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Weiterarbeiten im Rentenalter

«Bei meinem Arbeitgeber sowie der dazugehörigen Pensionskasse ist es üblich, dass Männer wie auch Frauen ordentlich mit 65 Jahren pensioniert werden. Ich schätze diese Möglichkeit als Frau besonders, da ich gerne noch im Erwerbsleben bleibe. Da ich verwitwet bin und entsprechend auch eine Witwenrente beziehe, möchte ich nun wissen, wie sich dies bezüglich der AHV verhält und was es für mich zu tun gibt.»

In der AHV ist das Rentenalter für Männer und Frauen nach wie vor unterschiedlich und liegt für Frauen bei 64 Jahren und für Männer bei 65 Jahren. Zudem ist es in der ersten Säule so geregelt, dass die Witwenrente maximal bis zum Erreichen des ordentlichen Rentenalters ausbezahlt wird. Für Sie bedeutet das konkret, dass die Witwenrente unabhängig von den Regelungen beim Arbeitgeber und der Pensionskasse nur bis und mit dem Monat, in welchem Sie 64 Jahre alt werden, ausbezahlt werden kann.

Glücklicherweise ist der Bezug einer Altersrente nicht davon abhängig, ob jemand noch erwerbstätig ist oder nicht. Sie können also unabhängig davon, ob Sie nach dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters noch ein Jahr oder länger weiterarbeiten, frei entscheiden, ob Sie Ihre Altersrente mit 64 Jahren beziehen möchten oder nicht. Ebenfalls können Sie auch ohne Einschränkungen entscheiden, ob Sie dies im gewohnten Pensum machen möchten oder allenfalls reduziert.

Falls Sie sich entscheiden, die Altersrente erst mit 65 oder noch später zu beziehen, handelt es sich um einen sogenannten Aufschub. Ein Aufschub ist zwischen einem ganzen Jahr und fünf Jahren möglich. In der Zeit dazwischen kann die Rente flexibel auf jeden Monat hin bezogen werden. Dieser Aufschub, also Verzicht, wird mit einem prozentualen Zuschlag auf die Altersrente belohnt, der abhängig von der Dauer des Aufschubs ist. Wichtig ist, den Aufschub anzumelden. Dies muss bis spätestens dem Monat, in welchem Sie 65 Jahre alt werden, geschehen.

Wenn Sie nach dem Erreichen des ordentlichen Rentenalters weiterarbeiten, können diese Beiträge leider bei der Rentenberechnung nicht mehr angerechnet werden. Es handelt sich dabei um Solidaritätsbeiträge. Jedoch gibt es einen Freibetrag von 1400 Franken im Monat oder 16 800 Franken pro Jahr sowie pro Arbeitgeber, auf den keine AHV-Beiträge einbezahlt werden müssen. Die Arbeitgeber wissen in der Regel von diesem Freibetrag und berücksichtigen ihn gleich bei der Lohnabrechnung, sodass Sie diesbezüglich nichts unternehmen müssen.

Natürlich können Sie auch die Altersrente im Anschluss an die Witwenrente mit 64 beziehen und daneben weiterarbeiten. Wichtig ist, dass Sie sich in jedem Fall bei der Ausgleichskasse anmelden. Sollte Ihre Entscheidung auch davon abhängig sein, wie hoch denn Ihre Altersrente voraussichtlich sein wird, empfehle ich Ihnen, eine Rentenvorausberechnung durchzuführen. Dann wüssten Sie auch im Detail, wie sich ein Aufschub auswirken würde, und können entscheiden, ob sich dies für Sie lohnt oder nicht.

Beitrag vom 18.01.2021