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Sind Stadtfüchse eine Gefahr?

Sie queren vielbefahrene Strassen, flanieren über Friedhöfe, spazieren durch Gärten – und sind oft sogar tagsüber unterwegs: Stadtfüchse. Viele Menschen freuen sich über Begegnungen mit diesen Tieren, trotzdem ist eine gewisse Vorsicht angebracht.

Weil Füchse in der Stadt genügend Nahrung finden, haben sie dort -eine neues Lebensumfeld gefunden. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren angewachsen – so wird zum Beispiel der Bestand in der Stadt Zürich zurzeit auf ungefähr 1300 Tiere geschätzt. Das Zusammenleben mit den Rotfüchsen funktioniert oft problemlos. Dennoch kann Meister Reineke Krankheiten auf Haustiere und uns Menschen übertragen. Manchmal greift er auch Nagetiere, Hühner oder junge oder alte Katzen an. Hier ein paar wichtige Fakten:

Tollwut

Der Fuchs war früher vor allem wegen der Tollwut gefürchtet. Seit 1998 ist die Schweiz aber offiziell frei von Tollwut. Dank einer erfolgreichen Fuchsimpfkampagne – es wurden impfstoffhaltige Köder ausgelegt – konnte die Tollwut ausgerottet werden.

Fuchsbandwurm

Der Fuchs sowie auch der Hund und seltener Katzen können Träger des Fuchsbandwurmes sein. Die Tiere stecken sich hauptsächlich über den Verzehr von Mäusen damit an. Für sie ist der Fuchsbandwurm nicht lebensbedrohlich. Er kann jedoch zu Verdauungsstörungen und Gewichtsverlust führen. Für uns Menschen ist der Fuchsbandwurm jedoch gefährlich. Bei einer Infektion können sich Zysten hauptsächlich in der Leber und Lunge oder anderen Organen bilden und zu schweren gesundheitlichen Problemen führen. Die Infektion bei Menschen ist jedoch sehr selten. Jährlich stecken sich in der Schweiz etwa 20 Personen an. Hunde und Katzen, die Mäuse verzehren, sollten monatlich entwurmt werden.

Fuchsräude

Der Erreger der Fuchsräude ist die Sarcoptes-Milbe. Sie kann auch Hunde, seltener Katzen und Menschen befallen. Die Fuchsräude tritt seit 2010 in Zürich gehäuft auf. Bei den Füchsen führt sie zu massivem Haarausfall und letztendlich zum Tod. Beim direkten Kontakt zwischen unseren Vierbeinern und einem erkrankten Fuchs oder einem Fuchsbau kann der Parasit übertragen werden. Hunde zeigen starken Juckreiz und haarlose Stellen. Die Fuchsräude kann gut mit einem Parasitenmittel behandelt werden.

Staupe

Die Staupe ist eine Viruserkrankung und wird fast immer durch direkten Kontakt von Hund zu Hund übertragen. Auch der Fuchs kann am Staupevirus erkranken und Hunde damit anstecken. Die Krankheit beginnt bei Hunden mit hohem Fieber sowie Augen- und Nasenausfluss. Das Krankheitsbild der Staupe ist vielseitig und reicht von Lungenentzündung mit Husten über Darmentzündungen mit Durchfall und Erbrechen bis zu zentralnervösen Störungen. Für Katzen ist die Staupe ungefährlich. Hunde werden regelmässig gegen Staupe geimpft und können so gut geschützt werden.

Bissverletzungen

Nagetiere wie Meerschweinchen und Kaninchen sowie auch Hühner können vom Fuchs angegriffen werden. Als Vorsorge sollte die Tierbehausung im Freien fuchssicher eingerichtet werden. Bissverletzungen bei Katzen und Hunden sind extrem selten. Bei einem Spaziergang mit dem Hund sollte man seinen Liebling bei einer Fuchssichtung sofort an die Leine nehmen. Katzen und Füchse gehen sich in der Regel aus dem Weg. Ganz junge, altersschwache oder alte Katzen können jedoch von Meister Reineke als Beute wahrgenommen werden. Um dies zu verhindern, sollte man Büsis über Nacht drinnen behalten.

Beitrag vom 13.06.2022
Mirjam Kündig
  • Ernst Leuenberger sagt:

    Stadtfuchs – wird ein Problem ! Aber auch hier – der Mensch ist das Problem ! Da werden die Tiere gefüttert – darf man nicht ! Dann Wegwerfgesellschaft ! Der Fuchs gewöhnt sich – und dann kommt der Wolf !
    Der Mensch macht nur kaputt !

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