© Monique Wittwer

Erst denken, dann klicken

Die Vorteile von Internet, Computer, Smartphone und Co. nutzen alle gern – auch Betrüger und andere Gauner. Im Vortrag über Cyberkriminalität für Pro Senectute in Altdorf erklärt die Kantonspolizei Uri, wie man sich in der digitalen Welt sicher bewegt. Manchmal kann bereits ein kleiner Klick grossen Schaden anrichten.

Text: Annegret Honegger; Fotos: Monique Wittwer

Früher kamen Einbrecherinnen und Einbrecher durchs Kellerfenster oder die Balkontür. Heute verschicken Kriminelle gefälschte E-Mails, rufen als vermeintliche Computer-Supporter an oder versprechen via Social Media die grosse Liebe. «Die Welt wandelt sich – und mit ihr auch die Kriminalität. Immer mehr Menschen nutzen Computer und Internet, das lockt natürlich auch Betrüger an», erklärt Walter Zberg. 92 Fälle von Cyberkriminalität hat der Ressortchef Verkehrs- und Sicherheitsinstruktion bei der Kantonspolizei Uri im letzten Jahr in seinem Kanton gezählt.

Portrait des jungen Polizisten Walter Zberg
Walter Zberg © Monique Wittwer

«Hätten Sie ja gesagt?» Mit kurzen Videos mit dieser Schlussfrage steigt Walter Zberg in seinen Vortrag ein. Hätten Sie ja gesagt zum unglaublich günstigen Angebot auf der Onlineplattform? Zum Bankmitarbeiter, der am Telefon das Passwort zum Konto verlangt? Für einmal seien statt Vertrauen Wachsamkeit und gesunder Menschenverstand gefragt, betont der Experte: «Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es zu 99,9 Prozent Betrug.»

Phishing, Voice Phishing oder Love Scam heissen die Fachbegriffe für die verbreitetsten Maschen, mit denen Betrüger unsere Daten und unser Geld ergaunern wollen. Beim Phishing weist eine E-Mail, beim Voice Phishing ein Telefonanruf auf vermeintliche Sicherheitslücken im Computer hin und empfiehlt, zur Schadensbehebung auf einen Link zu klicken – Mails und Websites sehen dabei täuschend echt aus. Beim Love Scam oder Romance Scam gaukeln Internetbekanntschaften einem die grosse Liebe vor: Ist das Herz erst entflammt, folgt bald der Griff ins Portemonnaie.

Nicht die Technik, sondern der Faktor Mensch sei jedoch das grösste Risiko, betont Walter Zberg. Einmal falsch geklickt oder zu viele persönliche Daten preisgegeben – schon können die Betrügerinnen und Betrüger in unserem Namen Überweisungen tätigen oder online einkaufen. «Man kann es nicht oft genug wiederholen: Sichern Sie sich immer ab, wenn Ihnen etwas verdächtig vorkommt!»

Walter Zberg erklärt Fachbegriffe anschaulich, verdeutlicht sie mit Beispielen und stellt die wichtigsten Massnahmen für mehr digitale Sicherheit vor. Die Teilnehmenden hören interessiert zu, fragen nach und berichten von ihren eigenen Erfahrungen. Dass selbst dem Polizisten gelegentlich Fehler unterlaufen, ist tröstlich zu hören.

Im Internet, fasst Walter Zberg zusammen, lasse sich fast alles fälschen: E-Mails, Websites, Videos oder ganze Profile in sozialen Netzwerken. Der Experte warnt deshalb vor falscher Scham: «Diese Verbrecher sind Profis und wissen genau, wie sie Leute überlisten können.» Falle man auf einen Betrug herein, solle man sich unbedingt Hilfe bei Fachpersonen holen. Wer wisse, wie man sich schütze, brauche den Umgang mit Computer und Co. aber nicht zu fürchten: «Schliesslich gibt es in der digitalen Welt nicht nur dubiose, sondern auch viele seriöse und sinnvolle Angebote.»

Pro Senectute Uri: Cyberkriminalität

Pro Senectute Uri bemüht sich aktiv um die Wissensvermittlung für Seniorinnen und Senioren im Umgang mit dem wichtigen Thema Sicherheit im Internet. Der nächste Vortrag über Cyberkriminalität in Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei Uri findet im kommenden Herbst am 17. November statt. Über diesen und weitere Vorträge, Kurse und Angebote informiert Pro Senectute Uri unter Telefon 041 870 42 12, Mail info@ur.prosenectute.ch, ur.prosenectute.ch

Angebote in Ihrer Nähe finden Sie bei Pro Senectute in Ihrer Region. Sämtliche Adressen stehen hier oder auf prosenectute.ch

Beitrag vom 11.04.2022

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