Sprache im Wandel

Marianne Noser,
Chefredaktorin
© Sonja Ruckstuhl

Die Sprache ist kein starres Gebilde, sie entwickelt sich permanent. Zwar blieb die Grammatik seit 200 Jahren praktisch unverändert, doch die Anzahl der Wörter, die wir im Alltag nutzen, ist in den letzten 100 Jahren um ein Drittel angestiegen – und es kommen laufend neue dazu. Ausdrücke, die gang und gäbe sind, hätte man früher nicht so verwendet, und Bezeichnungen, die trendy waren, sind plötzlich out. Das war schon immer so und das fasziniert mich.

Allerdings macht mir die zunehmende Geschwindigkeit, mit der sich unser Wortschatz verändert, manchmal zu schaffen. Kaum habe ich mich an neue Begriffe oder aus dem Englischen entliehene Wörter wie Fake News, Flugscham, Booster und QR-Code gewöhnt, stosse ich auf Ausdrücke wie Wokeness und Digitaler Detox, die mich ratlos lassen. Weil es Ihnen vielleicht ähnlich geht wie mir und Sie ab und zu auch die Übersicht verlieren, stellen wir im Schwerpunkt dieser Ausgabe eine Auswahl neuer Begriffe vor, die 2023 angesagt sind, und erklären kurz und knapp, was damit gemeint ist.

Im grossen Interview begegnen Sie der Videokünstlerin Pipilotti Rist, deren Werke in den renommiertesten Museen der Welt gezeigt werden. Letzten Sommer wurde Pipilotti Rist, deren «Pixelwald» im Zürcher Kunsthaus Jung und Alt bezaubert, 60 Jahre alt. Ein guter Moment also, um auf ihren Werdegang zurückzublicken. Zeitlupe-Redaktorin Claudia Senn hat die Künstlerin in ihrem Atelier getroffen und gestaunt, dass diese im Gespräch stiller, nachdenklicher und zugänglicher wirkt, als die Journalistin es von ihr erwartet hat.

Die kalte Jahreszeit setzt Ihnen zu, Sie sehnen sich nach wärmeren Gefilden? Dann vertiefen Sie sich doch in die Zeitlupe-Leserreise. Sie führt in die sonnenverwöhnte süditalienische Provinz Apulien.

Ich wünsche Ihnen viel Lesefreude und alles Gute im Neuen Jahr.

 Marianne Noser, Chefredaktorin

© Digitale Massarbeit

«PLANETOPIA – RAUM FÜR WELTWANDEL»

Klimawandel, Artensterben, Hitze, extremes Wetter: Wir alle spüren, dass sich die Welt dramatisch verändert hat und es höchste Zeit ist, die Umweltprobleme anzugehen. Im Museum für Kommunikation bietet sich nun die Gelegenheit, sein ökologisches Verhalten zu reflektieren und zu überlegen, wie die Zukunft nachhaltiger gestaltet werden könnte. «Planetopia – Raum für Weltwandel», bis 23. Juli 2023, Museum für Kommunikation, Helvetiastrasse 16, Bern, communication@mfk.ch

 

Beitrag vom 16.01.2023