
Peterli und der Wolf
Kein Küchenkraut wirkt harmloser als Petersilie – und dennoch wurde ihr auch schon der unrühmliche Titel «Giftpflanze des Jahres» verliehen.
Text: Anita Lehmeier
Die Dosis macht das Gift – diese Erkenntnis des Arztes, Alchemisten und Philosophen Paracelsus (1493–1541) trifft auf Petersilie in hohem Mass zu.
Als Garnitur auf Wurstsalat, Schnitzel oder Pommes sieht Peterli hübsch und unschuldig aus – und ist es auch. In normalen Mengen genossen, ist das Küchenkraut aus der Familie der Doldenblütler sogar sehr gesund. Petersilie liefert dreimal mehr Vitamin C als Zitronen – dazu Beta-Carotin und weitere Antioxidantien. Ätherische Öle und Chlorophyll erfrischen den Atem. Der Gehalt an Ballaststoffen und Eiweiss ist erfreulich hoch, der Gehalt an Fett und Zucker erfreulich tief.
Auch als Heilpflanze hat Petersilie Tradition. Ihre Inhaltsstoffe wirken leicht entwässernd und regen die Nierenfunktion an. Das kann helfen, die Harnwege zu spülen und Beschwerden vorzubeugen – zumindest in der Volksmedizin. Selbst bei Insektenstichen sollen zerdrückte Blätter lindernd wirken.
Ungesund nur in konzentrierter Form
Wie auch immer – seine Beliebtheit verdankt Peterli weniger seiner Wirkung als seinem frischen, krautigen Geschmack. Pro Kopf und Jahr vertilgen wir rund 330 Gramm Peterli. Das klingt nicht nach viel, ergibt aber einen ansehnlichen Haufen. Auf bis zu 90 Hektaren wächst Peterli in der Schweiz, geerntet wird von Mai bis November.
Ungesund wird das Kraut erst in konzentrierter Form. In Samen und Wurzeln steckt Apiol, ein Stoff, der die Muskulatur von Darm und Gebärmutter anregt. In hohen Dosen kann er giftig wirken. Im Mittelalter nutzte man Petersilie deshalb nicht nur bei Menstruationsbeschwerden und in der Geburtshilfe, sondern auch als Abtreibungsmittel.
Für die Sieger gabs Peterli
Nicht essen sollte man Peterli nach der Blüte, dann wird er bitter und der Apiolgehalt steigt an. Das Apiol hat dem Küchenkraut in Deutschland 2023 übrigens den Titel «Giftpflanze des Jahres» eingetragen. Nicht weil sie im Alltag gefährlich wäre, sondern eher, um auf Missverständnisse und Risiken bei falscher Anwendung aufmerksam zu machen.
Einen ungetrübten Ruf genoss das Kraut im antiken Griechenland. Bei sportlichen Wettkämpfen wurden die Sieger mit Petersiliensträussen geehrt, bei feierlichen Anlässen wurden Peterlikränze getragen, die vor Trunkenheit schützen sollten.
Von Griechenland aus gelang die Pflanze später nach Rom und schliesslich über die Alpen zu uns. Seither ziert der Einwanderer unsere Gärten und Teller.
Steak mit Petersilienpesto
Für 1 Person
Zubereiten: ca. 20 Minuten
Zutaten
Pesto
- ½ Bund glattblättrige Petersilie, fein gehackt
- ½ kleine Knoblauchzehe, fein gehackt
- 1 Bio-Zitrone, wenig abgeriebene Schale und
½ EL Saft - 0,25 dl Olivenöl
- Salz, Pfeffer
Steak
- 1 Hohrückensteak, ca. 180 g
- Öl zum Anbraten
- Salz, Pfeffer
Zubereitung
Pesto
Petersilie mit den restlichen Zutaten mischen oder pürieren.
Steak
Hohrückensteak beidseitig je ca. 3 Minuten im heissen Öl braten, würzen, mit Pesto servieren.
Tipp
Dazu passen Brot, Salat oder Ofengemüse..
Petersilie-Pizzatarte
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 15 Minuten
Kühl stellen: ca. 45 Minuten
Backen: ca. 15 Minuten
Zutaten
Teig
- 1 Pizzateig aus dem Beutel, ca. 800 g, Raumtemperatur
- ca.1 EL Rapsöl
Belag
- 250 g Ricotta
- 1 Knoblauchzehe, gehackt
- ½ TL Salz
- ½ TL Chiliflocken
- 300 g Mozzarella, in Scheiben
- 60 g Le Gruyère AOP, gerieben
- 60 g Sbrinz AOP, gerieben
- 40 g Haselnüsse, gehackt
- 2 Bund Petersilie
- 2 EL Rapsöl
- 1 Bio-Zitrone, in Schnitzen
Zubereitung
Teig
Pizzateig beidseitig mit Öl bestreichen, sorgfältig auf dem Backpapier auf Blechgrösse flach drücken. Zugedeckt 30–45 Minuten aufgehen lassen. Ein Backblech auf der untersten Rille in den Ofen schieben, Ofen auf 250 °C (Ober-/Unterhitze) vorheizen.
Belag
Ricotta bis und mit Chiliflocken mischen, auf dem Teig verstreichen. Mozzarella bis und mit Haselnüssen darauf verteilen. Teig mitsamt Backpapier auf das heisse Blech ziehen.
Backen
Auf der untersten Rille im vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten backen. Petersilie darüberzupfen und mit Öl beträufeln. Zitronenschnitze zum Auspressen dazu servieren.
Zander mit Sbrinz-Petersilien-Kruste
Für 2 Personen
Zubereiten: ca. 15 Minuten
Backen: ca. 20 Minuten
Zutaten
Kruste
- 70 g Sbrinz AOP, gerieben
- 1 kleine Knoblauchzehe, gehackt
- ½ Bio-Zitrone, wenig abgeriebene Schale
- 2 EL Petersilie, gehackt
- ca. 30 g Butter, flüssig
Fisch
- 1 grosses Zanderfilet, ca. 250 g
- ½ EL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer
- Portulak zum Bestreuen
Zubereitung
- Kruste: Alle Zutaten mischen. Die Masse soll zusammenhalten.
- Zanderfilet mit Zitronensaft beträufeln, würzen, auf das vorbereitete Blech legen. Masse darauf verteilen.
- In der Mitte des auf 220 °C vorgeheizten Ofens 15–18 Minuten backen. Mit Portulak bestreuen.
Tipp
Dazu passen gedämpfte Kohlrabi oder Bundrüebli.
Kräuteröl für Ciabatta
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 15 Minuten
Ziehen lassen: ca. 30 Minuten
Zutaten
- 3 Zweige Rosmarin, Nadeln abgezupft, fein gehackt
- 1/2 Bund glattblättrige Petersilie, fein gehackt
- 1/2 Bund Basilikum, fein gehackt
- 1 Knoblauchzehe, fein gehackt
- 1 dl Olivenöl
- Salz, Pfeffer
- 150 g Ciabatta, in Stücken
Zubereitung
Rosmarin und alle Zutaten bis und mit Knoblauch mischen, Öl beigeben, würzen. Ca. 30 Minuten ziehen lassen. Brot dazu servieren.
Erbsli-Hummus mit Petersilie
Für 4 Personen
Zubereiten: ca. 20 Minuten
Zutaten
- ca. 600 g Erbsen, mit Schote, herausgelöst, ergibt ca. 300 g
- ca. 1 Liter Wasser, siedend
- 1 Dose Kichererbsen, 400 g, abgespült,
abgetropft, ergibt ca. 250 g - 1 EL Tahini
- 1 Knoblauchzehe, gepresst
- 3 EL Zitronensaft
- 3 EL glattblättrige Petersilie, grob gehackt, davon 1 EL beiseitegestellt
- 3 EL Joghurt nature
- 1/2 TL Kreuzkümmelpulver
- 1 TL Salz
- Pfeffer
- 1 Peperoncino, in feinen Ringen, entkernt
- 1 EL Olivenöl
Zubereitung
Erbsli im siedenden Wasser 2–3 Minuten kochen, abgiessen. Erbsli und alle Zutaten bis und mit Joghurt fein pürieren, würzen. Hummus anrichten, mit beiseitegestellter Petersilie, Peperoncino und Öl garnieren. Dazu passen Fladenbrot und Crudités.

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