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Lernstrategien: Neues lernen ­geht­ in jedem Alter

Kaum eine Frage begegnet mir häufiger als diese: «Frau Studer, bin ich mit 65 nicht zu alt, um Neues zu lernen?» Nein. Lernen geht ­immer, aber in späteren Jahren anders.

Das Gehirn verändert sich mit dem Alter, das will ich nicht beschönigen: Die Verarbeitungsgeschwindigkeit nimmt ab, neuronale Signale brauchen länger, und das Abrufen von Informationen wie Namen oder Ereignissen kostet mehr Energie. Und das Arbeitsgedächtnis, jener Teil des Gehirns, der Informationen kurzfristig hält und manipuliert, wird weniger kapazitätsstark.

Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Das alternde Gehirn gewinnt auch an semantischer Tiefe. Es verknüpft neues Wissen intelligenter mit Erfahrungswissen, was zu nachhaltigerem Verstehen und reiferen Urteilen führt. Gleichzeitig belegt die Forschung, dass ältere Erwachsene Ablenkungen besser filtern und Wesentliches präziser erfassen.

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