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Ratgeber: Hirntraining auf vier Pfoten

Ein Haustier ist mehr als nur ein Tier – es ist ein sozialer und emotionaler Begleiter, der dem Alltag und dem Gehirn gleichermassen positive Impulse geben kann.

Ich bin mit vielen Tieren aufgewachsen. Hunde, Katzen, Hasen und Meerschweinchen waren fester Teil meiner Kindheit. Diese enge Verbindung zu Tieren hat mir früh Mitgefühl, Verantwortung und Ruhe vermittelt. Heute weiss ich, dass sie mein Gehirn genauso wie mein Herz geprägt haben. Wir wissen aus zahlreichen Studien, dass sich der Kontakt mit Hunden und Katzen, aber auch mit Vögeln, Kaninchen & Co. positiv auf die geistige Gesundheit auswirkt und die emotionale Stabilität fördert – speziell auch im Alter.

Stärkung für die Psyche

Haustiere bringen Struktur und ein Gefühl von Verantwortung in den Alltag. Gerade wenn wir weniger Pflichten und Struktur durch eine Arbeitsstelle haben, können Tiere geistig unterstützend sein. So zeigt eine grosse Studie aus den USA, dass ältere Menschen mit Haustieren signifikant seltener über depressive Symptome berichten. Tierbesitzer erzählen auch von mehr Alltagsaktivität und weniger Einsamkeit. Denn ihre Lieblinge sind immer da, hören zu, bewerten nicht und erwarten liebevolle Zuwendung.

Stärkung für das Gehirn

Haustiere erfordern Aufmerksamkeit, Planung und Kommunikation. Wer zum Beispiel einen Hund versorgt, muss an Futter, Gassigehen und Tierarzttermine denken. Das aktiviert unter anderem den präfrontalen Cortex – das Hirnareal für Planung, Entscheidung und Arbeitsgedächtnis.

Es erstaunt deshalb nicht, dass Studien zeigen, dass ältere Leute mit Haustieren seltener an kognitiven Beeinträchtigungen leiden. Bei tiergestützten Interventionen, z.B. in der Alterspflege oder bei Kindern mit Lernschwierigkeiten, wurden Verbesserungen bei der Konzentration und in der sozialen Interaktion festgestellt.

Stärkung für das Nervensystem

Insbesondere Hundebesitzerinnen und -besitzer profitieren zusätzlich vom körperlichen Training: Tägliche Spaziergänge steigern nachweislich auch die Durchblutung des Gehirns und fördern die Neuroplastizität, also die Fähigkeit des Gehirns, sich neu zu vernetzen und flexibel zu bleiben. Die geistige und körperliche Aktivierung durch die Versorgung eines Haustiers kann damit das Risiko für Demenz im Alter senken.

Die Nähe oder das Streicheln von Haustieren verändert unsere körperliche Verfassung: Es senkt messbar das Stresshormon Cortisol und steigert die Ausschüttung von Oxytocin, dem sogenannten Bindungshormon. Oxytocin wirkt beruhigend auf das Nervensystem, stärkt das Immunsystem und verbessert die soziale Bindungsfähigkeit – egal in welchem Alter. Tiere erhöhen auch die Ausschüttung der «Wohlfühl»-Hormone Serotonin und Dopamin. Laut Untersuchungen können bereits zehn Minuten Streicheln am Tag diese Effekte auslösen.

Haustiere erinnern uns also täglich daran, präsent zu sein, Verantwortung zu übernehmen und Liebe zu schenken.

Ratgeber Gehirn

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Beitrag vom 14.08.2025
Barbara Studer

Neurowissenschaftlerin, Autorin und CEO von hirncoach.ch, das ganzheitliche Gehirntraining

  • Heidi sagt:

    Als langjährige Hundebesitzerung bin ich mit den Aussagen dieses Artikels absolut einverstanden! Trotz der gut belegten Auswirkungen auf die allgemeine Gesundheit von älteren Menschen wird es diesen generell und ohne spezifische Abklärung untersagt, sich ab 70 Jahren einen Hund anzuschaffen. Das finde ich skandalös, vor allem auch wenn man in Betracht zieht, dass die Tierheime total überfüllt sind und man sich im Ausland ohne Probleme einen Hund kaufen kann.

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