© Monique Wittwer

Laufend leichter lernen

Spazieren und gleichzeitig das Gehirn trainieren? Pro Senectute Obwalden macht dies möglich. Beim geführten Spaziergang am Sarnersee wird der Park zur Sportanlage. Die Natur und die frische Luft stärken Körper und Seele. Gedächtnis, Gleichgewicht, Koordination, Lunge und Lachmuskeln profitieren.

Text: Annegret Honegger; Bilder: Monique Wittwer

«Gehen regt das Gehirn an und schafft neue Verbindungen. Die geistige Leistungsfähigkeit ist zwanzig Prozent höher als beim Sitzen», erklärt Ulrike Modl. Deshalb kombiniert die erfahrene Sportfachfrau beim geführten Spaziergang von Pro Senectute Obwalden am Sarnersee Gedächtnis- und Bewegungstraining frei nach dem Motto: Wer läuft, lernt leichter.

Alle vierzehn Tage trifft sich ihre Gruppe am Donnerstagmorgen beim Kiosk im Seefeldpark. Ulrike Modl erklärt die Spielregeln für diejenigen, die zum ersten Mal dabei sind: «Macht nur Bewegungen, die nicht schmerzen. Haltet den Abstand ein. Und wer das Wort Corona erwähnt, macht eine Kniebeuge!»

Zuerst wird der Körper langsam von den Füssen bis zu den Fingerspitzen aufgewärmt. Die Gruppe marschiert an Ort, boxt «wie Cassius Clay» oder hackt gegen die morgendliche Kühle imaginäre Zwiebeln mit schnellen Bewegungen aus den Handgelenken «wie ein japanischer Koch». Dann geht es dem See entlang in verschiedenen Geh-Varianten: mal mit kleinen oder grossen Schritten, mal wie ein Pinguin, wie eine Balletttänzerin oder wie ein Sumoringer.

Bei allen Übungen ist neben dem Körper auch der Kopf im Spiel. Etwa indem sich die Teilnehmenden währenddessen alphabetisch Wörter zu bestimmten Themen wie «Frühling» ausdenken sollen: Amsel, Blume, Camping, Duft … Oder wenn sie einander zu zweit drei, vier oder fünf Zahlen nennen und blitzschnell die Quersumme ausrechnen – wers schwieriger mag, tut dies auf Französisch oder Englisch oder sogar beim Rückwärtsgehen.

Übungen fürs Multitasking

Ulrike Modl lässt ihre Teilnehmenden mit Regenschirmen turnen oder mit Tennisbällen, Gummiringen und Plastiktierchen, die sie hinter dem Rücken und unter dem erhobenen Knie durchreichen, hochwerfen und schnell wieder auffangen müssen. Geschickt bezieht die Kursleiterin die Umgebung ein, indem an Bäumen, Bänken und Mäuerchen gedehnt und gekräftigt wird. Natürlich immer während man weitergeht, weiterrechnet, weiterdenkt … bis man das sprichwörtliche Rauchen der Köpfe nicht nur spürt, sondern fast zu sehen glaubt.

«Multitasking wird im Alter schwieriger», erklärt Ulrike Modl, «man kann oft beobachten, dass die Leute stehenbleiben, sobald sie rechnen, reden oder denken müssen.» Der Spaziergang am Sarnersee soll ein niederschwelliger und vergnüglicher Einstieg ins Gehirn- und Koordinationstraining sein: «Die Teilnehmenden merken, dass ihnen die Übungen guttun, und lernen, wie und wo sie sich verbessern können.»

Das Angebot kommt gut an. «Jede Lektion ist anders, diese Abwechslung schätze ich sehr», lobt eine Teilnehmerin. Eine andere findet: «Ulrike Modl verfügt über ein riesiges Wissen und gibt uns auch Übungen mit, die wir im Alltag einbauen können.» Die schöne Umgebung habe einen grossen Vorteil: «Man geniesst die Aussicht und merkt kaum, dass man trainiert.»

Pro Senectute Obwalden: Gehirn- und Koordinationstraining am Sarnersee

Der geführte Spaziergang am Sarnersee hält mit einer Kombination aus Gedächtnis- und Bewegungstraining Körper und Hirn fit mit Elementen aus dem Gleichgewichts- und Koordinationstraining, aus Gangschulung und Gehirnjogging, Atemübungen und Lach-Yoga. Weitere Informationen über diesen und weitere Kurse und Angebote bei Pro Senectute Obwalden in Sarnen, Telefon 041 666 25 45, Mail info@ow.prosenectute, ow.prosenectute.ch

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