Koala-Weibchen Maisy © Zoo Zürich, Enzo Franchini

Knuddel-Koalas

Der Zürich Zoo hat zwei neue Attraktionen: Die beiden Koala-Weibchen Pippa und Maisy sind ins Australien-Gehege eingezogen. 

Die Männer-WG ist geschlossen:  Vergangene Woche haben die beiden Koala-Buben Mikey und Milo im Zürich Zoo Damenbesuch erhalten. 16 Monate lebten die beiden Männchen separiert in ihrem Australien-Gehege, nun sind die beiden Weibchen Pippa und Maisy eingezogen.  Sie wurden 50 Kilometer nördlich von Sidney geboren, im Australien Reptile-Park – fortan leben sie in Zürich. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass sich die Vier schnellstmöglich zuammenraufen und baldmöglichst paaren. 

Der Nachwuchs soll helfen, das Überleben der Koalas zu unterstützen. Denn der Bestand in freier Natur ist erschreckend klein und schrumpft weiter. Von ehemals zehn Millionen Tieren leben heute nur noch 43 000 in den Wäldern Australiens. Die Regierung hat deshalb vor wenigen Monaten einen 33-Millionen-Franken-Kredit gesprochen, um die Beuteltiere vor dem Niedergang zu retten. Vor allem deren natürliche Lebensräume sollen geschützt werden: Die Tiere leben hauptsächlich an der Ostküste des Kontinents, so wie die meisten Menschen Australiens auch. Grossstädte wie Sydney und Brisbane wachsen stetig, die umliegenden Eukalyptuswälder müssen weichen.

Maisy und Mikey machen erste Bekanntschaft.
Maisy und Mikey machen erste Bekanntschaft. © Zoo Zürich, Albert Schmidmeister

Freibestand steht unter Druck

Darüber hinaus werden jährlich 2000 Tiere von Autos überfahren – und eine unbekannte Zahl von wilden Hunden tödlich verletzt. Ausserdem leiden die Knuddler besonders stark unter denFolgen des Klimawandels: gemäss Experten weit mehr als die meisten anderenTierarten. Der erhöhte Ausstoss von Treibhausgasen, vor allem von CO2, entzieht den Eukalyptusblättern, von denen sich Koalas ernähren, wichtigeNährstoffe. Wollen sie ihr Gewicht halten, müssen sie deshalb viel mehrBlätterfressen als früher.  

Um dem Niedergang ihres samtig-wuscheligen Botschafters entgegenzuwirken, kauft die australischeRegierung nun mehrere tausend Hektar Land und erklärt diese zu Schutzgebieten.Etwa 80 Prozent der verbliebenen Lebensräume sind heute in Privatbesitz und staatliche Behörden haben entsprechend kaum Mitspracherecht, um Eukalyptuswälder beispielsweise vor den Baggern der Holzindustrie zu schützen. Darüber hinaus sollen Zäune entlang jener Strassenabschnitte errichtet werden, in denen besonders viele Koalas leben. Auch ein Koala-Krankenhaus ist geplant, der Rest des Millionenbudgets fliesst in die Forschung.

Maisy, Mikey, Pippa und Milo sind im Zürich Zoo gut geschützt vor solcher Unbill – und können in ihrem Gehege ungefährdet zusammenfinden. Obwohl die ersten Begegnungen wenig freundlich ausgefallen ist, irgendwann werden die Vier bestimmt einsehen: Eine neue Liebe ist ein neues Leben. Wir zählen darauf.

Die Männer-WG ist geschlossen:  Vergangene Woche haben die beiden Koala-Buben Mikey und Milo im Zürich Zoo Damenbesuch erhalten. 16 Monate lebten die beiden Männchen separiert in ihrem Australien-Gehege, nun sind die beiden Weibchen Pippa und Maisy eingezogen.  Sie wurden 50 Kilometer nördlich von Sidney geboren, im Australien Reptile-Park – fortan leben sie in Zürich. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass sich die Vier schnellstmöglich zuammenraufen und baldmöglichst paaren. 

Der Nachwuchs soll helfen, das Überleben der Koalas zu unterstützen. Denn der Bestand in freier Natur ist erschreckend klein und schrumpft weiter. Von ehemals zehn Millionen Tieren leben heute nur noch 43 000 in den Wäldern Australiens. Die Regierung hat deshalb vor wenigen Monaten einen 33-Millionen-Franken-Kredit gesprochen, um die Beuteltiere vor dem Niedergang zu retten. Vor allem deren natürliche Lebensräume sollen geschützt werden: Die Tiere leben hauptsächlich an der Ostküste des Kontinents, so wie die meisten Menschen Australiens auch. Grossstädte wie Sydney und Brisbane wachsen stetig, die umliegenden Eukalyptuswälder müssen weichen.

Maisy und Mikey machen erste Bekanntschaft.
Maisy und Mikey machen erste Bekanntschaft. © Zoo Zürich, Albert Schmidmeister

Freibestand steht unter Druck

Darüber hinaus werden jährlich 2000 Tiere von Autos überfahren – und eine unbekannte Zahl von wilden Hunden tödlich verletzt. Ausserdem leiden die Knuddler besonders stark unter denFolgen des Klimawandels: gemäss Experten weit mehr als die meisten anderenTierarten. Der erhöhte Ausstoss von Treibhausgasen, vor allem von CO2, entzieht den Eukalyptusblättern, von denen sich Koalas ernähren, wichtigeNährstoffe. Wollen sie ihr Gewicht halten, müssen sie deshalb viel mehrBlätterfressen als früher.  

Um dem Niedergang ihres samtig-wuscheligen Botschafters entgegenzuwirken, kauft die australischeRegierung nun mehrere tausend Hektar Land und erklärt diese zu Schutzgebieten.Etwa 80 Prozent der verbliebenen Lebensräume sind heute in Privatbesitz und staatliche Behörden haben entsprechend kaum Mitspracherecht, um Eukalyptuswälder beispielsweise vor den Baggern der Holzindustrie zu schützen. Darüber hinaus sollen Zäune entlang jener Strassenabschnitte errichtet werden, in denen besonders viele Koalas leben. Auch ein Koala-Krankenhaus ist geplant, der Rest des Millionenbudgets fliesst in die Forschung.

Maisy, Mikey, Pippa und Milo sind im Zürich Zoo gut geschützt vor solcher Unbill – und können in ihrem Gehege ungefährdet zusammenfinden. Obwohl die ersten Begegnungen wenig freundlich ausgefallen ist, irgendwann werden die Vier bestimmt einsehen: Eine neue Liebe ist ein neues Leben. Wir zählen darauf.

Beitrag vom 01.08.2019

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