«Es gibt keinen Zweiten wie Bregy»

28 Jahre war die Schweiz nicht mehr an einer Fussball-WM gewesen. Bis Georges Bregy mit seinen 36 Jahren kam und 1994 in den USA das Goal erzielte, das Kult ­geworden ist. Eine Hommage.

Text: Thomas Schifferle, Fotos: Mirjam Kluka

Georges Bregy
© Mirjam Kluka

Das Tor, sein Tor, muss Georges Bregy nicht auf Youtube oder in einer Mediathek suchen. Es ist schon so oft im Fernsehen gekommen, dass das nicht mehr nötig ist. Er hat alles im Gedächtnis abgespeichert, weil damit sehr viel Schweizer Fussball-Geschichte verbunden ist. Und er hat sie an diesem fernen 18. Juni 1994 geprägt wie keiner sonst. «Im Prinzip ist das Tor Kult», sagt er heute. Und ist ganz zufrieden mit seiner Formulierung.

Die Geschichte begann zweieinhalb Jahre vorher, als der Engländer Roy Hodgson Nationaltrainer wurde. Damals, Anfang 1992, war Bregy 34 und schon viereinhalb Jahre kein Nationalspieler mehr. Daniel Jeandupeux und Uli Stielike, die Vorgänger von Hodgson, fanden keine Verwendung mehr für den Walliser. Er habe nur noch Luft für 45 Minuten, urteilte Stielike über ihn.

Bregy hatte eine schöne Karriere hinter sich, zwei Cupsiege mit dem FC Sion, einen Meistertitel mit den Young Boys, immerhin 32 Länderspiele. Er war ein schlitzohriger, spielintelligenter Mann fürs Mittelfeld und einer, der nicht gut verlieren konnte. Es kam vor, dass er einem Schiedsrichter nach 30 Sekunden sagte: «Du pfeifst heute wieder einen Mist zusammen.»

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