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Was ist eigentlich Streaming?

Ob Musik, Filme oder Podcasts, die Streaming-Technologie bringt Inhalte auf den Bildschirm, ohne Speicherplatz zu besetzen.

 Kürzlich habe ich mit dem Gedanken gespielt, mein in die Jahre gekommenes Fernsehgerät zu ersetzen. Da ich gerade etwas Zeit hatte, liess ich mich auf ein Beratungsgespräch in einer Elektronikabteilung ein. Die Monitore zeigten kristallklare Bilder in 4K- und teils sogar 8K-Qualität. 4K steht für die horizontale Bildauflösung und beträgt 4000 Pixel. Das entspricht einer viermal dichteren Auflösung als beim Full-HD-Format, das seit rund 15 Jahren auf dem Markt ist.

Beeindruckt von den Farben und dem Schwarz, das die Monitore zeigten, fragte ich: «Kann ich denn noch DVDs auf dem Fernseher anschauen?» Mit dem überzeugenden Lächeln eines Gewinners meinte der Verkäufer: «Heute brauchen Sie keine DVD mehr. Streaming liefert Bilder in der erforderlichen Auflösung.»

Streaming ist die gleichzeitige Übertragung und Wiedergabe von Video- und Audiodaten über ein Computernetz. Das heisst, dass die übertragenen Daten nicht zuerst auf der Harddisk des Computers gespeichert werden müssen, bevor sie genutzt werden können. Mit dem Empfang der Daten werden diese sofort dargestellt beziehungsweise hörbar. Im Vergleich zur herkömmlichen Rundfunk-Übertragung, wo gleichzeitig an eine unbestimmte Anzahl Empfängerinnen und Empfänger gesendet wird, handelt es sich beim Streaming um eine Direktverbindung zwischen dem Server des Senders und dem Programm des Kunden.

Verschiedene Streaming-Dienste

Die Streaming-Technologie als solche ist nicht neu, aber erst dank sogenannten Breitbandanschlüssen im Haus und verbesserten Übertragungsraten bei Smartphones ist die Qualität geniessbar. Zuvor ruckelten die Bilder, oder die Auflösung war so schwach, dass das Gezeigte eher einem Mosaik als einem Video glich.

Heute gibt es verschiedene Streaming-Dienste, die abonniert werden können oder Inhalte anbieten, die von Einzelnen für ein bestimmtes Zeitfenster gemietet werden können. Dabei muss man sich im Vorfeld fragen, wie intensiv man einen solchen Dienst nutzen wird. Wer nur gelegentlich etwas Musik hören oder ein Video schauen will, braucht sich nicht um ein Abo zu kümmern. Bei Apples iTunes können beispielsweise Filme einzeln ausgewählt und gestreamt werden. Verschiedene Internet-Radios bieten Musik nach Sparten wie zum Beispiel radioswissjazz.ch. Selbst für mobile Geräte gibt es Radioswissjazz-Apps zum kostenlosen Musikgenuss.

Möchte man sich aber regelmässig TV-Serien gönnen oder seine Musik-Audiothek nach eigenem Geschmack zusammenstellen, dann machen Abonnemente mehr Sinn. Für Liebhaberinnen von TV-Serien gibt es in erster Linie Netflix, wobei dort die Auswahl an Spielfilmen schwach ist. Abzuwarten ist der Streaming-Dienst, den Disney nächstens anbieten wird. Gerüchten zufolge soll dieser günstiger sein als die Konkurrenzangebote und die grossen Marken wie Star Wars, Marvel und natürlich Disney umfassen. Für Musikfans ist Spotify die erste Wahl. Hier werden neben einer grossen Auswahl von Musikstilen auch verschiedene Podcasts angeboten. Wer sich nicht sicher ist, ob er das Angebot wirklich ausschöpfen wird, kann Spotify – mit Werbeunterbrüchen – auch kostenlos nutzen. ❋

Beitrag vom 10.09.2019
Marc Bodmer

 ist Jurist und Game-Consultant. Er beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit digitalen Medien.

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