Kulturtipps Mai 2021

Fünf spannende Kulturtipps aus verschiedenen Themenbereichen – für Sie ausgewählt von der Zeitlupe-Redaktion.

© 2021 Ascot Elite Entertainment Group

Traurig schönes Verwirrspiel

Anthony Hopkins glänzt in der Hauptrolle von «The Father» als Vater mit fortschreitender Demenz.
Regisseur Florian Zellers Portrait des 80-Jährigen Anthony, der seinen Verstand an Alzheimer verliert und die Hilfe seiner Tochter Anne verweigert, geht an die Nieren und rührt das Herz. Anthony Hopkins, mehrfach für seine ausserordentliche Leistung ausgezeichnet und erneut mit einem Oscar prämiert, gibt seinem Namensvetter eine Tiefe, wie man sie schon lange nicht mehr auf der Leinwand gesehen hat. Doch auch die weiteren Rollen werden von hervorragenden Schauspielerinnen besetzt, die «The Father» zu einem Kinojuwel schleifen.

«The Father» von Florian Zeller mit Anthony Hopkins und Olivia Coleman, jetzt im Kino.

Leihgabe: Kloster Mehrerau, Bregenz. © Michael Lio

Ausstellung: Die Mechanik des Lebens

Diese Holzräderuhr ist ein komplexes Kunstwerk.
Während vieler Jahre schlummerte dieses einmalige Meistwerk der Appenzeller Uhrenmacherkunst im Speicher des Bregenzer Klosters Mehrerau. Der ehemalige Abt Kassian Lauterer deutet diese Uhr als ein Instrument, das die Menschen jener Zeit an die Vergänglichkeit des Lebens mahnen sollte. Das Uhrenmuseum Winterthur widmet diesem unglaublichen Unikat, in dem der Tod, Jesus Christus und die Apostel ihre Aufwartung machen, nun eine Ausstellung.

«Die Holzräderuhr von Johan Joseph Gmönder», bis 19. September, Uhrenmuseum Winterthur, Kirchplatz 4, Winterthur, Tel. 052 267 51 36, uhrenmuseumwinterthur.ch

© Taschen

Mehr als Rock ’n’ Roll

Cover des Bildbands "The Rolling Stones" vom Verlag Taschen.

© Taschen

Eine gewaltige Dokumentation einer beispiellosen Karriere
Kaum eine andere Band kann auf eine fast 60-jährige Laufbahn zurückblicken. Die Rolling Stones sind für ihre treuen Fans schlicht die Rock ’n’ Roll-Band. Auf 466 Seiten, die für diese Ausgabe aufdatiert wurden, finden sich über 450 Fotos und Illustrationen, die aus den privaten Archiven der Stones in London und New York stammen. Zu den Starfotografen gehören Herb Ritts, Helmut Newton und Anton Corbijn, um nur ein paar zu nennen. Ein Muss für alle Stones-Fans und alle, die es vielleicht noch werden wollen.

«The Rolling Stones», Reuel Golden, 466 Seiten, Taschen, Richtpreis CHF 79.90

© Joan Minder

Von Vorurteilen und anderem Unsinn

Buchcover: "Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein?". Silhouette von Thomas Meyer auf grauem Hintergrund.In seinem neuen Buch entlarvt Thomas Meyer antisemitische Mythen. Mit seinem Debütroman «Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse» landete der Schweizer Autor einen Bestseller und lancierte damit seine Karriere als Schriftsteller und Kolumnenschreiber. In seinem jüngsten Buch «Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein?» nimmt er sich zig Vorurteilen und antisemitischer Behauptungen an, die über die Jahre an ihn herangetragen wurden.

«Was soll an meiner Nase bitte jüdisch sein?», Thomas Meyer, 126 Seiten, Salis,
CHF 23.90

Transformationskleid, Entwurf 1930 
© Kunsthalle Mannheim

Ausstellung: Die Allesmacherin

Ré Soupault, Selbstporträt, Basel 1950

Ré Soupault, Selbstporträt, Basel 1950 
© 2021 VG Bild-Kunst, Bonn/Manfred Metzner

Diese Ausstellung geht der bewegten Vita der Avantgardekünstlerin Ré Soupault nach.
Im Leben von Ré Soupault (1901–1996), als Meta Erna Niemeyer in Pommern geboren, widerspiegeln sich die Schwierigkeiten einer eigenständigen und -willigen Frau exemplarisch. Im Verlauf ihres ausgefüllten Lebens hat sich Soupault immer wieder neu erfunden: von der Bauhaus-Schülerin in Berlin zur Mode-Designerin in Paris, zur Fotografin in Tunis und Journalistin in New York. Die Ausstellung legt besonderes Gewicht auf die Lebensumstände ihrer Basler Jahre von 1948 bis 1956. Sie ist begleitet von einem vielseitigen Rahmenprogramm, das auf der Website der Universitätsbibliothek Basel ersichtlich ist.

«Ré Soupault – Eine Avantgardekünstlerin in Basel», 20. Mai bis 15. September, Universitätsbibliothek Basel, Schönbeinstrasse 18–20, Basel, ub.unibas.ch

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Beitrag vom 10.05.2021

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