Welcher Browser ist am sichersten?

Die Privatsphäre will geschützt sein und Schadsoftware vermieden werden. Welcher Browser hilft am besten?

Machte man früher den Gang zur Bank oder Post, um Zahlungen zu erledigen, geschieht dies heute in den meisten Fällen über E-Banking online. Lief man damals Gefahr, dass einem vor der Zahlung mit dem dicken Portemonnaie unterwegs abgepasst wurde, kann dies heute online der Fall sein. Deshalb steht die Frage im Raum: Welches ist der sicherste Browser? 

Der Browser (to browse, englisch für durchstöbern, schmökern) macht das Internet in einem gewissen Sinn erst sichtbar, damit wir uns besser darin zurechtfinden. 

Generell lässt sich sagen, dass die Browser von bekannten Herstellern wie Microsoft (Edge), Apple (Safari) und Google (Chrome) unter dem Aspekt der Sicherheit auf einem sehr hohen Niveau agieren, aber auch spezialisierte Anbieter wie Firefox oder Opera liefern sichere Produkte ab.

❱ Edge, der Nachfolger des Internet Explorers, ist ein von Grund auf neu gebauter Browser, der den Vorteil bietet, dass – wenn man Edge auch auf dem Smartphone installiert hat – die Nutzung der gleichen Seiten auf dem Handy fortgesetzt werden kann. Bei der Sicherheit setzt Microsoft auf das Sandbox-System. Sprich: Der Zugriff auf das Computersystem ist minimal und verhindert damit unerwünschte Eindringlinge. Auch beim Schutz vor Phishing-Mails liegt Edge bei Tests deutlich vorne. Verfügbar für
Windows 10, Android und iOS.

❱ Safari ist der Standard-Browser von Apple und auf deren Betriebssystem abgestimmt. Die Firma hat sich dem Schutz der Privatsphäre verschrieben, was auch bei Safari der Fall ist. So wird Werbung geblockt, und Cookies werden an der Verfolgung des SurfVerhaltens gehindert. Wie Edge setzt auch Safari auf eine Sandbox. Verfügbar für Mac OS und iOS.

❱ Mit einem Marktanteil von 60 Prozent ist Googles Chrome der populärste Browser weltweit. Auch Chrome arbeitet in einer Sandbox und hindert Nutzerinnen und Nutzer, Websites zu öffnen, die mit Malware (Viren etc.) verseucht sind. Grösster Nachteil: Chrome gehört der Datenkrake Google, und da ist es mit der Privatsphäre nicht weit her. Verfügbar für alle Plattformen.

❱ Zu keinem grossen Hersteller gehört Firefox. Der unabhängige Browser bringt viele Anpassungsmöglichkeiten mit sich. Dies mag Gefahren bergen, denn die Absichten hinter diesen sogenannten Plug-Ins sind nicht immer
offenkundig. Doch Firefox ist schnell, bedienungsfreundlich und der private Surf-Modus hinterlässt keine Spuren. Verfügbar für alle Plattformen.

❱ Mit einem besonderen Extra wartet der Browser Opera auf: einer VPN- Option. VPN verschleiert den Standort eines Computers und leitet eine Anfrage über verschiedene ZwischenServer. Dass dadurch die Geschwindigkeit leidet, ist klar. Aber auch ohne eingeschaltetes VPN verfügt Opera über einen Schutz vor Malware. Verfügbar für Linux, Mac und Windows. 

Die oben erwähnten Browser verfügen alle über einen hohen Sicherheitsstandard und werden regelmässig von ihren Anbietern aufdatiert, was in diesem Zusammenhang zentral ist. In mancher Hinsicht ist die Wahl von Bedienungsvorlieben geprägt. Darum am einfachsten einmal ausprobieren. Alle Browser sind kostenlos verfügbar. Und ein Tipp für Facebook- Nutzerinnen und -Nutzer: Da Facebook seine Kunden auch online verfolgt, wenn man nicht länger auf der Facebook-Website ist, empfiehlt es sich, einen «Facebook-Browser» einzurichten, der nur dafür da ist. So trocknet man Zuckerbergs Datenschwamm etwas aus.

 

Beitrag vom 20.02.2019
Marc Bodmer

ist Jurist und Cyberculturist. Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit digitalen Medien.