Auf dem Padel-Tennis-Court treten zwei gegen zwei an – und die Wände spielen mit. Das macht die Trendsportart abwechslungs-reich, dynamisch und spannend. Auch für Neulinge, denn Regeln und Technik sind rasch erlernt. Bei Pro Senectute Kanton Zug ist Padel-Tennis neu im Angebot – und: Action!
Text: Annegret Honegger
Wer Padel mit zwei d schreibt und dabei an Wassersport denkt, hat den neusten Trend verpasst: Padel, auch Padel-Tennis genannt. Mit Wasser hat die Sportart, die aus Mexiko nach Europa und langsam auch in die Schweiz gelangt, gar nichts zu tun. Ausser, dass dabei Schweiss fliesst.
Padel ist ein Racket-Sport, welcher Elemente von Tennis und Squash zu einem Spiel verbindet, das Neulinge wie Profis begeistert. Dank des kleineren Felds und eines etwas trägeren Balls sind die Laufwege kürzer und der Kraftaufwand ist geringer. Regeln und Technik beherrscht man zudem rasch. «So erleben auch Anfängerinnen und Anfänger schnell Fortschritte und können bald so gut spielen, dass es Spass macht», erklärt Padel-Coach Elias Luisoni.
In seinem Kurs in der kürzlich eröffneten Padelta-Halle in Baar ZG greifen am Kursmorgen sieben Teilnehmende zu den Rackets. Angenehm leicht und kurz sind diese, mit einer gelöcherten Kunststoffschlagfläche statt mit Saiten bespannt. Neben Peter, Hedi, Alois, Edith, Jürg, Bea und Harry spielen auch die Wände mit. Wie beim Squash kann man dank dieser zusätzlichen Dimension mit indirekten Spielzügen und Köpfchen Punkte machen. Anders als im Tennis ist ein Ball also nicht verloren, wenn er an einem vorbeifliegt – sondern er prallt von der Wand ab und bleibt im Spiel.
Nicht einfach drauflosschlagen
Trainer Elias Luisoni sorgt mit vielfältigen Übungen für einen gezielten Aufbau. Vorhand und Rückhand, Direktabnahme per Volley wie auch das Spiel mit den Wänden werden in wechselnden Formationen repetiert und trainiert. Dem Kursleiter ist wichtig, dass seine Teilnehmenden von Anfang an lernen, ihr Spiel zu kontrollieren. Mit Beinarbeit richtig zum Ball stehen, diesen auf der richtigen Höhe treffen und mehr schieben statt «einfach drauflos-schlagen»: «Wenn ihr mit dem Racket schwingt und rudert, heisst das meist, dass ihr falsch steht.»
Die Wand spielt mit
Statt des eleganten Sirrens der Saiten auf dem Tennisplatz hört man auf dem Padel-Court ein wenig poetisches Plastik-Plopp. Aber ebenso oft auch ein «Super!», «Bravo!» oder «Jawoll!» bei einem gelungenen Schlag. Und Gelächter, wenn das Racket mal wieder ins Leere trifft. «Schöne Pirouette», kommentiert Elias Luisoni und zeigt, wo noch Verbesserungspotenzial liegt.
Bald gibt der Coach auch erste Taktik-Tipps: «Spielt in die Mitte des Spielfelds. Dort kommt es häufig zu Fehlern, weil nicht ganz klar ist, wer von beiden Spielenden den Ball abnimmt.» Da sich auf dem Padel-Court zwei und zwei gegenüberstehen, ist neben Taktik auch Teamwork gefragt. Und: «Die Wand hilft euch, die Gegner unter Druck zu setzen, ohne selbst hin- und herzuhetzen.»
Auch für Neulinge geeignet
Noch ist das eher Zukunftsmusik für die sieben Teilnehmenden. Aber auch ohne Profiniveau friert längst niemand mehr in der noch winterlich kühlen Halle. Das Padel-Fieber hat alle gepackt und wärmt auch von innen. Jürg schwärmt: «Dank Padel kann ich wieder einen guten Fight geniessen.» Seine frühere Lieblingssportart Squash sei ihm etwas zu intensiv geworden: «Hier brauche ich weniger Kraft und das Verletzungsrisiko ist kleiner.» Hedi betont, dass vorherige Racket-Erfahrung nicht nötig sei, wie sie befürchtet hatte. Und sagt: «Es heisst doch immer, man solle auch im Alter Neues wagen. Padel ist für mich ein Volltreffer.»
Der Trainer streicht einen weiteren Vorteil hervor: «Padel ist eine sehr soziale Sportart.» Weil zu viert gespielt wird und die Community klein sei, erhalte man oft Einladungen zum Mitspielen: «Ich kenne keine andere Sportart, in der schon Anfängerinnen und Anfänger mehrmals pro Woche trainieren.» Fazit und Spielstand nach dem dritten Kursmorgen lauten damit: Spiel, Satz und Sieg für Padel.
© Annegret Honegger
Padel-Tennis bei Pro Senectute Kanton Zug
Padel-Tennis gehört zu den am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt und ist derzeit Trendsportart Nummer eins in Europa. Der neue Racket-Sport, der Elemente aus Tennis und Squash vereint, wird zu viert in einem von Wänden umgebenen Feld von 10 mal 20 Metern gespielt. Leicht zu erlernen, trainiert Padel mit hohem Spassfaktor Kondition, Koordination, Reaktion und Beweglichkeit. Tennis-Erfahrung ist nicht nötig.
Nächster Kurs: 12. Mai bis 7. Juli, 8-mal dienstags von 9–10.30 Uhr. Informationen und Anmeldungen: Pro Senectute Kanton Zug, Telefon 041 511 15 30, Mail kurse@zg.prosenectute.ch, www.zg.prosenectute.ch
Angebote in Ihrer Nähe finden Sie bei Pro Senectute in Ihrer Region. Adressen via prosenectute.ch oder Infoline 058 591 15 15
Sport mit Rackets und/oder Ball:
- Ebenfalls eine Trendsportart: Pickleball. Der Mix aus Tennis, Badminton und Tischtennis bricht in den USA Rekorde. Bei Pro Senectute Obwalden konnten Interessierte schnuppern.
- Altbekannt, aber immer noch beliebt: Badminton. In Baden trainiert der wahrscheinlich einzige Badminton-Club für Seniorinnen und Senioren der Schweiz.
- Softvolleyball: Wer spannende Matches mag, ist hier richtig. Die etwas sanftere Volleyball-Variante ist weit mehr als ein bisschen «Bällele». Ein Besuch im Training von Pro Senectute in Basel zeigt: Das Hirn läuft zur Hochform auf und neben dem Ball hüpft auch das Herz.