Filmszene aus «The Banshees of Insherin» mit Colin Farrell © Walt Disney Company

Cinépassion: Film und Psychoanalyse

Bewegte Bilder und die Psychoanalyse sind ungefähr gleich alt. Im Zürcher Kino Piccadilly kommentieren Psychoanalytiker:innen ausgewählte Filme und diskutieren sie mit dem Publikum.

1895 zeigten die Gebrüder Lumière in Paris den ersten Stummfilm. Im selben Jahr begründete Sigmund Freud in Wien mit den «Studien über die Hysterie» die Psychoanalyse, fünf Jahre später erschien sein grosses theoretisches Werk «Die Traumdeutung».

Träume wie Filme leben vor allem von der Bildsprache. Sie ist den Gefühlen, den Phantasien, dem Unbewussten näher als das gesprochene Wort. Im Traum wie im Film sind die üblichen Gesetze von Raum, Zeit und logischer Darstellung aufgehoben. Alles ist möglich: Schnitt, Umkehrung, Verschiebung, Verdichtung, Tempowechsel. Das Unbewusste kennt keine Zeit.

Traum und Film sind schöpferische Leistungen, die bewegen, beglücken oder verstören. Es sind die grossen Menschheitsthemen, die Filmschaffende und Publikum in ihren Bann ziehen: Liebe und Hass, Schuld und Sühne, Glück und Trauer, Macht und Ohnmacht, Sehnsucht und Leidenschaft.

In der Psychoanalyse gilt die Traumdeutung als Königsweg zum Unbewussten. Der psychoanalytische Blick auf den Film sucht den verborgenen Sinn, sozusagen den Film hinter dem Film, und eröffnet so zusätzliche Möglichkeiten der Interpretation.

Der Filmzyklus «Cinépassion» im Zürcher Arthouse Kino Piccadilly nähert sich dem Medium Film aus der psychoanalytischen Perspektive. Zehnmal jährlich zeigt er am Samstag um 10:30 Uhr ausgewählte Spielfilme, die anschliessend von einer Psychoanalytikerin oder einem Psychoanalytiker kommentiert und mit dem Publikum diskutiert werden. Am 19. September 2026 startet die 21. Saison.

Das Projekt Cinépassion wurde im Jahr 2005 als unabhängiger Verein mehrheitlich von Mitgliedern des Freud-Instituts Zürich gegründet. Kooperationspartnerin ist die Arthouse Commercio Movie AG.

Cinépassion: Filme der Saison 2026/27

  • 19.09.2026 THE BANSHEES OF INISHERIN, Martin Mc Donagh, IRL/USA/UK 2022
    Kommentar: Henrika Rohr
  • 24.10.2026 UN TRIOMPHE, Emmanuel Courcol, Frankreich 2020
    Kommentar: Vreni Weber
  • 14.11.2026 UNA MUJER FANTASTICA, Sebastián Lelio, Chile/USA/D/ES 2017
    Kommentar: Andrea Kager
  • 5.12.2026 LOLA RENNT, Tom Tykwer, Deutschland 1998
    Kommentar: Yvonne Frenzel
  • 9.01.2027 LA LIGNE, Ursula Meier, Schweiz 2021
    Kommentar: Heinz Lippuner, Mirna Würgler
  • 6.02.2027 MIDNIGHT COWBOY, John Schlesinger, USA 1969
    Kommentar: Ingrid Feigl
  • 06.03.2027 ONLY LOVERS LEFT ALIVE, Jim Jarmusch, USA/UK/D 2013
    Kommentar: Markus Fäh
  • 10.04.2027 FUNNY GAMES, Michael Haneke, Österreich 1997
    Kommentar: Dominique Bondy, Daniel Süss
  • 22.05.2027 HAPPY FEET, George Miller, Australien/USA 2006
    Kommentar: Janine Lichtensteiger
  • 19.06.2027 LEAVE NO TRACE, Debra Granik, USA 2018
    Kommentar: Franz Michel, Patrick Schwengeler

Informationen: www.cinepassion.ch


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Beitrag vom 14.09.2026

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