform

© Edurne Chopeitia / Unsplash

Knapp 17 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an einer oder mehreren psychischen Erkrankungen – und sind in Krisenzeiten, wie sie sich aktuell abzeichnen, doppelt gefordert. Aktuell müssen sie mit ihren Beeinträchtigungen alleine zurecht kommen, denn der Austausch mit den Therapeutinnen und Therapeuten ist in Corona-Zeiten schwierig. Also müssen Angehörige die Lücke füllen und sind damit oft genug überfordert. Deshalb hat die Stiftung Pro Mente Sana, die sich um die psychische Gesundheit der Bevölkerung kümmert, ein digitales Kompetenzzentrum geschaffen: «inCLOUSiv». Darin können Betroffene ihre Anliegen und Sorgen diskutieren. Auf der öffentlich zugänglichen Plattform sind überdies aktuelle Beiträge rund um die psychische Gesundheit zu finden – und Fachpersonen beantworten in Live-Chats Fragen zu den jeweils vorgegebenen Themen. 

Hier können Sie sich in die Diskussionen zuschalten: inclousiv.ch


SRF lädt 250 Hörspiele hoch

Ein Mikrofon und ein Poppschutz in einem Tonstudio
© SRF/Oscar Alessio

Das Schweizer Radio und Fernsehen hat als Service public eine neue Hörspielbibliothek geschaffen, die 250 Titel umfasst. Alle sind ab auf srf.ch/audio frei verfügbar. Ein Download ist aus rechtlichen Gründen nicht bei allen Hörspielen möglich. Die Bibliothek umfasst folgende zehn Kategorien: Serien, Krimis, Klassiker, Literatur, Stories, Romantik, Experimente, Mundart, Kinder und Kurzfutter.

srf.ch/audio/hoerspiele-geschichten


Telefonieren mit Wildfremden

Ein älterer Mann telefoniert.
© Jim Reardan / Unsplash

Der Versicherungskonzern Generali lanciert mit dem Dienstleister Lunch Lottery das Projekt «Helden der Einsamkeit». Der etwas unglücklich gewählte Name täuscht, denn: Es geht nicht ums Alleinbleiben, sondern ums Verbinden von Menschen, die sich nicht kennen. Die neu erschaffene Plattform verfolgt das Ziel, dass Menschen, die sich einsam oder isoliert fühlen, mit zufällig zugeteilten Personen telefonieren und sich austauschen. Sobald sich genug Teilnehmende registriert haben, erhält man alle drei Tage einen neuen Telefonpartner zugeschickt.

«Helden der Einsamkeit»: Hier gehts zur Teilnahme: generali.ch/helden


Die Welt erleben

Wir sitzen fest in unseren Wohnungen, auf dem Sofa  – die grosse, weite Welt scheint unerreichbar. Die Podcasts von GEOaudio rückt sie ein gutes Stück näher.  Reporterinnen und Reporter des deutschen Magazins erzählen darin ihre Abenteuer, führen uns durch exotische Länder, den Dschungel, die Wüsten und grossen Metropolen – und sie stellen uns die Menschen vor, die darin leben. Jeden Donnerstag steuern sie ein neues Ziel an und lassen uns zu Hause die Welt erleben, bis wir wieder selber die Koffer packen und exotische Länder bereisen können.

Die aktuell 103 Podcasts sind hier kostenlos zu hören: radio.de/p/geoaudio


Kein Live-Fussball? Alte WM-Spiele!

Auch der Weltfussballverband hat auf die ausbleibenden Live-Übertragungen reagiert: mit #WorldCupAtHome. Die Fifa lädt auf ihrem Youtube-Kanal «Fifa TV» ab sofort laufend alte, legendäre WM-Spiele in voller Länge hoch. Für Nostalgiker am bisher interessantesten ist das denkwürdige WM-Viertelfinal von 1986 in Mexiko zwischen Brasilien und Frankreich. Einen Tag nach der Veröffentlichung haben sich schon über 100000 Menschen das Video angeschaut.

WM-Viertelfinal, 1986, Brasilien – Frankreich

«Dureschnufe» tut gut!

Wenn einem daheim die Decke auf den Kopf zu fallen droht, tut ein Besuch auf dureschnufe.ch gut, der Schweizer Plattform für psychische Gesundheit rund um das Coronavirus. Gerade in Zeiten grosser Unsicherheit ist es wichtig, auf die psychische Gesundheit zu achten. Die Plattform bietet Tipps und Tricks, wie man Gesprächsmöglichkeiten findet, aber auch gegen Isolation und Einsamkeit, bei finanziellen Sorgen oder Schwierigkeiten im Umgang mit der Medienflut, bei Problemen mit Sucht oder in der Familie und informiert über die Angebote in den Kantonen.

Tipps und Angebote für die psychische Gesundheit auf dureschnufe.ch


Frühlingsputz fürs Velo

Velofahren ist erlaubt und das Wetter hoffentlich bald ideal dafür. Wer jetzt viel Zeit hat und den Drahtesel selber auf Vordermann bringen will, findet praktische Reparaturtipps wie «Bremsbelag wechseln» oder «Kette ölen» bei Veloplus. Das Geschäft bietet auch Video-Kaufberatung für Fahrräder und Zubehör direkt aus dem Laden. Nach telefonischer Voranmeldung kann man sein Velo für den Service in die Werkstatt bringen. Und im Kanton Zürich holt veloplus@home das zu reparierende Velo auch bei Ihnen zu Hause ab. In Bern, Basel und Luzern ist dieser Service im Aufbau.

Velo-Beratung und -reparatur bei VeloPlus


Allein und doch gemeinsam beten

Viele Menschen finden in schwierigen Zeiten Trost und Unterstützung im Glauben und in der Kirche. Da momentan keine Gottesdienste und kirchliche Veranstaltungen stattfinden können, suchen auch die Kirchgemeinden alternative Möglichkeiten des Zusammenseins. Einige fordern in den sozialen Medien dazu auf, jeweils abends um 20 Uhr oder wenn die Abendglocke der Kirche läutet, eine Kerze ins Fenster zu stellen und ein Abendgebet zu sprechen. Die Kirchenglocken läuten weiterhin zu den üblichen Gottesdienstzeiten und rufen auf zu einer «Versammlung im Geiste». Vielerorts stehen die Kirchen vorläufig tagsüber offen für einen Moment der Einkehr. Seelsorgegespräche werden von Pfarrerinnen und Pfarrern sowie Sozialdiakoninnen per Telefon angeboten.

Die reformierte Kirche des Kantons Zürich schaltet seit dem 17. März täglich eine Fürbitte auf, welche die Gläubigen untereinander und mit Gott verbinden soll: «Ein Gebet, das täglich wächst und eine Brücke schlägt zwischen Himmel und Erde und zwischen Mensch und Mensch.» Die reformierte Kirche der Stadt Zürich überträgt jeden Sonntag einen Gottesdienst mit Musik aus einer Altstadtkirche.

Fürbitte: täglich ein neuer Text!
Gottesdienst: jeden Sonntag aus einer Zürcher Altstadtkirche – auch unter der Woche abrufbar!


Gemeinsam singen und die Stimme pflegen

Tausende von Chorsängerinnen und Chorsängern müssen derzeit auf ihr Hobby verzichten. Viele vermissen die regelmässigen Chorproben und das Zusammensein. Wer seine Stimme in Form halten oder wer die Zeit nutzen möchte, um regelmässig etwas für sich und seine Stimme zu tun, ist beim täglichen Einsingen jeweils morgens um 9 Uhr mit Julia Schiwowa und Barbara Böhi genau richtig. Mehrere hundert Sängerinnen und Sänger haben bereits teilgenommen. Da die Videos danach auf dem Youtube-Kanal bleiben, sind sie jederzeit abrufbar.

Einsingen täglich um 9 Uhr auf Youtube mit Barbara Böhi oder Julia Schiwowa – oder jederzeit Videos anklicken.


Kreativer Marktplatz

Die Nachfrage war derart gross, dass die Betreiber des digitalen Marktplatzes mitunter in arge Nöte gerieten: Auf laedelishop.ch verkaufen mittlerweile rund 100 Lädeli-Besitzer, die von der Corona-Krise besonders hart getroffen werden, ihre Produkte. Lebensmittel, Wohnaccessoires, Modeartikel – ein buntes Potpurri an schönen und nützlichen Dingen sind in diesem digitalen Pop-up-Store zu finden. 

Die Initianten wurden – wie wir alle – vom urplötzlichen Stillstand des öffentlichen Lebens überrascht. «Stillsitzen und zusehen, wie Kreative auf Staatshilfe angewiesen sind, wollten wir aber nicht», ist auf der Homepage nachzulesen. Also schufen die Verantwortlichen auf die Schnelle ihren Internet-Store. Darin finden Kleinstunternehmen zusammen und können den Verkauf ohne grossen Aufwand digitalisieren. Kostenlos. Das Sortiment wächst täglich.

Hier gehts zum Shop: www.laedelishop.ch


Geiger Daniel Hope spielt aus seinem Wohnzimmer

Der Brite Daniel Hope ist derzeit einer der gefragtesten Violinisten der Welt. Doch auch er sitzt seit drei Wochen zu Hause in seiner Berliner Wohnung. Der Music Director des Zürcher Kammerorchesters gibt nun deshalb zwei Wochen lang jeden Abend um 18 Uhr ein Konzert aus seinem Wohnzimmer, das der Fernsehsender Arte auf seiner Website ausstrahlt. Daniel Hope lässt sich dabei von verschiedenen befreundeten Musikerinnen und Musikern begleiten. Das erste Konzert der Reihe «Hope@Home» (mit Musik von Johann Sebastian Bach), zusammen mit Christoph Israel gibts hier gleich zum Starten:

Hope@Home: Vom 25. März bis 7. April täglich ab 18 Uhr auf Arte Concert sowie der Facebook-Seite und dem YouTube-Channel von Arte Concert. Nach dem Livestream stehen die Wohnzimmerkonzerte für 90 Tage bei Arte Concert als Video-On-Demand zur Verfügung. Hier gehts zur Konzertübersicht: arte.tv/de/videos/096904-001-A/hope-home


Turnen mit den Profisportlern – neu auf SRF zwei

Hie und da etwas Sport treiben, könnte auch in den eigenen vier Wänden nicht schaden. Wenn man dabei noch von einem Profisportler motiviert wird, kann man fast nicht nein sagen. Das Schweizer Fernsehen lanciert am 26. März das Fitness-Programm «Sport@Home». Als erster Fitness-Instruktor fungiert der Mountainbike-Olympiasieger Nino Schurter (hier gehts zum Video). Ebenfalls bereits zugesagt haben der vierfache Langlauf-Olympiasieger Dario Cologna und Leonardo Genoni, Torhüter der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft.

«Sport@Home»: jeweils um 9 Uhr und als Wiederholung um 13.45 Uhr und 18.35 Uhr auf SRF zwei. Die Videos gibts ebenso auf srf.ch/sport oder per SRF Sport App zu sehen.


Live-Stream aus dem Museum

Das Museum für Kommunikation in Bern darf eigentlich alleine schon seines Namens wegen nicht ruhen. Das haben sich auch die Verantwortlichen gedacht – und bieten nun dienstags bis freitags um 13.30 Uhr einen Facebook-Live-Stream aus dem Museum an. Die Zuschauerinnen und Zuschauer seien herzlich eingeladen, mitzudiskutieren, heisst es in der Mitteilung.

Dienstag bis Freitag, jeweils um 13.30 Uhr live über Facebook: facebook.com/mfkbern


Berner «Gaffeepouse», donnerstags um 9.30 Uhr

Auch das Bernische Historische Museum ist tätig geworden. Jeden Donnerstag lädt es zur «Gaffeepouse» – in Form eines Podcasts, den es auf dessen Website oder per Spotify zu hören gibt. Den Anfang hat der Historiker Marc Höchner gemacht, der etwas über das Hofleben und das Getratsche in Versailles zu Zeiten von Louis XIV erzählte.

Hier gehts zum Gaffeepouse-Podcast: bhm.ch/podcast oder Spotify: open.spotify.com/show/4fazRfAShRBFEH7cUrEZOw


Fragen rund um den Umzugstermin vom 31. März

Und was, wenn ich nun umziehen sollte? Die Beschlüsse des Bundesrats bringen auch all jene, die unmittelbar vor einem Umzug stehen, in die Bredouille. Der Mieterverband hat alle wichtigen Fragen und Antworten diesbezüglich zusammengetragen.

mieterverband.ch/mv-zh/news/2020-news/coronavirus-zuegelberatung

Beitrag vom 26.03.2020
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